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Schumacher: Beeindruckende Analyse seiner Fahrkunst

Ein Fachmagazin verglich die Telemetriedaten von Schumacher und Barrichello und enthüllte dabei beeindruckende Fakten

(Motorsport-Total.com) - Über die letzten Jahre hinweg hat Michael Schumacher seine Ausnahmestellung in der Formel 1 immer wieder unter Beweis gestellt. Der Ferrari-Pilot gehört zu den besten Formel-1-Fahrern aller Zeiten und das nicht ohne Grund, wie das Fachmagazin 'F1 Racing' jetzt in einer einmaligen Analyse aufzeigen konnte. Dabei konnte man anhand von Telemetriedaten des italienischen Formel-1-Teams zeigen, wie der Deutsche unglaublich feinfühlig und flexibel mit Gas- und Bremspedal umgeht.

Michael Schumacher (Ferrari)

Michael Schumacher hat einen anderen Fahrstil als Rubens Barrichello Zoom

Besonders beeindruckend ist der Vergleich anhand der Daten der 180-Kehre in Suzuka, einer Strecke, auf der Michael Schumacher immer wieder über sich hinauswächst. Grundsätzlich wirkt Rubens Barrichellos Fahrstil im Vergleich zu jenem von Schumacher auf den Telemetriedaten "einfach" - dabei ist "Rubinho" nun wirklich kein schlechter Fahrer. Der Brasilianer steigt vor der Kurve 15 Meter früher auf die Bremse und gibt vor allem entweder Gas oder bremst. Beim Weltmeister sieht das ganz anders aus.

Michael Schumacher bleibt deutlich länger voll auf dem Gas stehen als Barrichello, dafür beginnt er jedoch vor dem eigentlichen "richtigen" Bremsmanöver für die Haarnadelkurve das Auto mit einem Einsatz der Bremse von nur fünf Prozent zu stabilisieren. In der Kurve selbst geht Barrichello voll vom Gas, Schumacher gibt jedoch stetig Gas und "spielt" mit Bremse und Gas, um das Auto möglichst schnell und stabil um die Kurve zu bekommen.

Selbst im Ausgang der Kurve nutzt Michael Schumacher die Bremse. Während Rubens Barrichello versucht, das Auto durch Wegnahme von Gas am Ausbrechen zu hindern, gibt der Deutsche wesentlich mehr Gas und tariert seinen Ferrari mit leichtem Bremsen aus. Alleine in dieser Kurve ist der Champion 25 Stundenkilometer schneller unterwegs als Barrichello, der 0,3 Sekunden verliert.

Neben der Tatsache, dass Rubens Barrichello entweder bremst oder Gas gibt und Michael Schumacher im Gegensatz dazu recht häufig beide Pedale parallel nutzt, fällt ein weiterer Unterschied auf. So bremst Schumacher meistens später eine Kurve an und stabilisiert das Auto, in dem er weiterhin leicht Gas gibt, was auf den ersten Blick kontraproduktiv wirkt, aber dafür sorgt, dass Schumacher später bremsen kann, ohne die Kontrolle über sein Auto zu verlieren und sauber einlenken kann.

Während Rubens Barrichello eine Kurve fast "linear" anbremst, sprich zunächst starken Druck auf das Bremspedal aufbaut und diesen dann kontinuierlich absenkt, um ein Blockieren der Vorderräder zu vermeiden, reduziert Schumacher im Bremsmanöver kurz den Bremsdruck, um den Rädern wieder mehr Haftung zu verleihen. So fährt Schumacher in die Haarnadelkurve von Montreal mit 15 Stundenkilometer mehr ein als Barrichello. Und während Schumacher vor dem Scheitelpunkt fünf Meter überhaupt kein Gas gibt, sind es beim Brasilianer zehn Meter.

Doch nicht alles ist Gold was glänzt. So beansprucht Michael Schumacher mit seiner Fahrweise das Material stärker als Barrichello. Die Vorderreifen werden stärker belastet, weil Schumacher stärker bremst und schneller in die Kurven hineinfährt. Dies bewirkte in einigen vergangenen Rennen, dass der Kerpener nicht mit der weicheren Reifenmischung fahren konnte, Rubens Barrichello hingegen schon.

Auch die Bremsen und der Motor werden stärker belastet, weil Schumacher gleichzeitig bremst und Gas gibt. Und auch der Benzinverbrauch dürfte bei Schumacher durch diese Tatsache höher sein als beim Brasilianer. Doch wenn es einmal hart auf hart kommt, wie in Montreal, als die Bremsen über ihrem Limit waren, kann Michael Schumacher seinen Fahrstil komplett umstellen und die Bremsen dadurch schonen. Das macht eben einen echten Weltmeister aus.

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