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Mehr Diffusoren, weniger KERS in Schanghai

Renault rückte im dritten Freien Training erstmals mit einem neuen Diffusor aus, dafür waren nur noch drei Autos mit KERS unterwegs

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die FIA diese Woche die umstrittenen Doppeldiffusoren für legal erklärt hatte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz von Brawn, Toyota und Williams nachziehen würde. Die ersten Teams haben dies offenbar schneller geschafft als angenommen, denn schon in Schanghai sind neue Designs zu sehen.

Diffusor von Lewis Hamilton

McLaren-Mercedes fährt in Schanghai mit einem solchen Interimsdiffusor Zoom

Bereits gestern waren die beiden Silberpfeile mit einem zusätzlichen Flap am Ende des Unterbodens ausgestattet, während in der Nacht von gestern auf heute auch an den Renault von Fernando Alonso eine Interimsversion geschraubt wurde. Nelson Piquet muss noch mit dem konventionellen Diffusor fahren. Allerdings handelt es sich bei diesen Modifikationen eher um Schnellschussmaßnahmen - richtige Doppeldecker werden wohl zu Beginn der Europasaison im Mai folgen.#w1#

Gleichzeitig fiel bei Renault endgültig die Entscheidung, an diesem Wochenende auf die neue Hybridtechnologie KERS zu verzichten. Damit sind in Qualifying und Rennen nur noch drei Autos mit KERS unterwegs: Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen und Nick Heidfeld. Robert Kubica ließ das System nach dem gestrigen Feldversuch wieder ausbauen: "Robert wird heute nicht damit fahren", bestätigt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

"Das hat nichts mit dem System selbst zu tun, denn das ist rennreif und hat bisher völlig klaglos funktioniert", sagt er. "Es geht um die Gewichtsverteilung im Auto, die durch KERS verändert wird. Bei Nick können wir die gewünschte Verteilung wegen seines geringeren Gewichts auch mit KERS einstellen, aber bei Robert ist es an der Grenze. Mal geht es, mal nicht. Deswegen haben wir es gestern probiert, aber gerade mit den Gripproblemen, die er hatte, zahlt es sich nicht aus."

Beim Saisonbeginn in Melbourne hatten immerhin noch sieben Autos auf KERS gesetzt, doch neben Renault hat sich zumindest vorübergehend auch Ferrari davon verabschiedet. Offenbar kann der Gewichtsnachteil durch die 82 Zusatz-PS für 6,6 Sekunden pro Runde nicht bei allen komplett kompensiert werden. Das ist eine schwere politische Niederlage für FIA-Präsident Max Mosley, der sich hinter den Kulissen sehr für KERS eingesetzt hat.

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