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Pirelli: Zusätzlicher Quali-Reifensatz kostet Teams 500.000 Euro

Wie Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery auf Jean Todts Idee reagiert, für Q3 einen zusätzlichen Reifensatz zu liefern, und was der Sport seiner Meinung nach braucht

(Motorsport-Total.com) - Müsste Pirelli in Zukunft für den dritten Abschnitt des Qualifyings einen zusätzlichen Reifensatz liefern, dann würde das pro Team 500.000 Euro kosten. Das hat Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery 'Motorsport-Total.com' verraten. FIA-Präsident Jean Todt hatte diesen Vorschlag gemacht, um zu verhindern, dass die Zuschauer in den Schlussminuten des Qualifyings auf eine leere Strecke blicken, weil den Teams nicht genügend Pneus zur Verfügung stehen. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone meinte daraufhin, dass die Rennställe dies aus eigener Kasse bezahlen müssten.

Sebastian Vettel © xpbimages.com
Mehr Reifen für mehr Action in Q3? Die Teams müssten dafür bezahlen

"Es wird ungefährt eine halbe Million Euro kosten, einen zusätzlichen Satz zur Verfügung zu stellen - für jedes Team. Ohne die Kosten für die Logistik", erklärt Hembery. Noch sei Pirelli aber nicht angewiesen worden, dem Vorschlag Todts nachzukommen. Das hat vermutlich damit zu tun, dass die Teams am Donnerstag zunächst über ein neues Qualifying-Format mit zwei Rundenzeiten abstimmen müssen.

"Wenn dann mehr Reifen geliefert werden müssen, dann sehen wir uns das an", zeigt sich Hembery aufgeschlossen gegenüber Änderungen. Zumal der Aufwand für Q3 gar nicht so groß wäre, denn "14 Autos nehmen daran gar nicht teil."


Fotostrecke: Formel-1-Qualifying: Modus im Wandel der Zeit

Er selbst ist aber gar nicht so sicher, ob es überhaupt klug ist, am Qualifying-Format Hand anzulegen. "Vielleicht wäre ein Sprintrennen etwas, was das Produkt aufwerten würde", schlägt er vor. "Wir brauchen etwas, was wir dem Publikum verkaufen können, was die Kunden - also die Streckenbetreiber und die TV-Anstalten - wollen."

Man müsse auf die veränderte Mediennutzung unserer Zeit eingehen und kurzweiligere Unterhaltung bieten: "Die TV-Zuschauer haben heute mehr Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten. Sie wollen schnelle Befriedigung. Schon 90 Minuten Fußball sind hart an der Grenze, was die Konzentration betrifft."