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Formel-1-Präsentationen 2015: Steckbrief Red Bull

Vom "großen Bruder" RB10 ("are beaten") zum RB11: Red Bull startet mit jungen Paten und einem nicht mehr voll engagierten Vater in die Formel-1-Saison 2015

(Motorsport-Total.com) - Zwischen 2010 und 2013 (mit Abstrichen sogar schon 2009) war Red Bull in der Formel 1 das Maß aller Dinge. Mit der Saison 2015 beginnt jedoch eine neue Ära: Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, abgewandert zu Ferrari, wird durch Red-Bull-Junior Daniil Kwjat ersetzt, und Stardesigner Adrian Newey, wahrscheinlich das wichtigste Erfolgselement der vergangenen Jahre, zieht sich aus dem Tagesgeschäft immer weiter zurück. Konzernchef Dietrich Mateschitz werden sogar Überlegungen nachgesagt, sein teures und jahrelang so erfolgreiches Formel-1-Projekt bald beenden zu wollen. Aber 2015 sind auf jeden Fall noch zwei Red-Bull-Teams am Start. Was wir bereits vor der Präsentation des neuen Autos über den RB11 wissen, verraten wir in diesem (wie immer nicht ganz ernst gemeinten) Steckbrief.

Red Bull

Für Red Bull beginnt im Jahr 1 nach Sebastian Vettel eine neue Ära

Name:
RB11 steht - um das zu entschlüsseln, muss man kein Genie sein - für Red Bull 11, also das elfte Formel-1-Modell des österreichisch-britischen Rennstalls. Red Bull fährt seit 2005 mit einem eigenen Team in der Königsklasse. Gegründet wurde dieses 1997 von Paul und Jackie Stewart; im Jahr 2000 übernahm der Ford-Konzern mit der Marke Jaguar die Kontrolle. Jaguar zog sich aber Ende 2004 wegen Erfolglosigkeit zurück und verkaufte an Red Bull.

Geburtsdatum und -ort:
Gezeugt wurde der RB11 im britischen Milton Keynes, wo nicht nur Red Bull Racing, sondern auch die Schwesternfirma Red Bull Technology (beliefert auch Toro Rosso) zu Hause ist. Insgesamt arbeiten an diesem Standort rund 700 Angestellte am Formel-1-Projekt des österreichischen Energydrink-Herstellers. Zur Welt gebracht wird das Baby am 1. Februar 2015 im spanischen Jerez de la Frontera.

Eltern:
Adrian Newey, der (geistige) Vater des Red Bull RB10 aus der Formel-1-Saison 2014, fiebert schon seiner Rente entgegen und möchte sich daher lieber anderen Themen widmen als der "Erziehung" eines Rennautos. Trotzdem hat er sich aus der Rolle des Erziehungsberechtigten noch nicht ganz zurückgezogen. Immer mehr Verantwortung überträgt Newey aber seiner rechten Hand Rob Marshall. Alle großen Entscheidungen jenseits der Technik treffen im Haus unverändert Konzernchef Dietrich Mateschitz, Motorsportkonsulent Helmut Marko und Teamchef Christian Horner - in dieser Rangfolge.

Paten:
Mit Daniel Ricciardo (25) und Daniil Kwjat (20) hat Red Bull zwei recht junge Paten für den RB11 ausgesucht, die sich 2015 um das Neugeborene kümmern werden. Dass Ricciardo mit Kindern umgehen kann, hat er schon 2014 bewiesen, als er drei Grand-Prix-Siege feierte (drei mehr als der große Sebastian Vettel). Kwjat hat hingegen noch kaum Erfahrung mit solchen Situationen, aber genau diese Unbekümmertheit könnte für ihn hervorragend funktionieren.

Geschwister:
Über den Namen des großen Bruders RB10 wurde schon nach den ersten Schritten gewitzelt: RB10, das klingt englisch ausgesprochen wie "are beaten", also "werden besiegt" - eine Prognose, die sich sehr zum Leidwesen von Sebastian Vettel bewahrheitet hat. Aber die Red-Bull-Familie hat auch große Söhne hervorgebracht: den RB5 etwa, mit dem im Jahr 2009 der Durchbruch gelang, oder die Generation RB6 bis RB9, mit der in vier Jahren acht WM-Titel gewonnen wurden (Fahrer und Konstrukteure).

Besondere Merkmale:
Dass auch der RB11 ein Kind von Adrian Newey ist, wird sich optisch voraussichtlich nicht leugnen lassen - die Ähnlichkeit zu den älteren Geschwistern der vergangenen Jahre soll unverkennbar sein, hört man aus dem Umfeld der Familie. Nur die Nase unterscheidet sich beim RB11 wohl deutlich sichtbar von jener des RB10, die als eine der schöneren des Formel-1-Jahrgangs 2014 galt.

Kinderkrankheiten:
Beim ersten Test in Jerez wird eine seltene Hauterkrankung erwartet, genauer gesagt eine Lackierung in schwarz-weißer Zebra-Optik (ein Trick aus dem Zweiten Weltkrieg, um aerodynamische Details so gut wie möglich zu verschleiern). Spätestens beim Auftaktrennen am 15. März in Melbourne wird das Baby aber über eine gesunde Hautfarbe verfügen. Babyspeck war bei den Kindern von Adrian Newey, allesamt extrem schlank gebaut, noch nie ein Problem. Ob jedoch auch der RB11 wie der RB10 mit einem leichten Herzfehler zur Welt kommt (schwachbrüstiger Renault-Antrieb), das kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden.