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Kopfschutz: Horner drängt auf Kuppel- statt Halo-Lösung

Kuppel statt Halo? Red-Bull-Teamchef Christian Horner kündigt an, dass sein Team in naher Zukunft ein Konzept für einen alternativen Cockpitschutz präsentieren wird

(Motorsport-Total.com) - Kommt der Halo-Cockpitschutz bereits 2017? Der Einführung des optisch gewöhnungsbedürftigen Kopfschutzes steht theoretisch nichts mehr im Weg. Bei Red Bull bevorzugt man allerdings trotzdem weiterhin eine Kuppel, ähnlich wie bei einem Kampfjet. Am Mittwoch stellten die Bullen in London ihre Lackierung für die Saison 2016 vor, und im Rahmen des Events verriet Teamchef Christian Horner: "Red Bull wird einen weiteren Vorschlag für eine Kuppel einreichen."

McLarens Konzeptstudie MP4-X

Red Bull würde ein geschlossenes Cockpit wie in dieser Konzeptstudie bevorzugen Zoom

"Wir glauben, dass das eine sicherere Option ist", begründet Horner diesen Schritt und ergänzt: "Es ist eher eine Kuppel als eine Halo-Vorrichtung. Aber es muss getestet werden, was hoffentlich schnell passieren wird." Denn momentan scheint die Halo-Vorrichtung die Nase vorne zu haben. Red Bull wird sich also beeilen müssen, wenn man das eigene Konzept noch durchdrücken möchte.

Anfang Februar bezeichnete Alex Wurz, Vorsitzender der Fahrergewerkschaft GPDA, die restlichen Schritte bis zur Einführung des Halo-Systems gegenüber 'Motorsport-Total.com' nur noch als "Formalität". Auch Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo geht davon aus, dass die Formel 1 in Zukunft auf das Halo-Konzept setzen wird. Er verrät: "In der GPDA wurde ziemlich viel darüber gesprochen."

Halo-Kopfschutz

Momentan scheint allerdings der Halo-Kopfschutz die Nase vorne zu haben Zoom

"Wir alle können davon profitieren, und niemand möchte einen weiteren Todesfall sehen. Wenn wir das Risiko minimieren können, warum nicht? Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass irgendjemand dagegen ist", so der Australier, der keinen Nachteil an dem Konzept entdecken kann. "Ich denke, dass wir es machen werden. Die Formel 1 hat sich über die Jahre ziemlich verändert", erklärt er.

Auch die Traditionalisten, die sich für komplett offene Cockpits in der Königsklasse aussprechen, versucht Ricciardo zu beruhigen. "2009 sahen die Autos zunächst ziemlich hässlich aus, aber alle haben sich daran gewöhnt, und jetzt sehen sie normal aus", erinnert der Red-Bull-Pilot an die letzte große Regelreform in der Formel 1 nach der Saison 2008 zurück.

Er glaubt, dass sich alle Zuschauer "in ein oder zwei Rennen" an das Halo-Konzept gewöhnen werden. Außerdem verweist er auf die tödlichen Unfälle von Jules Bianchi und Justin Wilson. Niemand wolle weitere Todesfälle erleben. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Halo-System wirklich kommen wird - oder ob sich möglicherweise doch noch Red Bulls angekündigte Kuppellösung durchsetzen wird.