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Hamilton: "Hätte in Abu Dhabi nichts anders machen können"

Nicht nur für seine Fahrweise beim Saisonfinale in Abu Dhabi kassierte Lewis Hamilton viel Kritik, dennoch zieht der Mercedes-Pilot ein positives Saisonfazit

(Motorsport-Total.com) - Nach zwei WM-Titeln in den vergangenen Jahren war die Formel-1-Saison 2016 für Lewis Hamilton im teaminternen Duell für Nico Rosberg die schwierigste. Nicht nur, dass der Brite den Titel an seinen Stallrivalen verlor, er musste auch selten so viel Kritik - selbst aus den eigenen Reihen - einstecken wie in diesem Jahr. Vor allem nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi und Hamiltons Brems-Taktik, mit der er sich gegen Anweisungen des Teams widersetzte, hagelte es vernichtende Kommentare.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Lewis Hamilton hat die WM verloren, doch ist als Fahrer und Mensch gewachsen Zoom

Doch der 31-Jährige glaubt, das Richtige getan zu haben. "Ich denke nicht", antwortet er bei der FIA-Pressekonferenz am Freitag in Wien auf die Frage, ob er im finalen Saisonlauf etwas hätte anders machen können. Zugleich gibt Hamilton zu, sich etwas seltsam gefühlt zu haben angesichts der Reaktionen: "Man kann sich angenehmere Szenarien vorstellen. Aber es war zu erwarten", so der Brite.

Am Ende war es für ihn die einzige Möglichkeit, seine letzte Chance auf den Titelgewinn doch noch zu nutzen, Rosberg in einen Fehler zu zwingen oder ihn in die Arme der Konkurrenz zu treiben. Doch letztlich half auch der Bummelzug nicht. Für die Nachwehen zeigt er Verständnis: "Es ist nun einmal schwierig für ein Team, wenn beide Fahrer um den Titel kämpfen. Aber was dich nicht umbringt, macht dich stärker."

Zehn Siege, zwölf Poles: Hamilton führt Statistik an

Trotzdem zieht Hamilton ein weitgehend positives Saisonfazit - zu Recht. Mit insgesamt zehn Siegen und zwölf Pole-Positions führt er die Bestenliste der Saison deutlich an. "Man muss das Positive mitnehmen und aus dem Negativen lernen", gibt sich der Mercedes-Pilot besonnen und blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Ich bin als Fahrer gewachsen und die Bindung zur Crew macht mich für das nächste Jahr nur noch stärker."


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Gerade weil diese Saison so viele Höhen und Tiefen hatte, habe er besonders viel dazu gelernt. Vor allem sei er mit mehr Herz und Mut gefahren, "denn ich war mit mehr Herausforderungen konfrontiert als die Jahre zuvor, wo ich oft von vorn gestartet und dann verschwunden bin". Man erinnere sich nur an den Großen Preis von Belgien, als Hamilton aus der letzten Startreihe auf den dritten Platz vorfuhr.

Und dann gab es Rennen wie den Großen Preis von Europa in Baku, als der Brite am Motorenmapping verzweifelte und nur Fünfter wurde, während Teamkollege Rosberg mit ähnlichen Problemen siegte. "Im Nachhinein kann man immer sagen, dies oder jenes hätte ich tun können. Aber das versuche ich in der Saison gar nicht erst zu machen. Man gibt immer sein Bestes", rechtfertigt er sich.

Hamilton überzeugt: Als Team besser denn je gerüstet

So setzte Hamilton in den auf Baku folgenden Rennen zur Aufholjagd an und gewann vier Mal in Folge. Auch die letzten vier Rennsiege der Saison gingen auf sein Konto. "Ich bin sehr glücklich mit der Performance", sagt er rückblickend. "Das Ziel ist natürlich, das noch zu toppen. Das ist schwer. Das Team hat uns in den letzten drei Jahren ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung gestellt. Darauf vertraue ich in der Zukunft."

Doch in der nächsten Saison lauern insbesondere durch das neue Reglement viele Unwägbarkeiten, die auch ein Weltmeisterteam wie Mercedes erst einmal meistern muss. "Niemand weiß, was das nächste Jahr bringen wird", betont Hamilton, "aber wir arbeiten besser denn je zusammen und sind so gut es nur geht vorbereitet auf die Regeländerungen." Das klingt ganz nach einer Kampfansage...