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Haas-Teamchef Steiner fordert mehr Testtage für Neulinge

Trotz fehlender Rennerfahrung hat Haas in der Formel 1 2016 ein beachtliches Debüt hingelegt - Teamchef Günther Steiner wünscht sich "Freikarte" für mehr Testtage

(Motorsport-Total.com) - Gerade einmal drei Rennen hat Formel-1-Neuling Haas auf seinem Konto. Dennoch kaufte der erste amerikanische Rennstall in der Königsklasse seit 1986 insbesondere in den ersten beiden Läufen so manchem Traditionsteam den Schneid ab und sackte mit Platz sechs und Platz fünf aus dem Stand 18 WM-Punkte ein. Auch wenn man in China rein punktemäßig daran nicht anknüpfen konnte, brachte Haas dort erstmals beide Autos ins Ziel und spulte den Rennsonntag damit erstmals unter "Realbedingungen" ab.

Romain Grosjean

Wäre Haas mit mehr Testtagen noch erfolgreicher in die Formel 1 gestartet? Zoom

Denn zum ersten Mal musste das Team zwei Autos gleichzeitig über eine komplette Renndistanz managen. "Es war ein Lichtblick, bei Autos ins Ziel zu bringen", gibt Teamchef Günther Steiner zu, auch wenn die Positionen nicht an Erwartungen entsprachen. "Wir hatten sieben Boxenstopps mit beiden Fahrern und verliefen alle gut. Das hat uns Selbstvertrauen verschafft, was das Stoppen angeht. Aber wir haben auch gelernt, dass es viel schwieriger ist, ein Rennen mit zwei Autos statt nur mit einem zu bewältigen."

Um sich darauf besser vorbereiten zu können, würde sich Steiner mehr Testmöglichkeiten wünschen - gerade für Neulinge wie Haas: "Als neues Team wäre es gut, die Gelegenheit zu haben, ein paar mehr Tage zu testen als die anderen Teams. Ein Art Freikarte für drei oder mehr Testtagen, um das Auto besser kennenzulernen und die Arbeit im Team zu stärken." So könnten kleine Fehler frühzeitig ausgemerzt werden, ohne dass sie gleich immer zu schwerwiegenden Konsequenzen führen.

Günther Steiner: Mit mehr Tests Fehler vermeiden

"Es ist Wunschdenken. Aber mit dem, was ich jetzt weiß, hätten wir unsere Probleme in China besser in den Griff bekommen können", erklärt der Haas-Teamchef. Dort hatten sowohl Romain Grosjean als auch Esteban Gutierrez über Probleme mit der Balance des Autos geklagt. Weil die Strecke in Schanghai vor allem die Vorderreifen beansprucht, der VF-16 jedoch eher die Hinterreifen schont, kämpfte man mit dem Setup - und zog den Kürzeren, weil man eben nicht aus Erfahrungen und Daten des Vorjahres schöpfen konnte.


Fotostrecke: Das Haas-Team der 1980er-Jahre

Mit mehr Testtagen könne genau daran gearbeitet werden, glaubt Steiner. Dabei komme es vielmehr darauf an, das Zusammenspiel im Team zu verbessern und sich an das Auto zu gewöhnen, als etwas Neues zu erfinden: "Es geht nicht darum, schneller zu werden. Es geht darum, keine Fehler zu machen, damit du nicht langsamer wirst. Deshalb wären ein paar mehr Testtage einfach schön." Auch um von unterschiedlichen Bedingungen zu lernen, wobei Steiner trockene Verhältnisse klar favorisiert.

Günther Steiner

Günther Steiner weiß um den Wissensvorsprung der erfahrenen Teams Zoom

"Da kannst du viel mehr mitnehmen. Im Nassen hast du nie ein Standard-Regensetup. Im Trockenen schon und du kannst es immer wieder verwenden", so Steiner. In Australien und China hatte es in den Trainings geregnet. Haas war somit das erste Mal im Nassen unterwegs, viel Erfahrung für die Zukunft habe man daraus aber nicht ziehen können: "Die Menge an Regen ist immer anders. Natürlich lernst du immer etwas dazu, aber unter trockenen Bedingungen kannst du viel mehr ausprobieren."

An den Pirelli-Reifentests für 2017, die jüngst mit GP2-Fahrzeugen durchgeführt wurden, wird Haas nicht teilnehmen können. In der zweiten Jahreshälfte sollen Ferrari, Mercedes und Red Bull Interimsautos, sprich modifizierte 2015er-Boliden, zur Verfügung stellen. "Unglücklicherweise haben wir kein 2015er-Auto. Alles, was wir haben, ist unser aktuelles Auto, also können wir nicht mitmachen", erklärt Steiner. "So konzentrieren wir uns lieber auf das, was wir haben. Mit diesem Auto müssen wir ohnehin noch viel lernen."

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