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Ferrari nach Ungarn: Trotz Pleite noch deutlich vor Red Bull

Geduld, Geduld und nochmals Geduld: Mit diese Credo hat die Scuderia Mercedes weiter fest im Visier - SF-16H ist laut Sebastian Vettel keine Setup-Zicke

(Motorsport-Total.com) - Ferrari fühlt sich beim Ungarn-Grand-Prix unter Wert geschlagen und glaubt nicht, dass Red Bull sich zur zweiten Kraft in der Formel 1 gemausert hätte. Im Gegenteil: Sebastian Vettel ist sogar überzeugt, dass die Scuderia in Budapest besser gewesen wäre als sein früherer Arbeitgeber, obwohl er Daniel Ricciardo auf der Strecke den Vortritt lassen musste: "Wir waren um einiges schneller", sagt der Deutsche. "Mercedes scheint in einer eigenen Liga zu sein. Aber wir sind direkt dahinter."

Sebastian Vettel, Maurizio Arrivabene

Sebastian Vettel muss von Maurizio Arrivabene nicht aufgemuntert werden Zoom

Dass es für ihn nicht für einen Podiumsbesuch reichte, führt er auch Pech im Qualifying zurück, wo die gelben Flaggen ihm eine bessere Startposition verhagelt hätten - und auf einen durchwachsenen Start sowie den Charakter der Strecke in Budapest, wo Überholen schwierig sei. "In Barcelona waren wir auch schneller, kamen aber nicht vorbei", bläst Vettel die Backen auf. "Wenn du vorne bist, kannst du aggressiver sein. Das war Red Bull." Über die Strategie klappte es also auch nicht.

Dass sich auch Kimi Räikkönen an Max Verstappen die Zähne ausbiss, ist für Teamchef Maurizio Arrivabene kein Grund, von einer Niederlage zu sprechen: "Alles lief gut und unser Tempo war fantastisch, was Kimi mit der schnellsten Rennrunde bestätigt hat", streicht der Italiener heraus. Vettel warnt davor, krampfhaft nach einer Erklärung für die Pleite zu suchen: "Manchmal ist es einfach so, dass es nicht funktioniert. Das Auto abzustimmen ist nicht extrem schwierig."


Fotostrecke: GP Ungarn, Highlights 2016

Bei Ferrari will man den Hungaroring daher als ungeliebten Sonderfall betrachten und erkennt im Tempo von Silverstone das wahre Leistungsvermögen des SF-16H. "Unser Ziel ist nicht Red Bull. Unser Ziel ist Mercedes", schielt Räikkönen auf die Spitze, wünscht sich jedoch Zeit für die Entwicklung. "Die Sachen, die wir in den Griff bekommen müssen, sind nicht einfach zu beheben." Denn Ferrari strauchelt bei der Aerodynamik. Dem Wagen fehlt es vielerorts an Grip, aber ganz besonders in schnellen Kurven kommt die Konkurrenz deutlich besser klar als die Roten.

Sebastian Vettel

Der SF-16H sei nicht so schwierig abzustimmen wie behauptet wird, so Vettel Zoom

Deswegen, so munkelt man im Paddock bereits, würde angeblich Sebastian Vettel persönlich an sämtlichen Teamsitzungen teilnehmen wollen. Sollte das stimmen, würde der interne Druck auf Arrivabene und auf den von Gerüchten umwobenen Technikchef James Allison klar steigen.

Toto Wolff rät Ferrari dazu, geduldig zu sein. "Und bitte baut eine Menge Mist", witzelt Mercedes' Sportchef im Gespräch mit Journalisten. "Man keine schnell analysieren, wo es nicht läuft. Dann kann man seine Liste abhaken. Aber es gibt eine Sache, die man nicht kaufen kann: Zeit. Unser Team ist ein Beispiel", sagt Wolff und verweist darauf, dass die Mercedes-Werksmannschaft das aufgekaufte Brawn-Team ist, das nach dem WM-Gewinn 2010 viele Jahre brauchte, um an die Spitze zurückzukehren. Dabei ging es den Silberpfeilen ähnlich wie der Scuderia: "Die Erwartungen an die Marke sind riesig und das lastet wie eine Bürde auf ihren Schultern."

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