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Bernie Ecclestone beim großen Postraub: Stimmt's wirklich?

Auf den Spuren der "Mythbusters" - Ausgabe 4: War Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wirklich beim großen Postzugraub im August 1963 dabei?

(Motorsport-Total.com) - Seit Jahrzehnten ist das Formel-1-Fahrerlager eine Welt, die voll ist von kleinen Geschichten um skurrile Teamchefs, von Piloten am Rande des Wahnsinns (oder auch jenseits davon) und von irren physikalischen Phänomenen.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone hat nur eine indirekte Verbindung mit einem der Postzugräuber Zoom

In unserer Serie "Stimmt's wirklich? Formel-1-Mythen unter der Lupe!" gehen wir Legenden der Szene nach, die sich seit Jahren hartnäckig halten - und erkundigen uns bei denjenigen, die es wissen müssen. Ganz nach dem Vorbild der "Mythbusters" Jamie Hyneman und Adam Savage, die in ihrer TV-Show zum Beispiel überprüfen, ob ein Läufer schneller vom Startplatz kommt als ein 700 PS starkes IndyCar oder ob man einen Menschen mit einer geworfenen Spielkarte töten kann.

In unserer vierten Ausgabe der neuen Serie beschäftigt uns die Frage: War Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wirklich beim großen Postzugraub dabei?

Um wen geht's?
Bernie Ecclestones Karriere begann im London der 1950er-Jahre. Der damalige Gebrauchtwagenhändler, mit allen Wassern gewaschen, ist heute großer Boss des Milliardenzirkus Formel 1. Den hat er übrigens viermal verkauft und somit ein Vermögen von 3,9 Milliarden US-Dollar (laut 'Forbes') angehäuft - und trotzdem hält er mit 85 Jahren immer noch alle Fäden fest in der Hand.

Ecclestones Methoden sind legendär: Er unterschreibt Millionenverträge mit Rennstrecken mal eben im Vorbeigehen an der Außenwand eines Motorhomes oder schickt Verhandlungspartner aus dem Raum, um die Notizen durchwühlen zu können, die diese zuvor in den Papierkorb geworfen hatten. Und manchmal hört man auch von unliebsamen Geschäftspartnern, die plötzlich beim Joggen von zwei groß gebauten Herren "begleitet" werden...

Was ist der Mythos?
Seit Jahren hält sich der Mythos, Ecclestone sei beim großen Postzugraub ("The Great Train Robbery") am 8. August 1963 in Buckinghamshire dabei gewesen. Damals überfielen 16 Räuber, viele davon heute B-Promis, einen Postzug und erbeuteten 2,6 Millionen Pfund (heutiger Gegenwert: umgerechnet mehr als 60 Millionen Euro).


Dokumentation: Der große Postzugraub 1963

15 Räuber sind inzwischen namentlich bekannt - der 16. nicht. Und jahrelang gab es nicht wenige, die sich vorstellen konnten, dass Ecclestone bei der Geschichte irgendwie seine Hände im Spiel hatte. Genährt wurden die Gerüchte dadurch, dass Ronnie Biggs, einer der verurteilten Postzugräuber, immer wieder als Gast beim Grand Prix von Brasilien auftauchte, wohin er geflohen war, um seiner Gefängnisstrafe zu entgehen.

Und, stimmt's nun wirklich?
Vorweg: Wir sind auch nicht klüger als die Ermittler - und müssen uns daher in diesem Fall auf das Wort von Ecclestone selbst verlassen. Der sagt, mit dem für ihn typischen Humor: "In diesem Zug war nicht genug Geld. Wenn, dann hätte ich etwas Größeres gemacht!"

In einem Interview mit dem 'Independent' klärt er ernsthaft auf: "Roy James, der Fluchtfahrer, war Rennfahrer. Er war auch ein Freund von Graham Hill, und als er freigelassen wurde, bat er mich um einen Job. Mir gehörte damals das Brabham-Team, aber ich wollte ihn nicht für mich fahren lassen. Stattdessen sagte ich ihm, dass er eine Trophäe für mich schmieden kann, denn er war gelernter Goldschmied. Das ist heute noch die Trophäe, die jedes Jahr der beste Veranstalter erhält."

Wie geht's weiter?
Gibt es irgendeine Geschichte, von der du schon immer mal wissen wolltest, ob sie wirklich wahr ist? Wir begeben uns auf die Spuren der Mythbusters und haken für euch nach. Einfach deinen Mythos via Kontaktformular oder auf Twitter an unsere Formel-1-Spezialisten Christian Nimmervoll und Dominik Sharaf schicken! Die nächsten Folgen sind schon in Planung.