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Stuck: Kimi braucht einen starken Teamkollegen

Experte Hans-Joachim Stuck traut Kimi Räikkönen ein erfolgreiches Comeback zu, glaubt aber, dass ihm dabei ein guter Teamkollege helfen würde

(Motorsport-Total.com) - Das Comeback von Kimi Räikkönen bei Renault (künftig Lotus) sorgt in Deutschland, wo der "Iceman" schon immer viele Fans hatte, für Entzücken. Viele sind auch überrascht, allerdings nicht Hans-Joachim Stuck: "Ich habe schon vor längerer Zeit gesagt, dass er eh wieder zurückkommen wird. Der ist noch nicht fertig, er ist ja noch ein junger Bursche", sagt der 'Motorsport-Total.com'-Experte.

Kimi Räikkönen © Renault
Die Haare sind etwas länger geworden: Kimi Räikkönen im Renault-Overall

"Ich freue mich, dass einer wie Kimi wieder dabei ist - genau so, wie ich mich damals über Michael Schumacher gefreut habe. Das sind Typen, die polarisieren - und die braucht die Formel 1. Wenn sie auch noch vorne mitfahren, dann profitiert die Formel 1 sehr davon", gibt Stuck zu Protokoll und unterstreicht: "Kimi ist sicher eine positive Erscheinung in der Formel 1. Er polarisiert, aber solche Leute braucht es."

Kein Loskommen vom Motorsport

"Ein Schumacher oder ein Räikkönen, das sind Renntiere. Was sollen die denn anderes machen? Für die ist das der Lebensinhalt", fährt er fort. "Kimi hat die Formel 1 nicht ganz unproblematisch verlassen, aber er hat auch gemerkt, wie wichtig sie ihm ist. Dass er jetzt im Renault sitzt, ist eine tolle Geschichte, denn dort hat er ein relativ konkurrenzfähiges Auto. Ich bin davon überzeugt: Wenn er auch sein Leben drumherum sortiert, dann kann er nach wie vor ganz vorne mitfahren."

Denn mit seinem ausschweifenden Lebensstil war sich der ehemalige Sauber-, McLaren- und Ferrari-Pilot in der Vergangenheit manchmal selbst ein Hindernis. Ob er also der Teamleader sein kann, den Renault beziehungsweise Lotus braucht? "Da bin ich ein bisschen vorsichtig. Das würde ich anderen eher zutrauen", vermutet Stuck, denn: "Ich glaube, er ist nicht ganz der konsequente Arbeiter, wie er es vielleicht sein könnte."

¿pbvin|512|4282||0|1pb¿"Ich glaube, für Kimi ist wichtig, dass er einen adäquaten Teamkollegen bekommt, an dem er sich nicht nur a) messen, sondern mit dem er sich b) auch austauschen kann, damit das Team nach vorne gebracht wird", sagt der 60-Jährige. "Er muss das letzte Quäntchen herausholen, damit es wirklich ein Topteam wird. Aber das ist natürlich ein bisschen problematisch. Wenn Kimi mit einem Arrivierten wie Vettel, Schumacher oder Rosberg arbeiten könnte, wäre es leichter für ihn."

Große Veränderungen seit 2009

Hans-Joachim Stuck

Hans-Joachim Stuck traut Kimi Räikkönen ein erfolgreiches Comeback zu Zoom

Räikkönen gilt nicht unbedingt als großer Redner, und selbst Alexander Wurz konnte sich via Twitter eine flapsige Bemerkung nicht verkneifen: "Petrow und Räikkönen, da werden die Debriefings nicht lang dauern!" Zudem hat sich die Formel 1 mit den Pirelli-Reifen und DRS enorm verändert, was aggressive Fahrertypen wie Lewis Hamilton oder auch Mark Webber zu spüren bekommen haben. Aber Stuck glaubt, für Räikkönen ist das "überhaupt kein Thema".

"Ein Profi wie ein Räikkönen kann notfalls auch mit drei Rädern fahren", ist er überzeugt. "Das hat er auch in der Rallye bewiesen. Er hat dort nichts Großartiges gewonnen, aber er kann Autos schnell bewegen, er ist NASCAR gefahren - der kann das, der hat das drin. Natürlich muss er viele Dinge umlernen, er muss sich auf die neuen Reifen und die neuen Autos einstellen, auf das DRS, aber einem Räikkönen traue ich das absolut zu."