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Strategiegruppe: Tankstopps vor Rückkehr in die Formel 1

Endlich offizielle Informationen von der Strategiegruppe der Formel 1: Reform ab 2017 mit Tankstopps, lauteren Motoren und schnelleren Autos geplant

(Motorsport-Total.com) - Nach dem gestrigen Meeting der Strategiegruppe in Biggin Hill (London) gibt es nun endlich Informationen von offizieller Seite, was in den mehr als sechs Stunden besprochen und beschlossen wurde. Bereits vorab waren einige Informationen durchgesickert. Nicht bekannt war jedoch die vielleicht einschneidendste mögliche Regeländerung. Denn 2017 könnte es zu einem Comeback der Tankstopps in der Formel 1 kommen.

Jenson Button

Tankstopps sollen laut Strategiegruppe ab 2017 in die Formel 1 zurückkehren Zoom

Bernie Ecclestones Wunsch nach einem aggressiveren Anstrich für die Formel 1 wird damit Rechnung getragen. Die Autos sollen ab 2017 durch neue aerodynamische Regeln, breitere Reifen und ein geringeres Gewicht um fünf bis sechs Sekunden pro Runde schneller werden und aggressiver aussehen, heißt es in einer von Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt gezeichneten Presseaussendung, die 'Motorsport-Total.com' vorab zugespielt wurde.

Was die Wiedereinführung der Tankstopps angeht, soll allerdings weiterhin eine maximal erlaubte Benzinmenge für die Renndistanz beibehalten werden. Allerdings würde sich eine solche Änderung positiv auf die Rundenzeiten auswirken, weil die Autos für einen längeren Zeitraum mit wenig Benzin im Tank unterwegs wären. Außerdem erhofft man sich durch das Nachtanken spektakulärere Boxenstopps und interessantere Strategien für die Zuschauer.

Ebenfalls auf den Weg gebracht wurden lautere Motoren mit höherer Drehzahl, allerdings unter Beibehaltung des grundsätzlichen Antriebskonzepts mit V6-Turbos und Hybrid-Power. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Hersteller nicht unnötig hunderte Millionen Euro in die Entwicklung der aktuellen Motoren investiert haben. Durch Stabilität des Motorenreglements sollen zudem neue Hersteller (Audi?) angelockt werden.

Ferner bekennt sich die Strategiegruppe zu einer anvisierten Reduktion der Kosten für die Teams, nennt diesbezüglich aber keine konkreten Ideen. Bereits vorab war ja durchgesickert, dass über die Einführung von Kundenautos zumindest nachgedacht wird. Auch dass die Teams bereits ab 2016 ihre beiden Pirelli-Reifentypen für jedes Rennwochenende im Vorhinein selbst aussuchen dürfen, wurde nun von offizieller Seite bestätigt.


Fotostrecke: F1 Backstage: Barcelona

Noch keine konkreten Beschlüsse gibt es zur zukünftigen Gestaltung der Rennwochenenden und des Zeitplans. In der Presseaussendung heißt es aber, dass das derzeitige Grand-Prix-Format komplett überdacht werden soll und zur Diskussion steht. Außerdem soll längerfristig gesehen sichergestellt werden, dass die Starts nur durch die Fahrer aktiviert und nicht mehr durch technische Systeme von außen beeinflusst werden können.

In der Strategiegruppe haben Rechteinhaber, FIA und sechs Teams jeweils sechs Stimmen (insgesamt 18). Allerdings besitzt das Gremium nicht die Macht, Regeländerungen für die Formel 1 autonom zu bestimmen. Die Vorschläge der Strategiegruppe gehen nun weiter an die Formel-1-Kommission, die diese absegnen oder zurückweisen kann. In letzter Instanz entscheidet dann der FIA-Motorsport-Weltrat. Dieser tagt wieder am 10. Juli in Mexiko-Stadt.