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Helmut Marko: "Low-Rake"-Nachteil von Mercedes "ist eine Mutmaßung"

Soll eine Regeländerung in der Formel 1 immer nur den Spitzenreiter einbremsen? Red-Bull-Sportchef Helmut Marko erklärt seine These zu dieser Theorie

(Motorsport-Total.com) - Mercedes beklagt die in diesem Jahr eingeführten Regeländerungen in der Formel 1. Tenor: Die aerodynamischen Neuerungen würden dem bisherigen Spitzenteam mehr schaden als anderen Rennställen. Mercedes verweist dabei auf sein "Low-Rake"-Konzept, also den geringen Anstellwinkel des Fahrzeugs im Vergleich zum "High-Rake"-Ansatz von (unter anderem) Red Bull.

Max Verstappen, Lewis Hamilton

"Rake": Red Bull mit hohem, Mercedes dahinter mit geringerem Anstellwinkel Zoom

Red-Bull-Sportchef Helmut Marko aber will das so nicht stehen lassen und meint im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com': "Dass uns [die Regeländerung] weniger trifft, ist eine Mutmaßung und lässt sich durch nichts beweisen."

Die aerodynamischen Anpassungen im Heckbereich der Fahrzeuge sowie die Verkleinerung des Unterbodens vor den Hinterrädern seien verabschiedet worden, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren. "Das Hauptargument kam von Pirelli, dass die Belastung [für die Reifen] nicht zu hoch wird", sagt Marko.

Marko: Keine bewusste Benachteiligung von Mercedes

Von einer bewussten Benachteiligung der WM-Titelverteidiger könne also keine Rede sein, meint Marko weiter: "In unserer Zeit, als wir vier WM-Titel eingefahren haben, ist das Reglement x Mal geändert worden. Wir haben das auch immer so ausgelegt, dass es gegen uns gerichtet wäre."


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"[Als] Mercedes [noch] diesen eklatanten Vorsprung hatte, hieß es, ihr Konzept ist eh das bessere. Jetzt ist es plötzlich unseres", sagt Marko. Sein Fazit: "Bei Änderungen im Reglement muss man das halt adaptieren."

Unsere Kollegen von 'auto motor und sport' sind der Sache indes weiter nachgegangen und haben Jan Monchaux als Technikchef von Alfa Romeo über die Bedeutung des Anstellwinkels in der aktuellen Formel 1 befragt. Und das sei eine Frage, "die ich nicht wirklich beantworten kann", meint er darauf.

Anstellwinkel: "Eher eine Glaubensfrage"

"Um das vernünftig zu tun, bräuchten Sie ein Paralleluniversum, in dem Mercedes oder Red Bull mit der gleichen Truppe, mit der gleichen Intensität in der gegebenen Zeit von acht Monaten versucht, ein Auto mit einem komplett anderen Konzept zu erarbeiten."

Er könne es sich "vorstellen", dass ein Auto mit mehr oder weniger Anstellung "anders" reagiere, sagt Monchaux. "Dass das eine halbe Sekunde ausmacht, glaube ich nicht."


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Der Technische Direktor von Alfa Romeo hält das ganze Thema "eher [für] eine Glaubensfrage" und erklärt: "Es ist auch nicht so, dass die Anstellung von Auto zu Auto so massiv unterschiedlich ist, wie noch vor drei oder vier Jahren. Selbst Mercedes ist mit der Zeit hochgegangen. Ferrari auch. Wir reden nicht mehr über Unterschiede von 60 Millimetern, sondern vielleicht 15 bis 25."

Technikchef plädiert für Abwarten

Denkbar wären größere Einbußen bei einem Spitzenteam, sofern es zuvor "mehr aus seinem Heck" herausgeholt habe als andere Teams. Andererseits hätten größere Teams die entsprechenden Ressourcen, um einen solchen Nachteil rasch wettzumachen.

Ist das Formel-1-Feld durch die Unterboden- und Diffusor-Änderungen wirklich enger zusammengerückt? Monchaux will "zwei, drei Rennen" abwarten und dann ein Zwischenfazit ziehen: "Wenn [dann] in der Qualifikation tatsächlich alle Autos innerhalb von einer Sekunde sind, was ich nicht glaube, ist an der Geschichte sicher etwas dran."

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