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  • 04.07.2001 · 17:30

  • von Fabian Hust

Frank Williams darf wieder vom Titel träumen

Teamchef Frank Williams hat seinem Team die Route für die kommende Saison vorgegeben: Man will den WM-Titel

(Motorsport-Total.com) - Nach einer Pole Position und zwei Siegen darf im Team von Frank Williams wieder von mehr geträumt werden. Das Williams-Team ist auf dem besten Weg, wieder regelmäßig um Siege und bald auch um den WM-Titel zu fahren. Gegründet wurde das Team 1973 von Frank Williams, einem der großen Namen der Formel 1. Der am 16. April 1942 in South Shields geborene Brite fuhr zunächst selbst Autorennen, bevor er in die Rolle des Teamchefs schlüpfte. 1986 verunglückte Frank Williams bei einem Autounfall schwer. Die Verletzungen fesselten ihn an den Rollstuhl - seinen eisernen Willen brachen sie nicht. Zusammen mit Freund und Teammitbesitzer Patrick Head gewann er neun Mal die Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure, sieben Mal stellte man den Weltmeister der Fahrer. Sowohl Williams als auch Head gelten als Formel-1-Enthusiasten und leben ihr Leben für den Motorsport.

Berger, Williams und Schumacher

Gerhard Berger, Frank Williams und Ralf Schumacher wollen um den Titel fahren

Mit Rückkehrer BMW hat das Team seit dem Jahr 2000 einen neuen Motorpartner, der erste Sieg in Imola nach nur 21 gemeinsamen Rennen zeigt, wie schnell die Bayern ein exzellentes Aggregat auf die Beine stellen konnten. Der Zehnzylinder gilt unter den Experten mit deutlich über 800 PS als stärkster Motor im Feld. In diesem Jahr neu hinzugekommen ist Reifenpartner Michelin, der in seinem vierten Rennen dank Ralf Schumachers perfekter Fahrt in Imola den ersten Sieg holen konnte.

Zu weit ist Michael Schumacher in der WM-Wertung schon enteilt, als dass Teamchef Frank Williams seinem Team den Auftrag geben könnte, den aktuellen FW23 für den Schlussspurt fit zu machen. Stattdessen verbessert man das Auto von Rennen zu Rennen so gut wie möglich, aber der 59-Jährige hat die Marschrichtung bereits vorgegeben: Man wird sich schon jetzt vermehrt auf das Auto der kommenden Saison konzentrieren, das dem Team den ersten WM-Titel seit Jacques Villeneuve 1997 einbringen soll: "Wir müssen sicher stellen, dass wir zum Saisonstart 2002 in Top-Form sind", so der Brite.

Die Voraussetzungen dazu scheinen vorhanden zu sein. Der FW23 hat nur wenige Schwächen, dazu gehört der mangelnde Abtrieb, mechanisch gesehen ist das Auto ein gelungener Wurf. BMW hat mit dem P80 eine exzellente Basis, auf die man aufbauen kann, ohne wie beispielsweise Renault ein völlig neuartiges Konzept entwickeln zu müssen, das nachher Zuverlässigkeit zu wünschen übrig lässt, welche dann mit einer Reduzierung der Drehzahlen herbeigeführt werden muss, was zu fehlender Leistung führt.

Mit Michelin sollte man die entsprechenden Verbindungen zum Asphalt haben. In diesem Jahr fahren die Franzosen schon ganz vorne mit, kämpfen aber noch mit den typischen Einstiegsschwierigkeiten wie zu großen Streuungen in der Produktion oder mangelnden Streckenkenntnissen. Mit Ralf Schumacher hat man einen Fahrer, der mit seinen fahrerischen Fähigkeiten und einer ausreichend großen Erfahrung zum Titel fahren kann, wenn man ihm denn das richtige Material zur Verfügung stellt.

Bei der Konkurrenz im silbernen und im roten Lager rechnet man fest damit, dass BMW-Williams im kommenden Jahr um den WM-Titel mitfahren wird. Der richtige Spagat zwischen Weiterentwicklung des aktuellen Autos und des Designs des neuen Autos im weiteren Verlauf der aktuellen Saison wird in der kommenden Saison ein wichtiger Faktor sein. Und BMW-Williams hat da im Moment als Titelaußenseiter natürlich die besten Karten.

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