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  • 03.07.2001 · 09:50

Jean Todt warnt seine Angestellten

Der kleine Franzose sieht trotz des eklatanten Punktevorsprungs keinen Grund, um sich auszuruhen und fordert Disziplin

(Motorsport-Total.com) - Von insgesamt zwanzig möglichen Zielankünften in dieser Saison erreichten Michael Schumacher und Rubens Barrichello eindrucksvolle sechszehn Finishs und holten insgesamt 108 WM-Punkte, was beinahe doppelt so viele Zähler sind wie McLaren-Mercedes, mit 56 WM-Punkten Zweiter in der Konstrukteurswertung, erzielte.

Jean Todt (Ferrari-Sportdirektor)

Jean Todt bleibt trotz großen Punktevorsprungs realistisch Zoom

Der jüngste Erfolg vergangenen Sonntag auf dem Circuit de Nevers in Magny-Cours, wo Schumacher und Barrichello als Erster und Dritter die Ziellinie überquerten, hat Formel-1-Beobachter und Fans gleichermaßen schon zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Die Scuderia und Michael Schumacher sind in dieser Saison bei der Verteidigung ihrer beiden Weltmeisterschaftstitel nicht mehr aufzuhalten, bekundeten unlängst einige Fahrer des 22-köpfigen Starterfeldes der Formel 1. Auch den Teamchefs der 10 anderen Teams wird Angst und Bange, schauen sie sich einmal die bisherige Bilanz des Teams aus Maranello in diesem Jahr genauer an.

Für Ferraris Führungsduo, Jean Todt und Ross Brawn, gibt es aber keinen Grund schon jetzt die Beine hochzulegen: "Dieser große Punktevorsprung ist wirklich schön, jedoch kann das durch ein paar Ausfälle schon ganz anders aussehen. Wir attackieren besser weiterhin, anstatt uns auszuruhen", macht der Technische Direktor Ross Brawn unmissverständlich klar, dass es keinen, absolut keinen Grund gäbe jetzt schon einen Gang herunter zu schalten.

Ein gutes Beispiel für die Aufrichtigkeit dieser Worte sind die diese Woche von der Scuderia gleich auf drei Rennstrecken zu absolvierenden Testfahrten in Mugello, Fiorano und Vairano, welche beweisen, dass man sich nach wie vor der Weiterentwicklung des F2001 widmet.

Ferraris Sportdirektor empfand den Triumph über die silberne Konkurrenz in Frankreich zwar als schön, jedoch hätte sich der kleine Franzose noch mehr über einen Doppelsieg gefreut, welcher dem Team diese Saison schon in Malaysia und Monaco gelungen war: "Ein Doppelerfolg wäre das Sahnehäubchen auf dem Kuchen gewesen, jedoch bin ich über Michaels 50. Sieg und unseren sechsten Erfolg in dieser Saison sehr zufrieden."

In Bezug auf die gegenwärtige Situation in der Weltmeisterschaft sieht Todt aber keinen Grund vorzeitig in Euphorie auszubrechen. In der Tat erinnert der "Napoleon der Formel 1" seine Angestellten dieser Tage verstärkt daran, dass man noch nicht gewonnen habe: "Ich bin natürlich über den jetzigen Stand sehr glücklich, denn man muss einfach jeden Sieg mitnehmen wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Letztes Jahr haben wir 10 Rennen gewonnen und 170 Punkte geholt. Diese Saison haben wir bereits einen Punktedurchschnitt von 10.8 pro Grand Prix. Das ist schon ein wenig besser, jedoch stehen noch sieben Rennen aus und der zu gehende Weg ist noch lang."

Am liebsten wäre es Ferraris Sportdirektor natürlich, würde man die Weltmeisterschaft schon so früh wie möglich für sich entscheiden, jedoch fürchtet er, dass die Konkurrenz da nicht ganz mitspielen wird. Ohnehin sieht Todt die Zuverlässigkeit des F2001 als größten Vorteil gegenüber der Konkurrenz, welchen es auch in der zweiten Saisonhälfte zu behalten gilt. Ein hartes Unterfangen, hatte doch Michael Schumacher in Magny-Cours beim Start Probleme mit der Kupplung. Dies zeigt, dass es wie Mika Häkkinen auch den Deutschen einmal am Start treffen könnte.

"Solange es für unsere Gegner nicht unmöglich ist uns noch zu schlagen, solange dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und der Tatsache ins Auge sehen, dass wir bei Unkonzentriertheit schnell ins Hintertreffen geraten können. Während wir bereits jetzt am Auto und dem neuen Motor und Getriebe für 2002 arbeiten, geht die Weiterentwicklung des diesjährigen Autos weiter", so Todt abschließend.

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