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Grosjean: Bei Pirelli hoch im Kurs

Paul Hembery lobt die Herangehensweise bei Lotus in Bezug auf die Pirelli-Reifen und hält große Stücke auf den ehemaligen Pirelli-Testfahrer Romain Grosjean

(Motorsport-Total.com) - Während Romain Grosjean bei den ersten sechs Formel-1-Rennen seiner Karriere - in der Saison 2009 bei Renault an der Seite von Fernando Alonso - noch nicht zurande kam, weiß der amtierende GP2-Champion in dieser Saison mit dem Lotus-Renault E20 zu überzeugen. Der Franzose ist vor allem im Qualifying jederzeit für eine Toprunde gut und kommt auch mit den Pirelli-Reifen hervorragend zurecht. Letzteres stellte Grosjean vor zwei Wochen in Montreal unter Beweis, als er bei hohen Außentemperaturen mit einer Einstoppstrategie auf Platz zwei fuhr.

Romain Grosjean

Lotus-Pilot Romain Grosjean war im Herbst 2010 Pirelli-Testfahrer

Was beinahe in Vergessenheit geraten ist: Grosjean war im Herbst 2010 kurzzeitig als offizieller Pirelli-Testfahrer engagiert, um den Italienern vor dem Wiedereinstieg in die Königsklasse unter die Arme zu greifen. "Als wir ihn engagierten, haben das vermutlich einige Leute hinterfragt", so Pirelli-Motorsportchef Hembery. "Sein erstes Formel-1-Intermezzo hat ja aus unterschiedlichen Gründen nicht so gut funktioniert. Wir haben aber rasch gesehen, dass sein Tempo großartig ist. Das war eindeutig."

Lediglich die Konstanz des Franzosen, der auch einen Schweizer Pass besitzt, ließ damals noch etwas zu wünschen übrig, wie sich Hembery erinnert: "Es ging nicht unbedingt um schnelle Runden, denn wenn man 20 schnelle Runden fährt und dabei Fehler macht, dann kann das das Testprogramm ruinieren. Das mussten wir ihm beim Testen beibringen."

Grosjean im vergangenen Jahr gereift

Nicht zuletzt dank seiner GP2-Saison 2011 ist es Grosjean nach Ansicht des Pirelli-Motorsportschefs "inzwischen gelungen, die Rennen in den Griff zu kriegen, weniger Fehler zu machen und schnell zu sein. Es ist also keine Überraschung, dass er sich ziemlich gut schlägt". Sollte es am Sonntag in Valencia tatsächlich den achten Sieger im achten Saisonrenne geben, dann gilt der Lotus-Pilot als einer der ganz heißen Favoriten für dieses Kunststück.

Dabei spielt ihm nicht zuletzt sein Arbeitsgerät in die Karten. Der E20 erwies sich bei den zurückliegenden Rennen als ein Auto, das die Reifen nicht so stark beansprucht wie andere Boliden im Feld. "Das Tempo von beiden Lotus-Fahrern am Ende des Grand Prix von Kanada war enorm", lobt Hembery und glaubt: "Wenn sie gewusst hätten, wie lange die Reifen bei ihnen halten, dann hätten sie vielleicht noch früher begonnen zu pushen."

In Bezug auf das Reifenschonen will der Pirelli-Motorsportchef das Auto aber nicht über den Fahrer stellen. "Wir fahren das Auto nicht, aber wir sehen ganz eindeutig, dass gewisse Fahrer eine gewisse Technik und eine gewisse Herangehensweise haben. Die Fahrer haben einen Einfluss, die Autos haben einen Einfluss. Unterm Strich geht um das gesamte Paket", so der Brite.