powered by Motorsport.com
  • 08.11.2014 · 23:30

McLaren entmachtet Aerodynamikchef: 2015 beginnt

McLaren stellt Aerodynamikchef Doug McKiernan frei: Peter Prodromou soll den Aufschwung bringen - Erste Fortschritte durch Ex-Red-Bull-Mann schon spürbar

(Motorsport-Total.com) - Die grundlegenden Umstrukturierungen im Lager von McLaren gehen weiter. Die Briten, die ab dem kommenden Jahr gemeinsam mit Honda wieder an glorreiche Zeiten anknüpfen wollen, haben ihren bisherigen Aerodynamikchef Doug McKiernan mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der erfahrene Techniker hätte das Team ohnehin zum Ende des Jahres verlassen müssen. Ex-Red-Bull-Aerodynamikchef Peter Prodromou hat somit das alleinige Sagen in seinem Fachbereich.

Doug McKiernan

Beschäftigt sich nun mit Gartenarbeit oder Angeln: Aerodynamiker Doug McKiernan Zoom

Prodromou, ehemals rechte Hand von Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey, soll McLaren wieder auf die Erfolgsspur bringen. "Wir wollen wieder nach vorn. Aus diesem Grund haben wir sehr talentierte Leute unter Vertrag genommen. Um Dopplungen in den Rollenverteilungen zu vermeiden und die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz zu haben, gibt es Gespräche mit einigen wenigen Personen, die leider in der neuen Struktur keinen Platz mehr haben werden", wird ein Teamsprecher von der 'BBC' zitiert.

Prodromou ist derzeit bei McLaren als Chefingenieur angestellt, soll aber seine Kenntnisse nun wieder in seiner Spezialdisziplin einbringen. Dies hat er in den vergangenen Wochen im Hintergrund ohnehin schon getan, wobei es möglicherweise zu Konflikten mit McKiernan kam. Die Arbeit von Prodromou trägt offenbar erste Früchte. "So viel Grip hatte ich auf weichen Reifen noch nie", freute sich beispielsweise Kevin Magnussen nach dem Qualifying in Brasilien über Verbesserungen am MP4-29.

"Bisher war immer mein Problem, dass ich einen schlechten Kurvenausgang hatte, wenn das Auto im Eingang einer Ecke instabil lag. Hier ist das nicht der Fall. Das leichte Übersteuern hat keine Auswirkungen mehr auf den Kurvenausgang - es funktioniert. Damit komme ich zurecht", sagt Jenson Button, der plötzlich deutlich weniger über eine mangelnde Balance seines Fahrzeuges klagt. Die ersten Schritte sind also geschafft. Ein großes Update aus der Feder von Prodromou soll in Abu Dhabi folgen.

Mit neuen Teilen will man Erkenntnisse für 2015 sammeln und bestenfalls Ferrari in der WM noch abfangen. Die Italiener haben 49 Punkte Vorsprung, aber waren im Qualifying in Interlagos langsamer. "Es ist gut, dass wir vor Ferrari stehen, aber deren Vorsprung in der WM ist deutlich. Wir müssen alles richtig machen, bei denen muss etwas schiefgehen", meint Magnussen mit Blick auf die Situation in der Konstrukteursmeisterschaft.

"Schauen wir mal, wie viele Punkte wir in den kommenden zwei Rennen auf sie gutmachen können. Am Ende sehen wir dann, was es gebracht hat", formuliert Button seine Hoffnungen vorsichtig. Dem Briten ist klar: Verbesserungen müssen dringend von McLaren kommen, denn der Vorteil durch den Mercedes-Antrieb schmilzt. "Es ist kaum einzuschätzen, wie der Vorteil unseres Antriebs jetzt im Vergleich zu Ferrari und Renault ist. Die Saison ist schon weit fortgeschritten, die anderen haben sich verbessert. Sie sind definitiv deutlich näher gekommen."