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  • 28.03.2014 · 12:33

  • von Dominik Sharaf

Pirelli befürchtet: Teams haben bald wieder Zeit für Reifen

Paul Hembery ist mit den Pneus für die Saison 2014 wegen ihrer verbesserten Haltbarkeit zufrieden, sieht das Thema aber wieder in den Fokus rücken

(Motorsport-Total.com) - In der Vergangenheit arbeitete Pirelli oft nur gegen die massive Kritik der Teams an, mittlerweile haben die Italiener als Reifenzulieferer eigene Ziele. Nach dem Saisonauftakt in Australien zeigt sich Paul Hembery zufrieden mit den ersten Resultaten, die er und seine Techniker im Winter erzielt haben. Allen voran sind die neuen Mischungen mit Blick auf die zusätzliche Herausforderung durch die revolutionären Motoren deutlich haltbarer geworden, was Pirelli explizit so angekündigt hatte.

Paul Hembery

Paul Hembery ist weniger gefragt als noch vor einem Jahr - vorerst jedenfalls Zoom

Hembery sieht den Grund dafür allen voran in einem im Vergleich zu 2013 deutlich geringerem Abbauen der Pneus. "Sonst wäre das nicht zu machen gewesen", bemerkt der Brite und spricht auch die Problematik der so genannten "Marbles" an. Dieser kleinteilige, kugelförmige Gummiabrieb färbte den Asphalt in der Vergangenheit oft schwarz und sorgte für Rutschpartien neben der Ideallinie: "Wir versuchen jetzt weniger auf der Strecke zu verteilen", so Hembery. "Gerade in der ersten Session eines jeden Wochenendes war das immer ein Debakel."

An der grundlegenden Ausrichtung, die die Auswahl der Mischungen aus dem Pirelli-Regal für einen bestimmten Grand Prix beeinflusst, hat sich nichts getan. Das Lastenheft entspricht dem von 2013: "Der Input von den Teams und dem Promoter hat sich nicht wirklich verändert. Sie wollen Rennen mit zwei, in manchen Fällen auch mit drei Stopps."

In Melbourne war der erste Fall gegeben, in Malaysias Hitze könnte es zu einem zusätzlichen Halt an der Box kommen. Hembery glaubt, dass die Formel-1-Ingenieure den Pneus künftig wieder mehr Aufmerksamkeit schenken, sobald sie die Zuverlässigkeitsprobleme ihrer Boliden in den Griff bekommen haben. "Wir müssen verstehen, was die richtige Kombination aus Reifen und Auto ist", meint der Sportchef. "Jetzt beginnen die Teams, an der richtigen Taktik zu arbeiten."