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Mercedes-Saison 2013 kostet Daimler 60 Millionen

Bereits 2013 musste Mercedes den Grundstein für die heutigen Erfolge legen, doch das war weniger teuer als von vielen Formel-1-Kritikern befürchtet

(Motorsport-Total.com) - Das Mercedes-Team hat den Grundstein für die derzeitigen Erfolge, die am vergangenen Wochenende in Sotschi mit dem Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gekrönt wurden, bereits im Jahr 2013 gelegt. Dementsprechend wurde die Geschäftsbilanz der Silberpfeile für das vergangene Jahr mit Spannung erwartet. Nun sind die Zahlen beim britischen Handelsregister hinterlegt und öffentlich einzusehen.

Thomas Weber, Nico Rosberg und Dieter Zetsche

Der Daimler-Vorstand freut sich über die aktuellen Erfolge in der Formel 1 Zoom

Die Firma Mercedes-Benz Grand Prix (Chassis) in Brackley gab im Jahr 2013 184 Millionen Britische Pfund (umgerechnet 231 Millionen Euro) aus, Mercedes AMG High Performance Powertrains (Antrieb) in Brixworth 122 Millionen Pfund (152 Millionen Euro). Während in der Fabrik in Brackley die Formel-1-Silberpfeile gebaut werden, befindet sich am Standort Brixworth unter anderem die Entwicklung und Herstellung der Antriebe für Mercedes, McLaren und Force India (Stand 2013).

Unterm Strich bleibt für Mercedes-Benz Grand Prix ein Verlust von umgerechnet 82, für Mercedes AMG High Performance Powertrains ein Gewinn von 24 Millionen Euro stehen (wobei hier zwischenbetriebliche Zahlungen nicht ausgewiesen werden). In Brackley wurde 2013 um 27 Prozent mehr Geld ausgegeben als 2012, in Brixworth nur um fünf Prozent - und das, obwohl 2013 das entscheidende Jahr in der Entwicklung der neuen Antriebstechnologie (V6-Turbo-Hybrid) für die Formel 1 war.

20-facher Return für jeden eingesetzten Euro

An der Daimler AG blieb von den Gesamtkosten nur ein Bruchteil hängen, nämlich ein Betrag von rund 60 Millionen Euro. Dafür bekommt der deutsche Automobilhersteller aber einen enormen globalen Werbegegenwert. Beispiel: Alleine die TV-Präsenz der Marke Mercedes und seiner wichtigsten Partner vom ersten Rennen bis zur Sommerpause 2014 entspricht laut Marktforscher Repucom knapp 1,2 Milliarden Euro.

"Das Refinanzierungsmodell funktioniert." Toto Wolff

"Das Ziel ist, dass der Beitrag von Daimler jedes Jahr kleiner wird", erklärt Mercedes-Sportchef Toto Wolff gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das ultimative Ziel ist, für Daimler kostenneutral zu werden." Und weiter: "Das ist eine wichtige Botschaft, denn man hört all diese verrückten Zahlen, Budgets von 180, 200 Millionen. Aber dann sieht man, was der tatsächliche Beitrag des Mutterkonzerns ist. Das Refinanzierungsmodell funktioniert."

Vor allem dank Sponsoren wie Petronas, BlackBerry und UBS, sowie durch die Beteiligung an den Formel-1-Einnahmen, die von der FOM auch an die Teams verteilt werden. Zwar ist der im Concorde-Agreement verankerte Verteilungsschlüssel öffentlich nicht bekannt, grundsätzlich gilt aber: Je erfolgreicher, desto größer das Stück vom Geldkuchen. Als Weltmeister 2014 wird diese Einnahmequelle für die Silberpfeile erst ab 2015 zur richtigen Goldgrube.

Als Weltmeister fließt noch mehr Geld

"Die Struktur der kommerziellen Vereinbarung, die wir 2012 mit dem Inhaber der kommerziellen Rechte eingegangen sind, bedeutet, dass sich eine verbesserte sportliche Leistung in Form von höheren Einnahmen für die Firma auswirkt", schreibt Wolff im Geschäftsbericht. "Das Management ist außerdem zuversichtlich, dass eine Kombination aus verbesserter Teamleistung und einer Erholung der globalen Wirtschaft in Zukunft zu Wachstum bei Sponsoring- und anderen Einnahmen führen wird."


Nico Rosberg: Sprachlos nach dem Rennen in Sotschi

Der Mercedes-Pilot gibt seine Reaktion auf den Grand Prix von Russland nur mit Mimik und Gestik wieder Weitere Formel-1-Videos

Erfolg führt freilich auch zu gesteigerten Kosten, durch Bonuszahlungen für Fahrer, Mitarbeiter und das Teammanagement. Wolff bestätigt: "Es kostet mehr, Weltmeisterschaften zu gewinnen, aber wenn man es aus Daimlers Perspektive betrachtet, dann sind die Kosten für das, was sie an Gegenwert bekommen, sehr niedrig." Und Erfolg hat noch einen Nebeneffekt: Die hochdotierten Sponsorenverträge, etwa mit Petronas, wurden allesamt verlängert.

1.186 Mitarbeiter an zwei Standorten

2013 hat Mercedes in Brackley 663 Mitarbeiter beschäftigt, mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 93.778 Euro (Topverdiener eingerechnet). In Brixworth kamen 523 Mitarbeiter (Durchschnittsgehalt: 60.562 Euro) dazu. Letztere beschäftigten sich hauptsächlich mit der Entwicklung des neuen V6-Hybrid-Turbomotors, der Mercedes maßgeblich zum Branchenführer in der Formel 1 gemacht hat. Trotz dieses Forschungs- und Entwicklungs-Kraftakts sind die Kosten für Brixworth nur um fünf Prozent gestiegen.

Seit vergangenem Jahr hat Mercedes allerdings noch einmal Personal rekrutiert - von 663 im Jahr 2013 auf inzwischen "über 750", wie Wolff bestätigt. Der Durchschnitt für 2014, der dann auch in der Geschäftsbilanz ausgewiesen werden muss, wird voraussichtlich bei 720 bis 730 Mitarbeitern liegen. Damit betreibt Mercedes unterm Strich sogar weniger finanziellen Aufwand als Red Bull für die beiden WM-Titel der Saison 2013.

Und insbesondere vom Standort Brixworth profitiert nicht nur das Formel-1-Projekt (die drei Kundenteams zahlen geschätzte 50 Millionen Euro für ihre Antriebsdeals), sondern der gesamte Konzern. Die dortigen Spezialisten entwickeln nämlich nicht nur den SLS AMG Coupe Electric Drive, sondern stellen ihr Know-how im Bereich der neuen Antriebstechnologien ihren Kollegen in der Serienproduktion zur Verfügung. Brixworth wird daher auch als Forschungs- und Entwicklungszentrum gesehen.

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