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Lopez ärgert sich über Team Lotus

Gerard Lopez ärgert sich über den leidigen Streit zwischen den beiden Lotus-Renault-Teams und übt Kritik an seinem Gegenspieler Tony Fernandes

(Motorsport-Total.com) - Der Streit zwischen den beiden Lotus-Renault-Teams, von denen sich freilich nur jenes von Tony Fernandes auch offiziell so nennen darf, ging heute in die nächste Runde. Denn Fernandes stellte seinen T128 bereits am frühen Morgen über Internet vor, während Genii-Boss Gerard Lopez mit dem R31 erst um 12:30 Uhr nachzog.

Gerard Lopez

Gerard Lopez ist sauer über die Vorgehensweise des Lotus-Teams

Renault betonte dabei das Titelsponsoring durch die Lotus-Gruppe, die sogar im offiziellen Teamlogo größer als der Name des französischen Automobilherstellers vertreten ist. Den Streit um die Verwendung des Namens Lotus (auch laut FIA-Nennliste) hat die Lotus-Gruppe allerdings noch nicht gewonnen. Stattdessen geht der kindische Streit weiter - was Lopez ärgert: "Sehr schade, auch für die Marke. Ich bin nämlich ein großer Fan der Marke."

"Ich habe schon seit Jahren mit der Presse zu tun, nicht nur, aber auch in der Formel 1. Ich mag es nicht, wenn ein Spaten nicht ein Spaten genannt wird", kritisiert er. "Ich erkenne, wenn jemand die Dinge zu seinen Gunsten drehen will. Schade, weil ich das nie getan habe, sondern wir haben immer nur gesagt, dass wir eine Partnerschaft haben und Lotus eine geradlinige Automobilfirma ist. Sie wollen ihre Marke promoten - und es gibt nur einen Automobilhersteller, der Lotus heißt. Alles andere ist Bullshit."

Besonders sauer stößt Lopez auf, dass Fernandes seine Meinung öffentlich kundtut und dafür auch neue Medien wie Twitter verwendet: "Wir lassen uns nicht auf solche Spielchen ein, wer als Erster die Idee mit der schwarz-goldenen Lackierung hatte. Wenn ich auch einen Twitter-Account hätte, dann könnte ich beweisen, dass wir schon im August mit Agenturen über eine schwarz-goldene Lackierung kommuniziert haben", wird der Renault-Eigentümer von 'Adam Cooper's F1 Blog' zitiert.


Fotos: Präsentation des Renault R31


"Auf solche Spielchen wollen wir uns nicht einlassen", unterstreicht Lopez, der neuerdings auch von Clive Chapman und dessen Mutter Hazel unterstützt wird: "Der Chapman-Familie gefällt, was wir tun, denn unterm Strich versuchen wir nicht, irgendein Vermächtnis fortzuführen oder irgendeine Verbindung zu Colin Chapman herzustellen. Das ist ein komplett anderes Team." Das Lotus-Team hatte hingegen sehr wohl versucht, das Chapman-Vermächtnis zu würdigen.

Doch Lopez unterstellt Fernandes und seinen beiden Geschäftspartnern, dass sie nicht wegen ihres Traditionsbewusstseins am Teamnamen Lotus festhalten, sondern weil sie sonst ihre Beteiligung an den Formel-1-Einnahmen verlieren würden: "Das hat nichts mit Leidenschaft oder Colin Chapmans Vermächtnis zu tun", unterstellt er. "Es ist eine Tatsache, dass 1Malaysia all sein FOM-Geld verlieren würde, wenn sie ihren Namen ändern sollten."