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Marchionne deutet an: Alfa Romeo als Ferraris Juniorteam?

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat die Tür für einen Einstieg von Alfa Romeo erneut geöffnet und kann sich ein Juniorteam für Italiener vorstellen

(Motorsport-Total.com) - Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat die Gerüchte um ein Alfa-Romeo-Team in der Formel 1 erneut angeheizt und die Möglichkeit eingeräumt, dass ein solches in naher Zukunft eingesetzt werden könnte, um Nachwuchspiloten für die Scuderia zu rekrutieren - ähnlich wie es Toro Rosso seit 2006 für das Red-Bull-Team tut.

Sergio Marchionne

Sergio Marchionne stellt einen Einstieg von Alfa Romeo in den Raum Zoom

"Es gibt Platz für ein Comeback von Alfa Romeo, möglicherweise in Kooperation mit Ferrari", stellt Marchionne gestern bei einer traditionellen Weihnachtsrunde mit Medienvertretern in den Raum. "Alfa Romeo könnte zu einer tollen Brutstätte für junge italienische Fahrer werden", sagt er und sieht sogar bessere Chancen als bei den Kundenteams wie Sauber oder Haas, wo immer wieder Fahrer geparkt werden.

Mit GP2-Vizemeister Antonio Giovinazzi hat man erst gestern einen vielversprechenden Nachwuchspiloten als dritten Fahrer verpflichtet, dessen Programm für 2017 aber noch unklar ist. "Aber es gibt noch weitere neben ihm, und sie haben Probleme, Platz zu finden", sagt Marchionne. "Alfa Romeo könnte ihnen diesen Platz geben."

Doch das ist noch Zukunftsmusik. "Erst muss Alfa Geld durch die Verkäufe von Giulia und Stelvio machen", sagt der Präsident und verweist auf die Straßenwagen-Sparte, die erst noch laufen muss. Ähnliche Aussagen hatte Marchionne bereits Anfang des Jahres getroffen.

Antonio Giovinazzi

Mit Antonio Giovinazzi hat Ferrari gestern einen Italiener verpflichtet Zoom

Die Verpflichtung von Giovinazzi ist der erste Schritt auf dem Weg zum nächsten Italiener bei Ferrari. Mit Antonio Fuoco besitzt man einen weiteren im Juniorprogramm, der 2017 bei Prema in der GP2-Serie geparkt wird. Von Nachwuchspilot Raffaele Marchiello, der zeitweise als Testpilot bei Sauber eingesetzt wurde, hatte man sich vor der Saison getrennt.

Der letzte Italiener, der für Ferrari in der Formel 1 fuhr, war Giancarlo Fisichella, der 2009 fünf Grands Prix als Ersatz des glücklosen Landsmannes Luca Badoer fuhr - auch dieser war nur Ersatz für den verletzten Felipe Massa. Zuletzt ging die Scuderia 1992 mit einem italienischen Stammpiloten in eine Saison: Ivan Capelli.