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  • 16.04.2011 · 07:24

  • von Christian Nimmervoll & Dieter Rencken

Marussia-Virgin: Wirth gerät unter Druck

Timo Glock hofft auf eine rasche Steigerung seines Marussia-Virgin-Teams, das theoretisch bald erste Umstrukturierungen vornehmen könnte

(Motorsport-Total.com) - Während Lotus näher ans Mittelfeld herangerückt ist und HRT trotz der katastrophalen Saisonvorbereitung drauf und dran ist, die rote Laterne abzugeben, läuft es beim dritten neuen Team, Marussia-Virgin, überhaupt nicht. Der Rennstall von Manor-Boss John Booth hat im Vergleich zum Vorjahr sogar eher Rück- als Fortschritte gemacht.

Nick Wirth

Nick Wirths CFD-Ansatz hat bisher nicht die erhofften Ergebnisse gebracht

Die Verantwortung dafür trägt nicht zuletzt auch Nick Wirth, der mit seiner Firma Wirth Research das Designmandat des Teams erhalten hat. Wirth arbeitet komplett ohne Windkanal und vertraut ausschließlich den Daten seiner CFD-Computer - ein Ansatz, der von Anfang an auf Skepsis gestoßen ist. Die Frage ist nun, wie lange ihm die Verantwortlichen noch Zeit geben, ehe das Projekt für gescheitert erklärt wird.

"Wir alle haben gehofft, dass die Pace besser sein würde", räumt Timo Glock gegenüber 'Autosport' ein. "Wir sind aber eindeutig nicht, wo wir sein sollten." Der Deutsche macht fehlenden Anpressdruck für das Defizit des MVR-02 verantwortlich und setzt große Hoffnungen in das für Istanbul geplante Update. Allerdings erwarten dort auch fast alle anderen Teams Neuerungen, sodass schon ein kleines Wunder passieren müsste, um wirklich eine Veränderung zu bewirken.

"Die Situation ist für das Team nicht gut", ist Glock bewusst. "Wir müssen die Fakten auf den Tisch legen, bestimmte Dinge lösen und versuchen, nach vorne zu schauen. Wir bauen gerade die Infrastruktur auf. Das dauert halt ein bisschen." Außerdem fordert er von seinem Arbeitgeber "mehr erfahrene Leute" in der Technikabteilung: "Wir sind gerade dabei, das zu ändern und für die Zukunft besser zu machen."


Fotos: Marussia-Virgin, Großer Preis von China


Zum Beispiel mit Pat Symonds, der über seine Firma ohnehin schon als Berater an Bord ist und dem Vernehmen nach bald eine operative Rolle übernehmen könnte. Glock hofft, "dass er uns Input und Richtung geben und uns helfen kann. Das dauert. So etwas geht nicht in zwei Monaten oder ein paar Wochen, sondern so etwas braucht Zeit." Allerdings darf Symonds wegen seiner "Crashgate"-Sperre erst ab 2013 wieder eine operative Funktion in der Formel 1 übernehmen.

Nur: Wer kann verhindern, dass Symonds zufällig ein wenig über Formel-1-Design plaudert, wenn er sich privat mit Marussia-Virgin-Verantwortlichen trifft? Vielleicht kann das Team auf diese Weise sogar den MVR-02 hinbiegen, "denn dass Konzept ist nicht schlecht", glaubt Glock: "Das Auto ist fahrbahr, liegt gut in der Balance, aber es hat einfach nicht genug Grip." Seine Hoffnung daher: Kommt Anpressdruck, kommt Rat...

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