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Sauber vor 2016 gewarnt: "Der Kampf wird härter"

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn gibt sich zufrieden mit der laufenden Saison und erwartet für 2016 einen harten Kampf um die Punkte

(Motorsport-Total.com) - Nach der enttäuschenden Saison 2014, in der man ohne einen einzigen Zähler geblieben war, ging es für das Sauber-Team in diesem Jahr wieder bergauf. Zwar ist Rang acht nicht unbedingt das Wunschergebnis der Schweizer, doch mit 36 Punkten ist der Aufwärtstrend klar erkennbar: "Im Großen und Ganzen bin ich glücklich über die Saison, weil wir in vielerlei Hinsicht wieder dorthin gekommen sind, wo wir normalerweise sind", erklärt Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn sieht ein schwieriges Jahr auf Sauber zukommen Zoom

Im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi am übernächsten Wochenende gilt es, Platz acht ins Ziel zu retten. Toro Rosso liegt mit 67 Zählern so gut wie uneinholbar vorne, doch mit einem guten Ergebnis kann McLaren (27 Punkte) theoretisch noch vorbeiziehen. "Man sollte niemals jemanden abschreiben", sieht die Österreicherin noch nichts in trockenen Tüchern. "Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, was passieren kann, wenn die Dinge in einem Rennen schieflaufen und wo man dann steht."

Kaltenborn spricht damit vor allem den Monaco-Grand-Prix 2014 an, als Adrian Sutil und Esteban Gutierrez eine gute Punktemöglichkeit durch eigene Fehler wegwarfen. Nutznießer damals war das Marussia-Team, das durch Jules Bianchi die einzigen Zähler der Teamgeschichte holen konnte, was genügte, um in der WM am Ende vor Sauber zu stehen und wichtige Millionenprämien zu kassieren. Doch die Zeit will man in Hinwil am liebsten vergessen.

Alle Augen sind auf die Zukunft gerichtet, wo man im kommenden Jahr wieder regelmäßig in die Punkteränge fahren möchte. Doch das, so Kaltenborn, könnte zu einer noch größeren Herausforderung als 2015 werden, denn die Konkurrenz sollte viel härter werden. Einerseits dürfte McLaren-Honda nach der Enttäuschung in dieser Saison wieder weiter vorne mitfahren, zum anderen droht auch von weiter hinten Gefahr.

"Manor kommt mit einer neuen Verbindung, zudem kommt ein neues Team in den Sport, das ebenfalls eine umfangreiche Kooperation mit einem anderen Rennstall hat", sagt die Teamchefin und meint damit natürlich das Haas-Team, das wie Sauber eine Verbindung zu Ferrari aufgebaut hat. "Es wird ziemlich schwierig werden. Wenn man Punkte erzielen will, muss man das schon aus eigener Kraft schaffen, weil ziemlich viel passieren muss, wenn man einfach da ist und Punkte dafür bekommt."


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Für den erneuten Aufschwung 2016 sieht sie vor allem zwei Dinge als Faustpfand an. Zum einen wäre da Mark Smith, der seit dem Sommer als neuer Technischer Direktor an Bord ist. "Mark hat eine Menge Erfahrung, speziell in einer Situation mit vielen Einschränkungen. Er geht die Sache ruhig und mit klarem Kopf an. Er hat konkrete Visionen, die er Schritt für Schritt einbringt", lobt Kaltenborn seine Arbeit. "Er besitzt die komplette Unterstützung des Teams und seiner Leute, und ich bin sicher, dass wir viele seiner Wege sehen werden und noch effizienter sein werden."

Als zweites Plus sieht man den Ferrari-Motor, der laut dem Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzenden Niki Lauda bereits auf Augenhöhe mit dem führenden Triebwerk der Silberpfeile sein soll. Zwar will Kaltenborn das nicht so sagen, doch auch sie hat gute Fortschritte beim Antrieb bemerkt. "Sie haben einen sehr guten Job gemacht, und ich habe gute Gründe zu glauben, dass sie einen weiteren Schritt machen werden", sagt sie, betont aber: "Man darf kein Wunder erwarten, weil die Lücke einfach so groß war."