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Lauda reformiert Jaguar-Team weiter

Obwohl Teamchef Niki Lauda an allen Ecken und Ende spart, will man nächste Saison wesentlich bessere Resultate abliefern

(Motorsport-Total.com) - Niki Lauda wacht nicht erst seit seiner offiziellen Verpflichtung als Teamchef des in Milton Keynes beheimateten Jaguar-Rennstalls mit Argusaugen über die Entwicklung des Teams, aber seit der Österreicher die alleinige Verantwortung trägt und sich den Kopf darüber zerbricht wie man die zuletzt lahmende Raubkatze wieder auf Touren bringen kann, herrscht im Team ein anderer Wind.

Niki Lauda

Laudas Plan: Jaguar Racing soll unabhänging und erfolgreich zugleich sein

Seit bekannt wurde, dass Ford auf Grund der angeschlagenen Wirtschaftslage in allen Bereichen den Rotstift ansetzt, was auch Jaguar Racing zu spüren bekommt, sieht sich Lauda mit einem zusätzlichen Problem konfrontiert: Er muss das Team mit weniger zur Verfügung stehenden Mitteln über die Runden bringen und gleichzeitig sicherstellen, dass sich in der dritten Saison Erfolge einstellen.

Hatte man ursprünglich vorgehabt in Gaydon eine neue Fabrik zu errichten und dort die Elektronikfirma Pi und die Motorenschmiede Cosworth mit dem Formel-1-Team unter einem Dach zu vereinen, so liegen derartige Pläne vorerst wieder auf Eis.

"Milton Keynes ist Formel 1-tauglich, wenn wir noch eine Halle dazubekommen", so Laudas Aussage gegenüber den Kollegen von "auto, motor und sport'.

Um Jaguar Racing langfristig vom Mutterkonzern Ford abzunabeln, hatte Lauda bereits in dieser Saison mit dem Motorendeal mit Arrows die Weichen gestellt. Zwar erhält das Team von Tom Walkinshaw die gleichen Aggregate, jedoch muss es dafür auch schätzungsweise 20 - 30 Millionen US-Dollar bezahlen. Diese Summe alleine ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, weshalb der Österreicher in den letzten Wochen auch mitteilte, dass er gedenke durch die PKW-Verkäufe der Marke Jaguar, welche weiter gesteigert werden müssten, zukünftig das Formel-1-Engagement zu finanzieren.

Der 52-Jährige Österreicher ist davon überzeugt, dass man im kommenden Jahr durch das mit Kunden-Motoren ausgerüstete Arrows-Team nicht nur ein wenig die eigenen Kassen auffüllt, sondern auch eine gute Einschätzung in Sachen eigener Leistungsfähigkeit haben wird. Zwar setzt das Team von Tom Walkinshaw auf Bridgestone-Reifen und Jaguar bekanntlich auf Michelin, aber wenigstens hat man mit dem Motor fortan eine Komponente die absolut identisch ist. Darüber hinaus ist Lauda der Meinung, dass dieses Kräftemessen dem Vorankommen im eigenen Team nur dienlich sein kann. Eddie Irvine jedenfalls hat den Ernst der Lage schon erkannt und erklärte, dass man für den Fall, Arrows nicht schlagen zu können, gleich zusammenpacken könne.

So weit wird es aber vermutlich nicht kommen, denn zuletzt ließen die für den Jaguar R3 verantwortlich zeichnenden Jaguar-Mitarbeiter wissen, dass der Nachfolger des R2 aerodynamisch effizienter und um die 25 Kilogramm leichter sein soll.

Die Ausgaben des Teams hält Lauda unterdessen so gering wie möglich. Obwohl man den in Bedford stehenden Windkanal von Arrows kaufte, sowie für die Nutzung des Windkanals von Reynard in Bicester zahlen muss und in Northhampton drei neue Motoren-Prüfstände anschaffte, soll es Lauda gelungen sein 150 Millionen Dollar an Kosten einzusparen.