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Mercedes: VW-Einstieg wäre "großer Gewinn für Formel 1"

Mercedes würde auch gerne in der Formel 1 gegen den VW-Konzern antreten und kämpft weiterhin für eine funktionierende Ressourcenrestriktion

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte um einen möglichen Formel-1-Einstieg des VW-Konzerns. Zunächst stellte man klare Forderungen, dass man nur bei einem entsprechenden Motoren-Reglement bereit sei, den Schritt zu wagen. Als für die Zeit ab 2014 tatsächlich ein Wechsel auf kleine V6-Turbomotoren mit weniger Hubraum fixiert wurde, biss VW nicht wie erhofft an.

Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef), Bernie Ecclestone (Formel-1-Chef)

Norbert Haug und Bernie Ecclestone hoffen auf einen Herstellerzuwachs

Doch vor einigen Wochen kochten die Spekulationen wieder hoch, VW hätte großes Interesse an der Formel 1. Auslöser war, dass der Motorsport-Verantwortliche Wolfgang Dürrheimer der Konzernleitung ein Konzept für einen Einstieg in die Königsklasse unterbreiten möchte. Dort gibt es aber mächtige Gegner.

Haug und Brawn wünschen sich VW-Einstieg

In der Formel 1 würde man sich dennoch über einen VW-Einstieg freuen. Die Deutschen, die mit den Marken Audi und in Zukunft auch Porsche auf Le Mans setzen, wären der erste Konzern, der dem neuen Motorenreglement Rechnung trägt und sich zu einem Engagement entschließt. "Natürlich würden wir VW willkommen heißen", stellt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug klar, dass er gerne auch in der Formel 1 gegen seine DTM-Rivalen antreten würde. "Konkurrenz ist immer gut und ein neuer Hersteller wäre sehr positiv."

"Die Formel 1 gewinnt mit jedem zusätzlichen Hersteller an Gewicht." Ross Brawn

Auch für Haugs Kollegen Ross Brawn - Teamchef von Mercedes - ist klar: "Die Formel 1 gewinnt mit jedem zusätzlichen Hersteller an Gewicht. In der Formel 1 geht es natürlich um die Fahrer, und wir haben sechs Weltmeister am Start - ihre Aussichten sind sehr unterschiedlich, was auf ihre Autos zurückzuführen ist. Aber genau hier können die Hersteller einen Beitrag leisten - und das macht die Formel 1 so speziell." Er schmiert VW Honig ums Maul: "In Anbetracht der Bedeutung von Volkswagen wäre das natürlich ein großer Gewinn für die Formel 1. Wir würden sie natürlich willkommen heißen."

Mercedes kämpft um RRA


Fotos: Großer Preis von Australien


Doch derzeit herrscht bei den Teams keine Einigkeit, wie man die Kosten regulieren kann. Das von der Teamvereinigung FOTA ins Leben gerufene Ressourcen-Restriktions-Abkommen RRA soll zwar verhindern, dass in der Formel 1 die Kosten explodieren, Red Bull und Ferrari waren aber mit der Gewichtung nicht glücklich - vor allem das Weltmeister-Team hätte sich gewünscht, dass die Restriktionen nicht nur im Bereich der Aerodynamik greifen, sondern auch bei den Motoren.

Nach HRT tauchten auch Red Bull, Toro Rosso, Ferrari und Sauber beim letzten FOTA-Treffen nicht mehr auf - bis auf das kleine Red-Bull-Team gaben alle offiziell ihren Ausstieg bekannt. Bei Mercedes kämpft man aber weiterhin für das RRA: "Wir würden es uns wünschen, wenn es da Fortschritte gibt", sagt Brawn. "Wir arbeiten mit den Teams und mit der FIA, um in diesem Bereich eine Lösung zu finden. Wenn einmal ein Mechanismus etabliert ist, dann muss man sich über die angemessenen Grenzen Gedanken machen."

Mehr Spannung durch Restriktion?

Der Brite gibt sich in diesem Punkt kompromissbereit: "Das könnte durchaus bedeuten, dass wir die Grenzen über die Jahre verändern und dafür sorgen, dass alles etwas machbarer wird." An einer Ressourcenrestriktion führt aber seiner Meinung nach kein Weg vorbei: "Wir wollen, dass die Ressourcenrestriktion implementiert wird und sind froh darüber, dass das auch von Bernie Ecclestone erkannt wird."

"Eine Ressourcenrestriktion ist für die Zukunft des Sports essentiell." Norbert Haug

Auch Motorsportchef Haug bläst ins gleiche Horn: "Das ist für die Zukunft des Sports essentiell." Zudem hätte eine funktionierende Ressourcenrestriktion laut dem Schwaben auch positive Auswirkungen auf die Spannung: "Dadurch würde der Wettbewerb noch enger werden."

Kostenreduktion auch für Hersteller ein Vorteil

Obwohl das RRA große Teams zwingt, nicht so viel Geld auszugeben und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen, sieht er dadurch keinen Nachteil für ein Herstellerteam wie Mercedes: "Wir sind verglichen mit anderen nicht das Team mit dem größten Budget. Ich bin der Meinung, dass es für einen Hersteller klug und wichtig ist, nicht zu viel Geld auszugeben und dadurch langfristig in der Formel 1 zu bleiben."

Er findet es durchaus beachtlich, was andere Teams mit einem weitaus kleineren Budget auf die Beinstellen: "Ich muss sagen, dass ich sehr viel Respekt vor Teams wie Force India, Sauber und so weiter habe. Sie leisten in Anbetracht ihres Budgets hervorragende Arbeit."

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