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  • 17.04.2009 · 18:14

  • von Fabian Hust

Who cares about KERS?

Nachdem einige Teams seit dem Saisonstart auf KERS verzichten, kommen nun weitere Teams zu der Erkenntnis, dass es ohne vielleicht doch besser ist...

(Motorsport-Total.com) - Die Einführung von Systemen zur Rückgewinnung von Energie, kurz KERS genannt, war während der Testfahrten im Winter das Thema schlechthin. Doch mehr und mehr wird deutlich, dass die Vorteile der zusätzlichen Leistung auf Knopfdruck mit Nachteilen durch das zusätzliche Gewicht einhergehen, die teilweise so groß sind, dass die zusätzliche Leistung plötzlich zum Nachteil wird.

KERS

KERS wird bei einigen Autos schon wieder ausgebaut...

Am ersten Tag zum Großen Preis von China baute man nicht nur bei Ferrari KERS wieder aus, sondern auch Ex-Weltmeister Fernando Alonso war im Renault plötzlich ohne unterwegs. Lediglich die beiden BMW Sauber F1 Team Piloten, die McLaren-Mercedes-Fahrer sowie Nelson Piquet im zweiten Renault fuhren mit KERS.#w1#

"Unsere Bewertung vor dem Start des Jahres ergab, dass dies mehr ein strategisches Werkzeug als ein Werkzeug für mehr Leistung ist." Christian Horner

Das Red Bull Racing-Teams verzichtet bisher ganz auf einen Einsatz: "Wir sind damit dieses Jahr bisher noch nicht gefahren", so Teamchef Christian Horner. "Unsere Bewertung vor dem Start des Jahres ergab, dass dies mehr ein strategisches Werkzeug als ein Werkzeug für mehr Leistung ist."

"Wir können sehen, dass es mehr Leistung beim Start gibt, und sicherlich, wenn man im KERS-Auto seine Position verteidigt. Ein schnelles Auto mit KERS ist sehr schwierig zu überholen, so wie wir das mit Mark Webber und Fernando Alonso beim vergangenen Rennen in Malaysia gesehen haben."

"In unseren Augen hat sich das System noch nicht seinen Platz in unserem Auto verdient." Christian Horner

"In unseren Augen hat sich das System noch nicht seinen Platz in unserem Auto verdient. Wir verwenden ein identisches System wie jenes von Renault. Wir haben es während dem Winter ausgiebig getestet und haben eine sehr gute Lösung gefunden, die zuverlässig funktioniert."

"Aber in Bezug auf die ultimative Leistung haben wir nicht das Gefühl, dass das System schon seinen Platz in unserem Auto verdient. Das bedeutet aber nicht, dass wir es in Zukunft nicht einsetzen werden. Wir sind in Bezug auf KERS absolut offen, aber im Moment gibt es kein fixes Datum, wann wir das System einführen."

Nach Aussage des Briten macht der Einsatz von KERS beim Einsatz am Start eines Rennens bis zur ersten Kurve rund zehn Meter aus: "Wenn man sich den Start anschaut, dann kann man die Autos sehen, die damit ausgerüstet sind. Glücklicherweise gibt es weniger von ihnen, andere Teams kommen ganz offensichtlich zu einem ähnlichen Schluss wie wir."

"Strategisch gesehen leistete Fernando in Malaysia im Rennen exzellente Arbeit, indem er einen ganzen Zug an Autos längere Zeit hinter sich gehalten hat. Die Tatsache, dass er ein KER-System an Bord hat, hat ihm natürlich dabei geholfen."

"Bei Robert ist es mehr oder weniger plus-minus Null." Mario Theissen

Im BMW Sauber F1 Team verwendete Robert Kubica am Freitag zum ersten Mal KERS im Rahmen eines Rennwochenendes: "Für ihn ist die ganze Angelegenheit genau am Limit", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Nick hat bei unserem Auto den Vorteil seines Gewichts. Bei Robert ist es mehr oder weniger plus-minus Null, der strategische Vorteil bleibt also."

"Bei den bisher gefahrenen zwei Rennen waren wir nicht überzeugt, dass es ihm helfen würde, aber nun konnten wir einen ganzen Tag lang KERS unter die Lupe nehmen und werde nun eine Entscheidung treffen. Wir sind in der Lage, ihn mit oder ohne innerhalb von ein paar Stunden auf die Strecke zu schicken, wir haben beide Möglichkeiten. Wir werden sehen, was wir tun."

Das McLaren-Mercedes-Teams fährt hingegen seit dem ersten Saisonrennen immer mit dem System: "Wir haben dadurch sehr unterhaltsame Rennen gesehen. Diese wurden womöglich auch durch ein paar andere Zwischenfälle hervor geführt, aber auf der Rennstrecke wurden dadurch großartige Manöver gezeigt", so Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

"Wenn man sich als Fan von Rennen dies anschaut, dann muss man einfach sagen, dass dies fantastisch war. In Malaysia hätte es natürlich ein längeres Rennen geben können. Aber auch das Rennen in Australien war sehr gut, und KERS spielte bei einigen Überholmanövern eine Rolle. Wir sahen einige Manöver, Überholmanöver, Konter, und einige der Jungs im Media-Zentrum sprangen im Verlauf des Rennens auf, was positiv ist. Diese positiven Dinge müssen ebenfalls berücksichtigen."

"Auf der anderen Seite haben die schnellen Autos im Moment KERS nicht an Bord." Norbert Haug

"Auf der anderen Seite haben die schnellen Autos im Moment KERS nicht an Bord, aber sie haben andere Vorteile. Ich muss sagen, dass ich denke, das es für uns mehr eine Hilfe ist. Wir haben ein sehr kompaktes und leichtes System. Diesbezüglich haben unsere Jungs gute Arbeit geleistet, wir können es also verwenden. Und wenn man sich die Sektoren-Zeiten in Malaysia angeschaut hat, dann zeigte der erste Sektor absolut klar, wer KERS auf der Gerade verwenden kann. Hier ist es ziemlich ähnlich."

"Im Rennen ist dies eine andere Geschichte, wenn man es zur richtigen Zeit verwenden kann. Natürlich kann man nicht schnell genug aus der Kurve herauskommen, um in einer Position zum Überholen zu sein. Aber das hilft hoffentlich, so wie dies in den ersten zwei Rennen beim Überholen geholfen hat. Dies sollte eine Strecke sein, auf der KERS mehr hilft, und ich gehe davon aus, dass dies der Grund ist, warum Mario Robert davon überzeugt hat, KERS hier zu verwenden, da es strategisch ein absolutes Plus sein kann."

Die Kunden-Teams von Mercedes, Brawn und Force India verzichten übrigens bisher auf den Einsatz von KERS: "Dies ist vielleicht im Verlauf der Saison eine Option, aber das ist noch nicht endgültig entschieden", so Haug zu diesem Thema.

McLaren-Mercedes selbst weiß noch nicht genau, ob es Rennen gibt, bei denen man darauf verzichten wird: "In Monaco könnte es natürlich eine Diskussion geben. Aber wenn die Balance dort passt und man es sich in Bezug auf das Gewicht erlauben kann, dann sollte es dort ebenfalls in Ordnung sein."

"Im Moment wird ein schwererer Fahrer bestraft, und dies sollte nicht der Fall sei." Mario Theissen

Frage an Mario Theissen: Warum tut sich das Team so schwer, Kubica mit KERS fahren zu lassen? "Durch die neuen Aerodynamik-Regeln und die neuen Reifen haben wir herausgefunden, dass man die Gewichtsverteilung deutlich nach vorn verlagern muss, sogar noch mehr als erwartet. Wir haben eine sehr starke Front mit einem starken Frontflügel und relativ breiten Vorderreifen, und ein schwaches Heck mit einem schmalen Heckflügel und nicht ausreichend breiten Reifen. Man muss also Gewicht auf die Vorderachse bringen."

"Dies ist genau der Grund, warum wir den Einsatz von KERS bei Roberts Auto diskutieren. Das Ziel ist es, die gewünschte Gewichtsverteilung zu erzielen, das gewünschte Gewicht an der Front, und dies ist nun der limitierende Faktor. Ich weiß, dass Diskussionen im Gange sind, um dieses Problem im Hinblick auf die kommende Saison zu reduzieren, was gut ist. Im Moment wird ein schwererer Fahrer bestraft, und dies sollte nicht der Fall sei."

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