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Historisches Tief: Williams gesteht Fehler ein

Williams-Vorstandschef Adam Parr weiß, dass einiges falsch gelaufen ist, hofft aber dank der technischen Neuzugänge auf eine Trendwende

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Abu Dhabi erlebte das einst so glorreiche Williams-Team einen historischen Tiefpunkt: Erstmals in der Geschichte des Rennstalls starteten beide Autos aus der letzten Startreihe. Doch das passt nur allzu gut ins Gesamtbild, denn so schlecht wie 2011 (mit fünf Punkten nur Neunter in der Konstrukteurs-WM) war Williams noch nie.

Adam Parr

Adam Parr wird oft vorgeworfen, mehr Geschäftsmann als Racer zu sein

Der Stachel sitzt also tief bei einem Team, das schon neunmal Konstrukteurs-Weltmeister geworden und im Vorjahr immerhin noch auf Pole-Position gestanden ist - wenn auch zugegebenermaßen eher glücklich mit Nico Hülkenberg im verregneten Brasilien. Umso fieberhafter wurde im Sommer umstrukturiert: Sam Michael und Jon Tomlinson mussten gehen, dafür kamen Mike Coughlan, Jason Somerville und Mark Gillan neu an Bord.

Parr gesteht tiefgreifende Fehler ein

"Jetzt, wo wir das neue Team und sie auch gleich unter die alten Teppiche geschaut haben, sind wir draufgekommen, dass es einige tiefgreifende Fehler in unserer Arbeitsweise gegeben hat", wird Vorstandschef Adam Parr von 'Sporting Life' zitiert. "Die werden sich nicht über Nacht beheben lassen, also können wir beim besten Willen nur noch realistischer sein, wohin wir wollen und wohin wir wieder müssen."

Das aktuelle Auto sei "zu schwach", weiß Anteilseigner Patrick Head, "aber normalerweise konnten wir das immer während der Saison verbessern". Nicht so 2011, als es immer schlimmer wurde, je länger die Saison dauerte. Aber: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Blatt mit den neuen Technikern wenden können", sagt Head gegenüber 'Reuters'. "Wir machen jetzt schon mit fast jedem Parameter des neuen Autos erhebliche Fortschritte."

¿pbvin|512|4249||0|1pb¿Parr bezeichnet es als "grobe Fehleinschätzung", dass sich das technische Team um den inzwischen zu McLaren abgewanderten Michael zu stark auf ein radikales Getriebe konzentriert hat, während die Konkurrenz mit der aerodynamischen Nutzung der Auspuffgase auf und davon fuhr. Doch immerhin sind die sogenannten auspuffangeströmten Diffusoren ab 2012 verboten, sodass Williams in diesem Bereich keinen Rückstand ins neue Jahr mitschleppt.

Viel Mut, wenig Leistung

Trotzdem ist der Saisonverlauf bitter, hatte man doch noch im Winter so große Hoffnungen ins vermeintlich revolutionäre Heck des FW33 gesetzt: "Was für alle - Sam eingeschlossen - enttäuschend ist, ist, dass wir fest entschlossen waren, dieses Jahr einen großen Schritt nach vorne zu machen", seufzt Parr. "Wir haben hart gearbeitet und einige sehr mutige Schritte gesetzt, um das zu erreichen, aber letztendlich sind wir weit von dem weg, wo wir sein wollen."

Pastor Maldonado

Das Williams-Team erlebt 2011 die schlechteste Saison seiner Geschichte Zoom

Ermutigend sei aber, dass die Neuzugänge bereits im Sommer gekommen sind und somit ihren Input schon ins 2012er-Auto einfließen lassen können. Parr weiß zwar nicht, "ob es ein Siegerauto sein wird, aber es wird definitiv viel besser sein". Auch vom künftigen Motorenpartner Renault verspricht er sich viel: "Man kann nicht leugnen, dass sie ein großartiges Produkt haben." Bisheriger Lieferant war die kleine Privatschmiede Cosworth.

"Ich strotze vor Energie", fährt der Brite fort, "denn die neuen Leute sind einfach umwerfend, ohne Ausnahme. Die Reaktion des Rennteams auf Mark Gillan und des Designbüros auf Jason und Mike Coughlan war erstaunlich. Angesichts der Qualität der Leute, die wir nun haben, und angesichts dessen, dass sie Zeit haben, die Probleme zu analysieren und im Winter daran zu arbeiten, glaube ich, dass wir es schaffen können."

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