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Michelin für Formel-1-Rückkehr bereit

Michelin ist an einem Comeback in der Formel 1 interessiert und dafür bereit - Die Franzosen wollen aber Performance und Entwicklung und keine "Show-Reifen"

(Motorsport-Total.com) - Michelin könnte in Zukunft in die Formel 1 zurückkehren, wenn der Vertrag mit Pirelli Ende 2016 ausläuft. Der französische Reifenhersteller zog sich Ende 2006 aus der Königsklasse zurück, weil damals beschlossen wurde, dass es ab 2008 nur noch einen Ausrüster geben sollte. Zunächst übernahm Bridgestone diese Rolle. Seit 2011 stattet Pirelli die Formel 1 mit dem "schwarzen Gold" aus. Im Frühjahr des kommenden Jahres wird es eine neue Ausschreibung geben. Offenbar will sich Michelin daran beteiligen.

Michelin

Michelin will ab 2017 in die Formel 1 zurückkehren Zoom

"Warum nicht? Wir sind für eine Rückkehr offen, aber es muss bestimmte Voraussetzungen geben", wird Michelin-Motorsportdirektor Pascal Couasnon von 'Autosprint' zitiert. "Die Formel 1 muss das Technische Reglement verändern. Die Reifen müssen wieder ein technisches Objekt werden und nicht ein Werkzeug für eine spektakuläre Show." Michelin sieht den Rennsport als Entwicklungsfeld an.

Die Franzosen sind derzeit in der Langstrecken-WM, in der Rallye-WM und in der Formel E aktiv, dazu in kleineren Serien. Außerdem kehrt Michelin ab 2016 auch in die MotoGP zurück. In all diesen Serien wird die Entwicklung ausgelotet. Das soll in Zukunft auch wieder in der Formel 1 der Fall sein. Als Pirelli in die Königsklasse kam, wurde verlangt, dass die Reifen rasch abbauen, um unterschiedliche Strategien und Überholmanöver zu ermöglichen. Böse Zungen sprechen von "Show-Reifen".

Michelin stellt Bedingungen

Michelin würde sich nicht wie Pirelli auf einen derartigen Vertrag einlassen, sondern will Entwicklung und Performance forcieren: "Michelin hat einige präzise Voraussetzungen für eine Formel-1-Rückkehr deponiert", betont Couasnon. "Wir wollen 18-Zoll-Reifen, die wir bereits in der Formel E und bald in anderen Serien einsetzen werden." In der Formel-Renault 3,5 will Michelin diese Reifen in absehbarer Zukunft verwenden.


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Laut Couasnon liegt die Entscheidung bei der Formel 1, ob dieser Weg in Zukunft gewünscht wird: "Wenn die Formel 1 unsere Vorschläge in Erwägung zieht, dann sind wir bereit und haben einen starken Willen für eine Rückkehr. Sollten die Dinge so bleiben wie sie jetzt sind, dann haben wir kein Interesse. Bei der nächsten Ausschreibung werden wir unseren Antrag einreichen, warum auch nicht? Dann liegt es an Ecclestone oder der FIA, ob sie es akzeptieren oder nicht."

Kein Veto gegen Reifenmonopol

Als sich Michelin Ende 2006 nach fünf Jahren aus der Formel 1 zurückzog, beharrte man auf einem Reifenkrieg. Mittlerweile hat sich diese Ansicht geändert. Auch in der MotoGP ist nur ein Reifenhersteller vorgeschrieben. In der WEC und in der WRC fahren alle Werksteams mit Michelin, also ist es praktisch auch ein Monopol. Nun ist man offen, sich als Einheitsausrüster zu engagieren.

"Heutzutage können Formel-1-Fahrer ihr Talent nicht zeigen, weil es ihnen die Reifen nicht erlauben." Pascal Couasnon

Aber auch ohne Reifenkrieg hält Michelin am Entwicklungsrennen fest: "Reifen sollten eine stabile Performance und stabile Griplevel bieten", betont Couasnon. "Es ist nicht normal, dass Fahrer nach einigen Runden sagen: 'Ich muss langsamer machen, sonst halten meine Reifen nicht.' Das sollte nicht passieren. Heutzutage können Formel-1-Fahrer ihr Talent nicht zeigen, weil es ihnen die Reifen nicht erlauben."

"Das passiert, wenn es nur einen Reifenhersteller gibt und es keine Motivation gibt, sich zu verbessern. Das nennt man Mittelmäßigkeit und nicht Technologie. Wenn es stattdessen ein technisch interessantes Regelbuch gibt, dann muss man sein bestmögliches Produkt entwickeln, selbst wenn man der einzige Hersteller ist", meint Couasnon. Michelin war zwischen 1977 und 1984 in der Formel 1 aktiv und führte den Radialreifen ein. Anschließend gab es zwischen 2001 und 2006 ein zweites Gastspiel.

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