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Regeländerungen sorgen für nervösere Autos

Das Verbot der vom Auspuff angeströmten Diffusoren hat für weniger Grip an der Hinterachse und nervösere Autos gesorgt - In langsamen Kurven fehlt Anpressdruck

(Motorsport-Total.com) - Die Regeländerungen für diese Saison haben einige kleine, aber entscheidende Veränderungen gebracht. Da die Auspuffgase nicht mehr in den Diffusor münden dürfen, klingen die Boliden anders, da die Motormappings überarbeitet wurden. Das Verbot dieses aerodynamischen Hilfsmittels ändert auch die Straßenlage der Boliden stark. Da nun weniger Grip an der Hinterachse vorhanden ist, bewegen sich die Autos deutlich mehr als im Vorjahr, was auch optisch am Fahrverhalten zu erkennen ist. Das variiert natürlich stark von Team zu Team und von Fahrer zu Fahrer.

Jenson Button

Speziell in langsamen Kurven fehlt der Grip der Auspuffgase im Diffusor

Pirelli hat die Auflagefläche der Hinterreifen etwas vergrößert, um dem Gripverlust entgegenzuwirken. Das sorgt für mehr Traktion. "Das Qualifying war nicht unbedingt noch toller als im vergangenen Jahr, aber es stimmt: Die Autos bewegen sich jetzt etwas mehr", sagt McLaren-Pilot Jenson Button. "Das betrifft mehr die langsameren Kurven. Im Vergleich zum vergangenen Jahr fehlen einfach die Auspuffgase, die 2011 noch auf den Diffusor geleitet wurden."

"Für jeden von uns ist der große Unterschied spürbar, wenn er aufs Gas geht. Man sieht es: Es gibt mehr Dreher und auch mehr durchdrehende Räder. Das macht es schwierig, die Reifen zu schonen. In schnellen Passagen gibt es in meinen Augen kaum einen Unterschied zum vergangenen Jahr. Ja, wir haben an Abtrieb verloren, aber eben hauptsächlich in den langsamen Ecken."


Fotos: Großer Preis von Australien, Samstag


Das drückt sich auch in der Rundenzeit aus. Stand Sebastian Vettel (Red Bull) im Vorjahr mit einer Runde in 1:23.529 Minuten auf dem besten Startplatz, so reichten Lewis Hamilton (McLaren) diesmal 1:24,922 Minuten für die Pole-Position. Der Brite ist nicht der Meinung, dass sich das Fahrverhalten durch den Verbot der angeströmten Diffusoren stark verändert hat.

"Ich finde nicht, dass sich die Autos zu sehr bewegen. Im Prinzip verhält sich das Fahrzeug genau wie 2011", sagt der Weltmeister von 2008. "Wenn ich in meinem Wagen mehr herumrutschen wollte, würde ich in die Rallye-WM wechseln. Mir geht es nur darum, mehr Grip zu haben." An den Aussagen erkennt man die unterschiedlichen Fahrstile der beiden McLaren-Piloten. Während Button einen ruhigen Strich pflegt, der an Alain Prost erinnert, kann Hamilton mit einem losen Heck sehr gut leben und bevorzugt generell ein Auto, das sich mehr bewegt.