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Panis kritisiert Regeln: "Hat der Kerl etwas geraucht?"

Olivier Panis übt trotz der Euphorie nach dem China-Grand-Prix heftige Kritik am verstellbaren Heckflügel und fordert Änderungen an den Strecken

(Motorsport-Total.com) - Nach einem eher ambivalenten Auftakt war die Begeisterung über das neue Formel-1-Reglement nach dem Grand Prix von China groß. Die Reifen sorgten für unterschiedliche Strategien und der verstellbare Heckflügel erlaubte eine Vielzahl von Überholmanövern, ohne diese zu einfach zu machen.

Olivier Panis

Olivier Panis kann dem verstellbaren Heckflügel nichts abgewinnen

Doch nach wie vor gibt es vereinzelt Kritiker des Systems, durch das der Verfolger in einer begrenzten Überholzone auf einer Geraden durch einen flacher gestellten Heckflügel mit Geschwindigkeits-Überschuss einen Vorteil im Zweikampf genießt. "Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen trifft", lässt Olivier Panis gegenüber 'GPUpdate.net' kein gutes Haar am Reglement und stichelt: "Vielleicht hat der Kerl vorher etwas geraucht. Ich glaube nicht, dass die Formel 1 so etwas benötigt."

Mehr Haarnadeln vor den Geraden

Panis ist der Meinung, dass man sich dem Überholproblem in der Formel 1 von der falschen Seite nähert: "Ganz ehrlich: Wenn man Überholmanöver wie in China haben will, dann muss man das durch die Strecke erreichen. Wenn es vor der langen Geraden eine Haarnadel-Kurve gibt, dann gibt es sicher Überholmanöver."

Er verweist auf den Auftakt in Australien, wo sich die Anzahl der Überholmanöver trotz der Überholhilfen in Grenzen hielt: "In Melbourne hatten wir nicht viele Überholmanöver. Aber dann in China gab es sie - weil es diese Haarnadel und die sehr lange Gerade gibt und es in dieser Kurve vor der Geraden sehr einfach ist, einem anderen Auto zu folgen."

Verstellbarer Heckflügel gefährlich?

Interessanterweise erreichen die Piloten in der Kurve 13, auf die Panis anspielt, Geschwindigkeiten von ungefähr 200 km/h - von einer wirklichen Haarnadel kann also nicht die Rede sein. Der 44-Jährige ist jedenfalls der Meinung, dass man die Strecken umgestalten sollte: "Darüber sollten wir nachdenken. Wir brauchen nicht allgemein mehr Haarnadeln, aber vor langen Geraden - das ist alles."

Ihn stört es, dass sich der Fahrer durch die vielen Zusatzsysteme, die er bedienen muss, nicht mehr voll auf das Rennfahren konzentrieren kann: "Der Fahrer muss am Lenkrad zu viele Dinge tun. Verglichen mit der Vergangenheit ist es jetzt viel gefährlicher und ich habe bei dieser Philosophie kein gutes Gefühl. Zuerst muss er den Gang wechseln... und auch, wenn eines der Systeme nicht funktioniert, dann wird es ziemlich gefährlich. Vor allem in Hochgeschwindigkeits-Kurven."