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Liberty Media: Teams sollen Formel-1-Anteile von CVC kaufen

Weil CVC mehr Cash aus dem Formel-1-Verkauf an Liberty Media lukrieren möchte, sollen die Formel-1-Teams CVC Anteile abkaufen

(Motorsport-Total.com) - Zwar sind die Verträge bereits unterschrieben und die ersten monetären Tranchen auch schon überwiesen, aber vollzogen ist der Einstieg von Liberty Media in die Formel 1 noch lange nicht. Eine Transaktion dieser Größenordnung (Volumen: 4,4 Milliarden US-Dollar) geht nicht von heute auf morgen über die Bühne, und so sind auch einige Finanzierungsdetails noch nicht hundertprozentig klar.

Chase Carey

Liberty-Manager Chase Carey möchte die Teams an der Formel 1 beteiligen Zoom

CVC Capital Partners, so berichtet das Wirtschaftsmagazin 'Forbes', habe ursprünglich zwei Milliarden Dollar in Cash für seine 38,1 Prozent Anteile an der Formel-1-Holding Delta Topco monetisieren wollen. Im Zuge der Verhandlungen mit Liberty verständigte man sich auf einen monetären Anteil von einer Milliarde Dollar, der dann im Nachhinein noch um weitere 100 Millionen Dollar aufgestockt wurde. Der Rest der 4,4 Milliarden fließt zum Beispiel durch nicht stimmberechtigte Anteile an Unternehmen aus dem Liberty-Imperium an CVC.

Wie 'Forbes' nun berichtet, ist die Cash-Transaktion selbst für einen Medienkonzern wie Liberty kein Selbstläufer. Und um die monetäre Belastung gering zu halten, wurde nach Wegen gesucht, wie man andere Parteien an Bord holen könnte, die Cash an CVC überweisen. Dabei entstand die Idee, den Teams anzubieten, sich einzukaufen. Die Teams würden direkt bei CVC kaufen und somit CVCs unmittelbare Erlöse aus der Formel 1 steigern. Denn mit dem Liberty-Deal ist die Investmentgesellschaft laut 'Forbes' nicht hundertprozentig glücklich.

Die Ironie an der Geschichte: Während Liberty-Eigentümer John Malone laut 'Forbes'-Liste sieben Milliarden Dollar schwer ist, haben die Formel-1-Teams in den vergangenen fünf Jahren laut öffentlich verfügbarer Geschäftsbilanzen 561,6 Millionen Dollar Verlust erwirtschaftet. Nun bittet ausgerechnet Malone die teilweise ohnehin schon angeschlagenen Teams, CVC weiteres Geld in den Rachen zu werfen - für Anteile an der Formel 1, die noch vor einigen Jahren wesentlich günstiger zu haben gewesen wären...