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Alfa Romeo: Marchionne gibt Sauber einen Korb

Sergio Marchionne dämpft die Hoffnungen der Sauber-Anhänger nachhaltig: Wenn die Marke aus Turin in die Formel 1 einsteigt, dann im Kreise der Fiat-Chrysler-Familie

(Motorsport-Total.com) - Vor allem die Fans des Sauber-Rennstalls frohlockten ob der Meldung, dass Alfa Romeo das Team übernehmen könne. Konzernchef Sergio Marchionne ist viel daran gelegen, der Marke wieder ein sportlicheres Image zu verpassen, nachdem sie seit dem Rückzug aus der Tourenwagen-Weltmeisterschaft Ende 2005 (Zu unserer WTCC-Rubrik!) nicht mehr im internationalen Motorsport vertreten war. Doch er macht wenig Hoffnung, dass Alfa Romeo an der Seite der Schweizer einsteigen werde.

Alfa Romeo

Das Alfa-Romeo-Logo prangert in dieser Saison auf den Ferrari-Boliden Zoom

"Es gibt sicher andere Alternativen für Alfa, wenn sie wieder ins Rennen einsteigen wollen", gibt der 63-Jährige Sauber einen Korb. Damit sind auch die Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Finanzprobleme, die Sauber aktuell wieder plagen, erst einmal zerschlagen. Stattdessen bevorzugt Marchionne eine interne Lösung: "Es handelt sich um einen sehr engen Cousin von Ferrari und man sollte immer erst innerhalb der Familie nachschauen, bevor man es außerhalb tut."

Damit könnte nun vieles gemeint sein. Im Februar sprach Marchionne bereits von einem eigenständigen Werksteam. Möglich wäre auch ein indirekter Einstieg über Ferrari. Bereits 2015 wollte Red Bull einen Ferrari-Motor in "Alfa Romeo" umetikettieren. Das wäre aber an eine eigenständige Entwicklung gekoppelt gewesen, was wiederum im Rahmen der Regularien nicht möglich ist.


Fotostrecke: Alfa Romeo in der Formel 1

Schließlich bleibt auch noch die Möglichkeit, dass Alfa gar nicht erst kommt, sondern Marchionne mit dem Streuen von Gerüchten einen Marketingeffekt für seine Marke mitnehmen möchte. Dass der Italiener es aber durchaus ernst meint, zeigt die Tatsache, dass Alfa-Romeo-Logos die Ferrari-Boliden in dieser Saison zieren.

Alfa Romeo war in der Formel 1 in mehreren Etappen aktiv: Nach zwei WM-Titeln zu Beginn der damaligen Automobil-Weltmeisterschaft stiegen die Italiener aus, kehrten in den 70er-Jahren als Motorenlieferant und ab 1979 als eigenständiges Werksteam bis 1985 zurück. An die alten Erfolge konnte der italienische Hersteller jedoch nie wieder anknüpfen.