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Jolyon Palmer hält an Formel-1-Traum fest

GP2-Champion Jolyon Palmer hat vor, es schnellstmöglich in die Formel 1 zu schaffen - Die neuen Superlizenz-Kriterien geben ihm Mut

(Motorsport-Total.com) - Für Toro Rosso treten in der Formel-1-Saison 2015 mit Carlos Sainz jun. ein Formel-Renault-3.5-Champion und mit Max Verstappen ein Formel-3-EM-Dritter als Stammfahrer an. Raffaele Marciello schaffte es als GP2-Achter zum Testfahrer bei Sauber. Der GP2-Champion 2014, Jolyon Palmer, blieb für die kommende Saison von der Königsklasse jedoch unberücksichtigt. Für den jungen Briten ist das jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Seine in den Nachwuchsserien weniger erfolgreichen Kollegen, die ihm vorgezogen wurden, will er schon im kommenden Jahr einholen.

Jolyon Palmer

Jolyon Palmer durfte bei Force India bereits Formel-1-Luft schnuppern Zoom

"Als GP2-Champion bin ich noch nicht bereit, den Traum von der Formel 1 abzuhaken", so Palmer selbstbewusst gegenüber 'Autosport'. "Ich denke, in Zukunft könnten sich da Möglichkeiten eröffnen."

Zwar durfte der 23-Jährige bereits für Force India während der Tests nach Saisonende in Abu Dhabi ran, eine Rolle im Fahrerlager fand er für 2015 aber noch nicht. Stammplätze, sowie Testfahrer-Funktionen sind bereits vergeben. "Wir müssen daher nun nach der nächst-besten Möglichkeit Ausschau halten, was bedeutet, mit einem Formel-1-Team zusammenzuarbeiten, zu versuchen, ein paar Kilometer in einem Auto zu bekommen und mich selbst für 2016 vorzubereiten", plant er.

Derweil muss Palmer jedoch beobachten, wie sich seine Nachwuchs-Kollegen bereits beweisen dürfen - Verstappen beispielsweise, der nach nur einem Jahr im Formelsport und dem dritten Platz in der Formel-3-Europameisterschaft sofort zum Stammfahrer aufstieg. "Es ist natürlich frustrierend", gibt Palmer zu. "Aber wenn sie einen guten Job machen, war ich 2014 noch immer besser und kann mich so einordnen."


Fotos: Force India, Testfahrten in Abu Dhabi


Sein Selbstbewusstsein zieht er auch aus der Entscheidung der FIA, was die neuen Superlizenz-Regelungen betrifft (Hier mehr dazu) . Die ab dem kommenden Jahr geltenden Voraussetzungen für den Königsklassen-Führerschein hätten einige seiner Kollegen nämlich nicht bestanden, denn ab 2016 muss ein Mindestalter von 18 Jahren, ein Straßen-Führerschein so wie ein gewisses Maß an Erfolg vorhanden sein. Zuvor war es einfacher, in die Formel 1 zu kommen, vor allem, wenn die Geldbörse locker saß.

"Ich denke es ist nicht schlecht, bestimmte Kriterien erfüllen zu müssen, um die Superlizenz zu bekommen", so Palmer, der als GP2-Champion alle dieser neuen Vorgabe erfüllt hätte, und ein wenig Verbitterung über den aktuellen Zustand nicht verbergen kann: "Zuvor hat man sie bekommen können, wenn man nur genug Testkilometer zusammen hatte und die konnte man sich buchstäblich kaufen. Ich sollte es wahrscheinlich gar nicht kommentieren, aber es gibt einige Fahrer, die es mit den neuen Kriterien gar nicht geschafft hätten. Max Verstappen und Carlos Sainz, auch wenn er Renault-3.5-Champion ist, gehören dazu."