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Kostenreduzierung: Kommt der Einheits-Unterboden?

In der Debatte um die Kostenersparnis in der Formel 1 macht eine neue Idee die Runde: Der Einheits-Unterboden soll Millionen sparen

(Motorsport-Total.com) - Es scheint wie das Gesetz der Serie, dass man sich im Milliarden-Business Formel 1 immer wieder Gedanken um Kostenersparnis macht. Nach Informationen von 'Auto Motor und Sport' kursiert derzeit die Idee, die Formel-1-Boliden zukünftig mit einem Einheits-Unterboden auszustatten, da die Konstruktion einer individuellen Variante die Teams Millionen kostet. Nebeneffekt: Den könnte man extremer gestalten und will so - wie so häufig - dem Problem der klammen Überholmanöver in der Königsklasse beikommen.

Nico Rosberg

Sehen die Formel-1-Boliden an der Unterseite bald alle gleich aus? Zoom

Zudem bietet das für die Regelhüter die Möglichkeit, die Wagen auf bequeme Art und Weise schneller zu machen. Als Design-Spielwiese bliebe den Ingenieuren der Top-Teams immer noch die Oberfläche der Fahrzeuge. Zusätzlich zu den Seitenkästen, die bereits eine genormte Crashstruktur besitzen, soll dies auch bald an der Front und am Heck des Wagens der Fall sein. Jedoch möchten die Regelmacher im Gegenzug den Ingenieuren beim restlichen Teil der Verkleidung mehr Freiheiten geben, damit es wieder zu interessanteren Fahrzeugformen kommt.

Weniger Windkanalstunden, extremere Form

Ob das angestrebte Sparen, das für die kleinen Teams und damit für das Überleben der Serie notwendig ist, ist jedoch fraglich. Kosten- und zeitaufwändige Windkanalstunden, in denen die Unterseite des Fahrzeugs auf alle möglichen Setup-Varianten getestet wird, sollten entfallen. Doch die Vergangenheit lehrt: Sobald finanzielle Ressourcen bei einem Top-Team frei werden, konzentriert sich die Entwicklungsarbeit für gewöhnlich auf eben jene Areale am Fahrzeug, die noch nicht genormt oder vereinheitlicht sind - und das schluckt wieder Kosten.

Der Einheits-Unterboden soll in der Form einen weit längeren Diffusor für höhere Abtriebswerte bekommen, damit die Formel 1 wieder schneller wird. Glaubt man Langstrecken-Pilot Mark Webber, reichen die fünf Sekunden nicht, die die Rennserie schneller werden will, da die Referenz die Geschwindigkeit der weit schwereren LMP1-Prototypen sei.

Wie auch immer: Durch die Crashstruktur vorne will man dem Frontflügel seine Gesamtbedeutung für die Fahrzeugaerodynamik nehmen und damit das Hinterherfahren in der verwirbelten Luft des Vordermanns für einen Fahrer einfacher gestalten. Damit soll es wieder möglich werden, einen Kontrahenten auszubremsen.

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