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  • 28.07.2016 · 19:45

  • von Dieter Rencken & Benjamin Horbelt

"Funk-Motzki" Vettel: Nachzügler machen "guten Job"

Sebastian Vettel kann über sein Fluchen im Boxenfunk lachen und zeigt Verständnis für die Überrundeten: "Das ist nie ein gutes Gefühl, blaue Flaggen zu bekommen"

(Motorsport-Total.com) - Die Boulevardpresse taufte Sebastian Vettel nach dessen Fluch-Attacken im Funk bereits auf den Spitznamen "Funk-Motzki". Der Ex-Weltmeister verpasste am vergangenen Wochenende als Vierter in Ungarn nur knapp das Podium und war während des Rennens auf dem Hungaroring sauer, dass trotz blauer Flaggen einige Fahrerkollegen beim Überrunden die Strecke aus Sicht des Ferrari-Piloten nicht schnell genug freimachen würden.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel kann über den Wutausbruch im Funk schon wieder lachen Zoom

Bereits nach dem Rennen nahm der Heppenheimer die Gefühlsausbrüche mit Humor und rudert (auch) in Hockenheim zurück: "Das sind Emotionen! Im Rennen hast du immer das Gefühl, dass du bei blauen Flaggen mehr Zeit verlierst, als der Fahrer vor dir. Aber das ist natürlich gar nicht der Fall. Nach dem Rennen habe ich das wieder viel entspannter gesehen. Vielleicht habe ich mich da zu sehr von Max verleiten lassen, der sich in den Rennen davor über die blauen Flaggen beschwert hatte," sucht der 29-Jährige augenzwinkernd beim Niederländer Max Verstappen nach Erklärungen für seinen Wutausbruch im Boxenfunk.

Mit zeitlichem Abstand stellt Vettel den Fahrerkollegen sogar ein gutes Zeugnis beim Thema Fairness aus: "Alle versuchen das Beste zu geben," lobt der Ferrari-Fahrer und sieht trotz aller Aufregung im Boxenfunk das Verhalten bei blauen Flaggen in der Formel 1 positiv: "Die meisten machen da immer einen guten Job. Ich sage das nochmal ganz bewusst, weil das nicht immer einfach ist. Das ist nie ein gutes Gefühl, wenn wir da von hinten angefahren kommen und man es selber nicht gewohnt ist, blaue Flaggen zu bekommen, um vorbeiziehen zu können. Das tut manchmal weh, aber die Nachzügler machen in dieser Situation immer alles, was möglich ist," lobt Vettel seine Formel-1-Kollegen.


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"Ich war auch schon in der anderen Situation, das ist nicht immer einfach," zeigt der Heppenheimer Verständnis für die Hinterbänkler im Fahrerfeld. "Die Spiegel sind klein, da siehst du das Auto heranrauschen. Zwei oder drei Kurven später ist das Auto dann näher an dir dran - vielleicht sogar näher, als du erwartet hättest. Aber du willst natürlich dein eigenes Rennen fahren und bist möglicherweise gerade in einen Zweikampf verwickelt. In diesem Moment war ich einfach ein bisschen emotional und beschwerte mich," muss der Ferrari-Fahrer eingestehen, der zu diesem Zeitpunkt im Kampf um das Podium gegen Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo war.