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Källenius statt Zetsche: Keine Bedenken im Mercedes-Team

Dieter Zetsche wird im Mai 2019 als Vorstandsvorsitzender des Daimler-Konzerns abgelöst, doch im Mercedes-Team herrscht deswegen keine Unruhe

(Motorsport-Total.com) - Der Daimler-Konzern hat Ende September einen schon seit Jahren vorbereiteten Führungswechsel an der Unternehmensspitze bekannt gegeben. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche wird im Mai 2019 im Rahmen der Aktionärshauptversammlung sein Mandat niederlegen. Zu seinem Nachfolger wird Ola Källenius bestellt.

Dieter Zetsche und Ola Källenius

Dieter Zetsche übergibt die Führung des Daimler-Konzerns an Ola Källenius Zoom

Der Schwede, verheiratet mit einer Deutschen und Vater von drei Söhnen, gilt genau wie Zetsche als Motorsportfan. Außerdem wird ihm eine hohe Affinität zum Thema Elektromobilität nachgesagt. Er folgt Zetsche nicht nur als Vorstandsvorsitzender des Daimler-Konzerns nach, sondern auch als Leiter des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars.

Für das Formel-1-Team werden keine unmittelbaren Auswirkungen erwartet. "Dieter und Ola Källenius unterstützen schon seit Jahren die Formel 1", erklärt Teamchef Toto Wolff und verweist auf die Tatsache, dass der angehende Daimler-Chef in der Vergangenheit unter anderem Geschäftsführer der Formel-1-Motorenabteilung in Brixworth war, ebenso wie von AMG. Es gibt also Berührungspunkte mit dem Motorsport.

"Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu beiden", unterstreicht Wolff, "und Dieter verlässt uns auch nicht, sondern er gönnt sich lediglich eine 'Cooling-off-Periode' und wird dann in den Aufsichtsrat zurückkehren." Das ist für das Jahr 2021 geplant. "Und Ola", sagt der Österreicher, "bedeutet als neuer CEO Stabilität für unser Formel-1-Projekt."

Zetsche und Wolff hatten 2013 eine schwierige Zeit zu überstehen, als das angebliche Gedächtnisprotokoll eines Strandgesprächs zwischen Wolff und seinem damaligen Vertrauten Colin Kolles in Insiderkreisen bekannt wurde. Die Veröffentlichung des Inhalts wurde auf juristischem Weg unterbunden. Es wird jedoch gemutmaßt, dass Wolff in dem Gespräch Zetsche beleidigt haben soll. Die persönlichen Risse zwischen den beiden konnten in der Aufarbeitung der Affäre offenbar gekittet werden.

Auch Lewis Hamilton macht sich wegen des Führungswechsels keine Sorgen: "Ich weiß schon lange, dass das passieren wird", sagt er. "Dieters Verdienste für Mercedes-Benz, insbesondere was das Investment in die Formel 1 angeht, sind unbestritten. Ohne seinen Glauben und den des Vorstands an das, was wir tun, wären wir heute nicht hier."


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"Vorstände können oft super corporate sein und zu wenig leidenschaftlich, aber diese Jungs sind so leidenschaftlich, das ist unglaublich", sagt Hamilton. "Sie schicken mir nach jedem Rennen - und manchmal auch vor Rennen - Nachrichten. Sie sind oft bei den Rennen. Und ich weiß, dass sie Toto während der Rennen nonstop zutexten. Sie nehmen die Sache wirklich ernst und sind mit Herz bei der Sache. Das ist toll."

"Ola kenne ich seit ich 14 bin", so Hamilton über seinen neuen obersten Chef. "Ich habe seinen Werdegang verfolgt. Er hat in Brixworth und im Vorstand immer positiven Einfluss gehabt. Er ist genauso leidenschaftlich wie Dieter, ein massiver Rennsport-Fan. Ich sehe da keine Gefahr eines Kurswechsels."

Über Zetsche sagt er zum Abschied: "Dieter war letztendlich immer der oberste Chef. Er hat mich unterstützt, seit ich 13 war. Er war immer die leitende Figur, die gesagt hat: 'Okay, so machen wir es.' Ich habe seine Unterstützung in all den Jahren immer geschätzt. Er ist jemand, den ich sehr bewundere."

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