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Manor: Wovon der Einsatz des 2015er-Autos abhängt

Manor wird in Melbourne mit einem überarbeiteten 2014er-Auto starten - Wovon es abhängt, wann man auf das neue Auto wechselt, und welchen Zeitraum man anvisiert

(Motorsport-Total.com) - Für Manor ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Rennstall aus Dillington, der mit Hilfe des Investors Stephen Fitzpatrick die Insolvenz verlassen hat, setzt nun alles daran, beim Saisonauftakt in Melbourne am Start zu stehen. Obwohl das Team bis zur Insolvenz Ende 2014 an einem Boliden für die Saison 2015 gearbeitet hatte, von dem auch Fotos im Internet auftauchten, wird man mit einem überarbeiteten 2014er-Auto nach Melbourne reisen.

Max Chilton

Schritt für Schritt: Manor will im Laufe der Saison sein neues Auto bringen Zoom

Heute versucht man, die neuen Crashtest-Auflagen zu erfüllen, ehe am Freitag die Fracht nach Australien geschickt wird. "Wir werden sehr viel vom 2014er-Auto übernehmen", bestätigt Sportdirektor Graeme Lowdon. "Das Chassis stammt aus dem Jahr 2014, aber mit allen Sicherheits-Updates für 2015." Darunter auch eine neue Nase, die dem aktuellen Reglement entsprechen muss.

Noch ist nicht gewiss, ob der Bolide im Albert Park überhaupt ausrücken wird, aus rechtlichen Gründen ist es aber für das Team wichtig, überhaupt vor Ort zu sein. Und wenn man fährt, dann muss man im Qualifying erst einmal die 107-Prozent-Hürde überstehen.

Schafft man die 107-Prozent-Hürde?

"Die Regel gibt es ja aus gutem Grund, und wir respektieren sie", nimmt Lowdon die Herausforderung an. Auf die Frage, ob er diesbezüglich zuversichtlich sei, zuckt er mit den Schultern: "Wir wissen es einfach nicht. Wenn es ein Problem darstellt, dann wird es unsere erste Aufgabe sein, uns da hinauszumanövrieren."

Die aktuelle Formel 1 präsentierte sich bei den Wintertests um zwei bis drei Sekunden schneller als im Vorjahr - es könnte als eine enge Angelegenheit werden. Investor Fitzpatrick ist diesbezüglich schon zuversichtlicher: "Nach unserem Verständnis ist die Performance-Steigerung bei den Wintertests auch auf die neuen Pirelli-Reifenmischungen zurückzuführen. Die werden auch wir verwenden."

Parallel wird man die Entwicklung des 2015er-Autos vorantreiben, um den nächsten Leistungssprung vorzubereiten. "Sobald wir das 2015er-Paket in der ersten Saisonhälfte einsatzbereit haben, werden wir es auch einsetzen", sagt Fitzpatrick. Lowdon wirft aber ein: "Hätten wir es geschafft, vom ersten Tag an ein konkurrenzfähigeres Paket zu stellen, dann hätten wir es getan, doch das ist nicht der Fall." Will heißen: Der neue Bolide ist noch nicht konkurrenzfähiger als der alte.

Motorenreglement diktiert Wechsel

Es gibt zahlreiche Faktoren, die diesbezüglich ebenfalls eine Rolle spielen, darunter das Reglement, das pro Saison nur vier Antriebseinheiten erlaubt, sonst fasst der Pilot eine Strafe aus. "Der Zeitrahmen, das neue Auto zu bringen, ist derzeit sehr weit", gibt Lowdon zu, dass er sich diesbezüglich selbst noch nicht im Klaren ist. "Das war bislang einfach nicht unser Fokus. Wenn wir von den Überseerennen zurückkommen, dann wird dieser Zeitrahmen enger werden."

Zudem hänge es auch von der Leistung in Melbourne ab: Wenn man an der 107-Prozent-Zeit scheitern sollte, dann wird man die Bemühungen mehr auf das neue Auto verlagern. An dessen Entwicklung wird übrigens auch Designer Michael Perrin beteiligt sein.

Perrin unterstützt Manor

Der Franzose arbeitete in der Vergangenheit bereits für Williams und im Langstreckenbereich, sorgte aber vor allem mit seinen Open-Source-Rennwagen für die Formel 1 und die LMP1-Klasse für Aufsehen. Sein Unternehmen Perrinn Limited befindet sich nur etwas mehr als 100 Kilometer von Manor entfernt.

Abgesehen von Perrin wird das Team zu einem großen Teil der Vorjahresmannschaft von Marussia gleichen. "Wir werden in Melbourne etwas weniger Leute haben, aber es wird kein großer Unterschied sein", verspricht Lowdon. "Ende vergangener Saison hatten wir rund 175 Leute, und das Ziel ist es, diese Zahl wieder zu erreichen, aber das wird etwas Zeit benötigen."

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