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Meeting am Donnerstag: Was bringt die Formel-1-Zukunft?

Am Donnerstag kommt die Strategiegruppe der Formel 1 zu einer wichtigen Sitzung zusammen: CVC-Boss als interessierter Gast, Bernie Ecclestone mit wenig Zuversicht

(Motorsport-Total.com) - Am morgigen Donnerstag könnten die Weichen für die Zukunft der Formel 1 gestellt werden. Im Rahmen der Sitzung der Strategiegruppe wird über die möglichen Änderungen zur Saison 2017 debattiert. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie Maßnahmen zur Kostensenkung oder ein verändertes Antriebs-Regelwerk. An dem Meeting nehmen Bernie Ecclestone, Vertreter der FIA sowie der Teams Mercedes, Ferrari, Red Bull, McLaren und Williams teil.

Bernie Ecclestone

Wollen den Umbruch: Bernie Ecclestone und CVC-Boss Donald Mackenzie Zoom

Als stiller Beobachter soll Donald Mackenzie vor Ort sein. Der Boss des Formel-1-Besitzers CVC Capital Partners hat die Entwicklung der Grand-Prix-Szene in den vergangenen Monaten mit großer Sorge betrachtet. Sinkende TV-Einschaltquoten, Teams am Rande des finanziellen Abgrunds und ein andauernder Streit um die teuren V6-Turbo-Hybridantriebe schaden dem Geschäft. Der Wert der gesamten Formel 1 nimmt ab - und das ist ganz und gar nicht im Interesse von CVC.

Nach Angaben der britischen 'Times' platzte Mackenzie beim Saisonauftakt in Australien der Kragen. Der Brite sei beim Anblick des kleinen Starterfeldes von nur 15 Fahrzeugen derart wütend geworden, dass er sofort bei FIA-Präsident Jean Todt nachgefragt habe, wie eine solch unangenehme Entwicklung habe passieren können. Mackenzie macht Druck, vor allem auf Bernie Ecclestone, den er die Geschicke in der Formel 1 immer noch lenken lässt.

CVC-Boss Mackenzie erhöht den Druck auf Ecclestone

"Entweder er bekommt das in den Griff, oder ich mache das", so Mackenzie über Ecclestone gesagt haben. Der CVC-Boss nimmt seinen Angestellten in die Pflicht. Möglichst schnell sollen Maßnahmen ergriffen werden, die der Formel spätestens ab 2017 wieder mehr Attraktivität verleihen - und somit den Wert des CVC-Investments erhöhen. Hintergrund: Die Formel 1 soll seit Jahren an die Börse gebracht werden. Das ist unter den aktuellen Bedingungen kaum profitabel machbar.

Ecclestone denkt ähnlich und hat bereits zahlreiche Vorschläge gemacht, wie die Formel 1 aus seiner Sicht wieder attraktiver und vor allem finanziell gesünder dastehen könnte. Das Problem des britischen Promoters: Die Teams sprechen nicht mit einer Stimme, jeder verfolgt nur seine eigenen Interessen. Entsprechend zurückhaltend bewertet Ecclestone die Aussicht auf eine erfolgreiche Sitzung am Donnerstag.


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"Wir werden dort vielleicht vier oder fünf Stunden im Meeting sitzen. Am Ende entscheiden wir dann über den Termin des nächsten Meetings", meint der Formel-1-Vermarkter im Gespräch mit 'motorsport.com'. Derzeit erfolgreiche Teams könnten den gesamten Prozess auf dem Weg zu besseren Regeln 2017 blockieren. "Das ist das Problem in einer Demokratie. Ich mag so etwas nicht. Man wird niemals alle auf einen Kurs bringen können."

"Diejenigen, die gerade Erfolg haben, wollen nichts ändern. Sobald sie zu verlieren anfangen, denken sie natürlich plötzlich ganz anders. Eigentlich müssten wir eine Situation schaffen, in der wir einfach sagen, wie es gemacht wird", meint Ecclestone, der ein bekennender Fan von Diktaturen ist. Die Situation in der Strategiegruppe: Ecclestone, FIA-Vertreter und Teams (gemeinsam) haben jeweils sechs Stimmen. Eine Mehrheit zeichnet sich in einigen Punkten so gar nicht ab.

Unterschiedliche Interessen durch unterschiedlichen Erfolg

Beispiel Antriebe: Die FIA will an den aktuellen V6-Turbos mit Hybrid festhalten, die aktuellen Weltmeister von Mercedes selbstverständlich auch, die weniger erfolgreichen Teams eher nicht und Bernie Ecclestone schon mal gar nicht. "Ich denke, wir könnten einige Teams mit anderen Motoren fahren lassen, die viel günstiger sind - bei gleicher Performance. Für die Hersteller kann ruhig alles bleiben wie es ist", lautet sein Vorschlag. Hersteller blieben beim V6-Turbo, Privatteams könnten V8-Sauger mit Hybrid nutzen.

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"Wer heute Achter ist, wird auch dann Achter sein. Das klingt vielleicht nicht nett, ist aber so. Wenn man einigen Teams heute einen Mercedes und deren Antrieb geben würde, würden sie immer noch dort herumfahren - vielleicht höchstens ein ganz wenig besser", meint Ecclestone. Von einer Zweiklassen-Gesellschaft könne in diesem Fall nicht die Rede sein, denn man habe jederzeit die Möglichkeit, die verschiedenen Aggregate auf gleiches Leistungsniveau zu bringen.

Wie schwierig die Situation in der Strategiegruppe, die ihre Vereinbarungen anschließend der Formel-1-Kommission zur Verabschiedung gibt, derzeit ist, macht Ecclestone an einem weiteren Beispiel deutlich: "Wir hatten uns auf fünf Aggregate pro Saison geeinigt. In den Regeln stehen vier. Jetzt meinen einige, wir sollten doch bei vier Antrieben bleiben. Die Hersteller wollen nicht mehr Antriebe liefern, ohne dafür mehr Geld zu bekommen. Das wiederum können sich die Kunden nicht leisten."

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