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Formel-1-Newsticker

Formel 1 Australien 2019: Das Rennen in der Chronologie

Formel-1-Live-Ticker zum Nachlesen: +++ Vettel ratlos nach Ferrari-Pleite +++ Deshalb gab's Stallregie gegen Leclerc +++ Bottas' gepiepter Funkspruch an die Kritiker +++

11:53 Uhr

So erklärt Ferrari die Stallregie pro Vettel

Ferrari-Neuling Charles Leclerc durfte Sebastian Vettel nicht überholen. Das wurde per Funkspruch besiegelt, nachdem Leclerc beim Kommandostand nachgefragt hatte. Nun erklärt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, weshalb der interne Platztausch nicht erlaubt war: "Wir wollten zehn Runden vor dem Ende kein Risiko mehr eingehen, daher entschieden wir uns dazu, die Positionen zu halten, die Autos ins Ziel zu bringen und Punkte zu holen."

Es sei "keine schwierige Entscheidung" gewesen, die Stallregie auszugeben, sagt Binotto weiter. "Die Fahrer kämpften ja nicht um den ersten Platz. Ins Ziel kommen und Punkte holen, das hatte heute Priorität. Denn manchmal, wenn du im Rennen nicht zu den Besten zählst, ist es einfach nur wichtig, Punkte mitzunehmen."

08:04 Uhr

Vettel war "einfach nicht schnell genug"

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat sich zu seinem Abschneiden im Rennen geäußert. Bei 'RTL' sagte er nach P4: "Problem hatten wir keines. Wir waren einfach nicht schnell genug. Wir wissen aber noch nicht, warum. Ich hatte unheimlich zu kämpfen, weil ich nicht den Speed hatte."

Seine Einschätzung zum Kräfteverhältnis 2019: "Mercedes ist sehr stark, der Rest weit dahinter." Und das sagte Vettel mit ernster Miene.


08:11 Uhr

Statistik: Wer in Melbourne einen Doppelsieg anführt ...

... wird am Jahresende auch Formel-1-Weltmeister. Dieses "Gesetz" gilt schon seit 1996. Und bisher gab es sieben Fälle, in denen es genau so passiert ist. Rein historisch ist Valtteri Bottas also Topfavorit auf den WM-Titelgewinn 2019!


08:16 Uhr

Mercedes lobt "brutale Fahrt" von Bottas

So stellt sich Mercedes-Sportchef Toto Wolff einen Rennsonntag in der Formel 1 vor. Den Sieg von Valtteri Bottas in Melbourne wertet er als "brutale Fahrt", die er "nach Belieben kontrolliert" habe. "Mich freut es für ihn. Er hat eine so schwierige Zeit gehabt im letzten halben Jahr", erklärt Wolff im 'ORF'. "Die Leute haben ihn abgeschrieben. Und dann kommt er [so] zurück."


08:22 Uhr

Ferrari-Piloten klagen über "keinen Grip"

Ferrari war beim Formel-1-Saisonauftakt nur dritte Kraft hinter Mercedes und Red Bull. Aber warum? Direkt nach dem Rennen hat auch Sebastian Vettel nur weitere Fragezeichen und noch keine schlüssige Erklärung parat. Bei 'Sky' sagte der Deutsche: "Viel kann ich nicht machen, wenn kein Grip da ist." Er habe am Ende lediglich versucht, das Auto sicher über die Distanz zu bringen. Deshalb habe er auch Max Verstappen nicht halten können. "Er war viel schneller", meint Vettel. "Seine Reifen waren auch frischer. Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon nicht mehr den Speed, den ich hätte gehen müssen, um davor zu bleiben."

Was genau Ferrari im Rennen zurückgehalten habe, "weiß ich noch nicht", sagt Vettel weiter. Er deutet ein Set-up-Problem am SF90 an: "Ich denke, wir haben uns schwer getan, die Reifen zum Ende zu bringen. Die anderen haben das Problem offensichtlich nicht gehabt. Also haben wir irgendwas verpasst."


08:29 Uhr

Bottas schimpft am Funk: "Leckt mich …"

Der unzensierte Boxenfunk von Valtteri Bottas nach Rennende birgt ein paar interessante Sequenzen. Als er vom Kommandostand darauf angesprochen wird, dass der Sieg in Melbourne 2019 gewissermaßen die Revanche für seine sieglose Saison 2018 sei, antwortet Bottas: "Absolut." Es vergehen ein paar Sekunden, dann ergänzt er: "An alle, die es was angeht: Leckt mich am Arsch!" Direkt danach kommt Sportchef Toto Wolff in den Kanal und gratuliert Bottas zum Erfolg – und damit haben die Schimpfworte ein Ende.


08:32 Uhr

Vettel bestätigt Stallregie zu seinen Gunsten

Das hat im TV jeder gesehen: Charles Leclerc holte von hinten auf seinen Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel auf, überholte aber nicht. Weil Ferrari seinen vermeintlichen Nummer-1-Piloten Vettel beschützen wollte? Vettel selbst bestätigt das in seiner Medienrunde. Auf die Frage, ob ihm Leclerc am Rennende "Geleitschutz" gegeben habe, antwortet der viermalige Weltmeister: "Ja, ich hatte unheimlich zu kämpfen und ich wusste, dass er schneller ist. Unter normalen Bedingungen wäre er durch. Ich hätte nicht groß dagegenhalten können, weil den Speed hatte ich nicht."


08:47 Uhr

Alle Reifenstrategien im Rennen

Mit nur einem Stopp zum Sieg: Valtteri Bottas hat sich an die ideale Rennstrategie gehalten und hat deutlich gewonnen. In der Pirelli-Grafik ist klar zu sehen, wie viel eher Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beim Service waren. Und das hat sich nicht gelohnt ...

Vettel selbst antwortet auf die Frage, ob der frühe Stopp ein Fehler war, so: "Ja, am Ende sieht es wohl danach aus, aber während des Rennens hat es sich nicht so angefühlt." Er wisse nicht, was genau passiert sei, aber: "Der zweite Stint war von Beginn an langsam. Und dann wurde es schlimmer. Max [Verstappen] und Charles [Leclerc] sind zehn Runden nach mir reingefahren und hatten keine Probleme mit den Reifen. Vielleicht hatten wir auch ein anderes Problem."


08:55 Uhr

Haas erklärt erneute Boxenpanne in Melbourne

Das gab es doch 2018 schon! Allerdings. Deshalb bezeichnet Haas-Teamchef Günther Steiner das lose Vorderrad bei Romain Grosjean auch treffend als "Déjà vu" und meint: "Vermutlich ist einfach der Boxenstopp schiefgelaufen. Dabei wurde wahrscheinlich etwas beschädigt. Immerhin: Letztes Jahr haben wir gar keine Punkte geholt, dieses reisen wir auf P4 ab – und unser Auto geht gut."

Grosjean dagegen nimmt's nicht ganz so leicht. Er lachte zwar, als er sagte: "Australien mag mich einfach nicht." Etwas ernsthafter fügt er hinzu: "Das Auto war schnell. Aber beim Boxenstopp muss etwas am Auto gebrochen sein. Was es war, weiß ich nicht. Aber das war's dann. Ich habe mir das Auto noch nicht näher angesehen. Ich habe nur das Lenkrad wieder aufgesteckt und bin davongelaufen, mit ein paar Flüchen auf den Lippen …"

Übrigens: Noch in der Startaufstellung hatte Steiner gegenüber 'Sky' versichert, sein Team habe Boxenstopps geübt und die Fehler aus der Vergangenheit abgestellt.


09:03 Uhr

Bottas widmet Charlie Whiting den Sieg


Schöne Geste von Valtteri Bottas: Er hat seinen Melbourne-Sieg dem am Donnerstag unerwartet verstorbenen Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting gewidmet. Nach der letzten Frage sagte er: "Ich wollte einfach noch sagen: Danke, Charlie. Dieser Sieg ist für Charlie und all die Arbeit, die er für die Formel 1 gemacht hat. Er hat so vieles geleistet. Was er getan hat, das bedeutet uns Fahrern eine Menge."

Whiting war in der Formel 1 nicht nur als Rennleiter tätig, sondern auch als Sicherheitsdelegierter und Leiter der Fahrerbesprechungen. Er überwachte zudem die Streckensicherung.

Schon vor dem Rennen hatten viele Piloten ihrer Trauer über den Tod Whitings Ausdruck verliehen.


Fotostrecke: Reaktionen auf den Tod von Charlie Whiting


09:09 Uhr

Red Bull stichelt wieder gegen Renault

Das erste Rennen mit dem neuen Motorenpartner – und schon läuft's! Den dritten Platz von Max Verstappen im Australien-Grand-Prix 2019 nimmt Red Bull auch gleich zum Anlass, seinem früheren Lieferanten Renault einen kleinen Seitenhieb zu verpassen: "Jetzt können wir kämpfen", schreibt das Team in den sozialen Medien.

Und Honda watscht indirekt McLaren ab, indem es seinerseits verkündet: "Das war unser erstes Rennen mit Red Bull – und unser erstes Podium seit 2008." Verstappen ist sogar erst der zweite Fahrer nach Sebastian Vettel, der in der Hybrid-Ära seit 2014 mit zwei unterschiedlichen Motoren in die Top 3 gefahren ist. Doch Honda selbst will mehr: "Das war ein guter erster Schritt, doch wir müssen die Antriebsleistung weiter steigern, wenn wir unsere direkten Rivalen schlagen wollen."


09:14 Uhr

Mercedes entdeckt Schaden an Hamilton-Auto

Die erste Untersuchung des Mercedes W10 nach dem Rennen hat ergeben: Das Fahrzeug weist Beschädigungen auf. Der Unterboden vor dem linken Hinterrad sei nicht mehr komplett, es fehle dort ein Stück, heißt es vom Team. "Wir wissen derzeit aber noch nicht, warum oder wie es passiert ist." Nur so viel: "Es dürfte Lewis' Balance-Probleme im Rennen verstärkt haben."

Hamilton selbst hatte direkt nach dem Grand Prix die Frage verneint, ob er Probleme gehabt habe. "Ich habe eine Ahnung, aber darüber rede ich mit meinen Ingenieuren", sagte Hamilton weiter. "Es ist frustrierend, wenn man bis dahin ein gutes Wochenende hatte. Aber so läuft es eben manchmal."


09:23 Uhr

Ricciardo erklärt Zwischenfall beim Start

Renault-Fahrer Daniel Ricciardo erklärt, wie er sich in der Startphase den Frontflügel abgefahren hat. Von Startplatz zwölf kommend war er mit der rechten Fahrzeugseite von der Strecke gefahren. "Und dann kam da eine riesige Abflussrinne, wie man sie nicht so oft sieht. Als ich auf dem Gras war, hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich wollte einfach drüberfahren. Ich hatte genug Schwung, um neben Perez zu bleiben. Doch dann kam da diese Senke – und das war's dann."

Ricciardo habe sich überhaupt nur wegen des Duells mit Perez so weit nach außen bewegt. "Er hat ein bisschen gezuckt. Und wenn das so schnell passiert, dann bewegst auch du dich. Und schwupps war ich auf dem Gras", sagt Ricciardo. Er wertet den Zwischenfall als "ziemlich unglücklich", zumal er sein Auto später mit Folgeschäden vorzeitig abstellen musste.


09:33 Uhr

Fans wählen Bottas zum "Fahrer des Tages"

Die Formel-1-Fans haben abgestimmt - und Valtteri Bottas zum "Fahrer des Rennens" gewählt. Der Mercedes-Fahrer war gleich beim Start in Führung gegangen und hatte das Rennen von der Spitze aus kontrolliert. Sein Vorsprung von 20,8 Sekunden auf Teamkollege Lewis Hamilton war größer als der Abstand zwischen P1 und P2 bei jedem einzelnen Rennen der Saison 2018!


09:37 Uhr

Topspeeds: Honda erstmals bester Motor

Honda hat gewaltige Fortschritte gemacht. Das zeigt sich nicht nur anhand des dritten Platzes von Max Verstappen beim Saisonauftakt in Melbourne, sondern auch bei den Topspeeds im Rennen. Pierre Gasly erzielte im Red Bull RB15 mit 321,9 km/h den Spitzenwert vor Verstappen (319,9). Der beste Mercedes-Motor kam mit Lance Stroll im Racing Point RP19 mit 319,8 km/h auf P3. Nico Hülkenberg im Renault R.S.19 landete als Sechster mit 318,0 km/h sogar noch deutlich vor dem besten Ferrari-Antrieb von Kimi Räikkönen im Alfa Romeo C38 mit 314,6 km/h.

Das wertet Honda als "positiven Start", merkt aber an: "Noch sind wir nicht dort, wo wir hinwollen." Vor der Saison 2019 scheint es also endlich "Klick" gemacht zu haben für den japanischen Hersteller. Denn auch die Zuverlässigkeit stimmt inzwischen.


09:50 Uhr

Vettel überholen? Leclerc hat bei Ferrari nachgefragt

So klingt jemand, dem vor dem Rennen die Spielregeln erklärt wurden: Charles Leclerc hat bei seiner Aufholjagd im Australien-Grand-Prix brav bei Ferrari nachgefragt, ob er seinen Teamkollegen Sebastian Vettel angreifen darf.

Hier ist der Funkverkehr im Wortlaut:

Leclerc: "Soll ich hinter Sebastian bleiben? Ja oder nein?"
Team: "Ja. Und nimm etwas Tempo heraus, geh auf Abstand."
Leclerc: "Ok."

Vettel hat die Ferrari-Stallregie zu seinen Gunsten bereits bestätigt. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat seine Ankündigung also wahr gemacht, voll auf Vettel zu setzen. Und das gleich im ersten Rennen.


09:58 Uhr

Hülkenberg meistert "ziemlichen Boxkampf" für Renault

Renault-Fahrer Nico Hülkenberg spricht nach P7 im Australien-Grand-Prix von einem "ziemlichen Boxkampf" und meint, er habe sich gefühlt "wie im Ring". Der Deutsche weiter: "Ich musste das Auto das ganze Rennen hindurch regelrecht wrestlen. Ich glaube, in Sachen Gesamtpace sind die anderen schneller gewesen. Eigentlich haben wir es nur durch einen sehr guten Start und eine gute erste Runde geschafft [auf P7 ins Ziel zu fahren]. Natürlich haben wir das Resultat bekommen, aber vom Gefühl her war es alles andere als ideal. Von daher bin ich nicht ganz zufrieden."

Warum der Renault R.S.19 im Rennen nicht spurte, weiß Hülkenberg noch nicht zu sagen. "Wir haben nach wie vor ein paar Baustellen und ein paar Schwierigkeiten, an denen wir weiter arbeiten müssen", erklärt er.


10:04 Uhr

Räikkönen: "Nicht viel Mist gebaut" für P8

Kimi Räikkönen fuhr im Alfa Romeo C38 ein eher unauffälliges Rennen und beschloss es auf Rang acht in den Punkten. "Das nehmen wir mit", sagte er anschließend. "Es war schließlich das erste Rennwochenende mit dem Team. Wir haben nicht viel Mist gebaut. Jetzt geht es darum, das Auto schneller zu machen, wenngleich es ziemlich schnell war."

Ein Problem aber gab es doch: die Bremskühlung. "Ein Abreißvisier ist dort hängengeblieben. Deshalb mussten wir unseren Boxenstopp vorziehen", sagt Räikkönen. Er fuhr außerplanmäßig stolze 45 von 58 Runden mit der Medium-Reifenmischung, länger als jeder andere Pilot im Feld.


10:10 Uhr

Video: Der McLaren von Sainz brennt

Carlos Sainz war im McLaren MCL34 der erste Ausfall der Formel-1-Saison 2019, nach nur elf Rennrunden. "Ich glaube, die kinetische Motor-Generator-Einheit ging kaputt. Das hat uns zur Aufgabe gezwungen", sagt er. "Schade, denn bis dahin war es gut gelaufen. Punkte wären möglich gewesen."

Er habe aber auf einmal einen Leistungsverlust gespürt, sagt Sainz weiter. Er funkte noch "keine Leistung mehr" an die Box, da rauchte sein Fahrzeug auch schon. "Das ist jetzt leider ein schlechter Start in eine hoffentlich gute Saison. Das tut schon weh. Aber hoffentlich liegt das Pech für das komplette Jahr schon jetzt hinter mir."


10:14 Uhr

Mercedes: Red-Bull-Honda ist jetzt eine "Gefahr"

Mercedes-Sportchef Toto Wolff ist die Formsteigerung von Honda nicht entgangen. Und genau so, wie er sein Team vor Saisonbeginn klein geredet hat, redet er jetzt die Konkurrenz stark: Max Verstappen habe Sebastian Vettel bei seinem Überholmanöver für P3 regelrecht "verspeist". Wolff weiter: "Die [Honda-] Motorleistung war enorm. Und in Kombination mit Red Bull werden sie zur Gefahr. Wir haben sie für die Weltmeisterschaft auf unserer Rechnung."


10:22 Uhr

Gasly bei Red-Bull-Debüt "leider" ohne Punkte

Von Startplatz 17 noch auf P11 nach vorne, aber eben nicht in die Punkteränge. Pierre Gaslys Einstand bei Red Bull verlief nicht nach dem Geschmack des Franzosen. "Wir wussten schon vorher, dass es schwierig werden würde, noch in die Top 10 zu fahren. Ich habe alles versucht, aber leider sind wir knapp außerhalb der Punkte angekommen", sagt Gasly. "Der einzige Versuch in Q1 und dass ich dadurch gleich ausgeschieden bin, hat das Qualifying und auch das Rennen doch massiv beeinflusst."

Besonders bitter: Gasly wurde Elfter hinter Daniil Kwjat im Toro Rosso, der ihn nach dem Stopp sogar auf der Strecke überholt hatte. Danach gelang es Gasly nicht, den Honda-Markenkollegen wieder einzufangen. "Selbst mit DRS konnte ich den Toro Rosso nicht einholen. Sie hatten das ganze Wochenende über einen irren Topspeed. Mir ist einfach kein Überholversuch gelungen", meint Gasly.


10:33 Uhr

Bottas' überlegener Sieg: nur "Kopfsache"?

Toto Wolff ist voll des Lobes für Valtteri Bottas und "wie er zurückgeschlagen hat, nachdem er im vergangenen Jahr schon abgeschrieben und hinterfragt wurde, ob er gut genug für den Job sei." Bottas habe "einen der überlegensten Siege in jüngerer Zeit" erzielt, was zeige, "wie stark dieser Sport Kopfsache ist", so der Mercedes-Sportchef.

"Für mich ist das ein kleines Märchen: Lass dich niemals von anderen unterkriegen. Glaube an dich. Und das hat er uns am ganzen Wochenende gezeigt. Es hat nicht eine Session gegeben, in der er nicht gut genug gewesen wäre."

Bottas sei als veränderter Mensch aus der Winterpause gekommen, meint Wolff und erklärt: "Nach der Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr sagte er, dass er müde sei und eine Auszeit brauche. Denn er hatte gerade die schlechteste Saisonhälfte seiner Karriere hinter sich. Und Ende Januar kam er zurück und sagte: 'Ich bin zurück!'" Genau das habe Bottas in Melbourne eindrucksvoll unter Beweis gestellt.


10:37 Uhr

Ocon darf den Stern halten

Hier ist das offizielle Siegerfoto von Mercedes aus Melbourne. Was auffällt: Esteban Ocon als Test- und Ersatzfahrer ist mit darauf, hält den Mercedes-Stern und jubelt mit. Dabei müsste ihm eigentlich zum Heulen sein: Erst kriegt er kein Cockpit für die Saison 2019, dann kommt er als potenzieller künftiger Nachfolger von Valtteri Bottas ins Silberpfeil-Werksteam - und dann feiert Bottas gleich im ersten Saisonrennen eine spektakuläre Wiederauferstehung, die ihm - sofern sie sich fortsetzt - die Weiterbeschäftigung bei Mercedes sichern könnte ...


10:47 Uhr

Ricciardo nach Heimrennen "ausgelaugt"

Formel-1-Fahrer Daniel Ricciardo gesteht: Sein Medienmarathon vor dem Australien-Grand-Prix hat ihn "ausgelaugt". Er habe das Gefühl, vor seinem Heimrennen könne er "gar nicht genug" PR-Arbeit leisten. "Das ist schon hart. Diese Woche ist einfach richtig übel. Du ackerst und ackerst. Ich will das jetzt nicht auf [das Rennen] schieben, aber es hat sicherlich nicht [geholfen]. Ich weiß auch nicht. Ich fühle mich aus diversen Gründen einfach platt. Ich bin ausgelaugt. Ich habe versucht, in dieser Woche alle zufriedenzustellen. Dabei habe ich nicht auf mich selbst geschaut. Das werde ich nächstes Jahr anders machen."


10:56 Uhr

Williams: Beide Autos im Ziel ist "schon eine Leistung"

Eigentlich unglaublich: Das Team, das in den 1990er-Jahren die Formel 1 dominiert hat, feiert sich jetzt für eine Zielankunft mit beiden Autos – bei zwei beziehungsweise drei Runden Rückstand auf den Sieger. Der leitende Williams-Renningenieur Dave Robson erklärt, das sei "schon eine Leistung". Die Fahrer hätten gut performt, das Wochenende an sich dürfte ihnen "etwas Vertrauen für die Zukunft" geben.

George Russell nimmt nach seinem Formel-1-Debüt indes kein Blatt vor den Mund und sagt: "Es ist natürlich enttäuschend, so weit hintendran zu sein. Aber so ist es derzeit einfach. Und ich bin nicht interessiert daran, mit Robert [Kubica] um den letzten Platz zu kämpfen."

Kubica selbst äußert sich nach einem "nicht einfachen" Rennen so: "Ich weiß, das klingt jetzt seltsam. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass ich so etwas sagen würde, aber obwohl es sehr schwierig war, gab es auch Positives." Nur was genau so toll war, das bleibt Kubicas Geheimnis …


11:01 Uhr

Freude bei den Finnen

Aufmerksame Leser unseres Live-Tickers kennen Heikki Kulta, den finnischen Kult-Journalisten, der in den offiziellen FIA-PKs fast immer nur seinen Landsleuten Fragen stellt, meistens mit Statistiken brilliert und mit stolzer Brust durch den Paddock marschiert, wenn es finnische Erfolge zu vermelden gibt. Ein extrem sympathischer Zeitgenosse, bei allen beliebt, dessen Fragen bei den nicht finnischen Fahrern meistens schon ein Lächeln auslösen, wenn sie gerade erst formuliert werden.

Der Journalist klärt Valtteri Bottas heute darüber auf, dass zum ersten Mal seit sechs Jahren (Kimi Räikkönens Auftaktsieg 2013 auf Lotus) wieder ein Finne eine Formel-1-WM anführt. "Wie fühlt sich das an?", will er wissen. Bottas, wissend, dass Kulta das wahrscheinlich genauso viel bedeutet wie ihm selbst, grinst zurück: "Ich gratuliere auch dir!"


11:13 Uhr

Honda-Podium: Sportchef vergießt Tränen!

Das erste Formel-1-Podium seit 2008 hat Honda-Projektleiter Toyoharu Tanabe laut Auskunft von Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu Tränen gerührt. "Yamamoto-san hat geweint", sagt Horner. "Sie hatten ein paar harte Jahre. Das heute ist eine tolle Moralinjektion für sie und das ganze Team. Einen Ferrari zu überholen, auf einer Geraden, ist echt positiv." Dennoch sieht Horner Red Bull nicht glasklar als zweite Kraft hinter Mercedes: "Ich glaube, im Rennen haben wir über unseren Verhältnissen performt."


11:18 Uhr

Haas etabliert sich in Melbourne als vierte Kraft

Mercedes, Red Bull, Ferrari – und Haas. So liest sich das Kräfteverhältnis zum Start der Saison 2019. Kevin Magnussen wähnt sein Team "zumindest" heute an vierter Stelle der Hackordnung. "Ich kann aber nicht sagen, ob das auch für den Rest der Saison so bleiben wird. Doch an diesem Wochenende war es der Fall." Mit P6 im Rennen sei er selbst "hochzufrieden", meint Magnussen weiter. "Ich hatte ein richtig gutes Auto und konnte die ganze Zeit über Druck machen. Es gab keine Probleme."

Sein Teamkollege Romain Grosjean wird das nicht gerne hören: Er schied mit losem Vorderrad aus. "Schade für das Team", sagt Magnussen. "Romain lag ebenfalls gut im Rennen. "Schade, dass wir da nicht mehr draus machen konnten."


11:33 Uhr

"Leckt mich!" – so erklärt Bottas diesen Funkspruch

Valtteri Bottas hat nicht nur mit seinem Sieg Aufsehen erregt, sondern auch mit einem markigen Funkspruch, nämlich: "An alle, die es etwas angeht: Leckt mich am Arsch!"

Was es damit auf sich hat? Bottas erklärt: "Das kam ganz spontan. Ich wollte einfach nur schöne Grüße bestellen. Das war's. Ehrlich, ich hatte nicht vorher darüber nachgedacht. Das ist einfach so entstanden."

Der Spruch sei auf seine Kritiker gemünzt gewesen. "Es gibt viele Leute, die dich unterstützen. Ich schätze das sehr. Es gibt aber auch schwierige Zeiten, das ist die andere Seite – und die ist deutlich negativer." Er habe die Kritik im Anschluss an seine sieglose Saison 2018 aber nicht als unfair empfunden. "Jeder darf sagen, was er will. Aber die, die es was angeht, sollen wissen: Vielleicht müssen sie manchmal in den Spiegel schauen und darüber nachdenken, warum sie das tun. Aber für mich ist das jetzt okay."

Er habe keine konkreten Adressaten seiner Aussage im Kopf gehabt, meint Bottas weiter. "Die Liste wäre aber lange, leider. So ist es halt. Ich bin mir aber sicher: Die Leute, die gemeint sind, die haben es kapiert."


11:46 Uhr

Ferrari: "Nicht, was wir erwartet hatten"

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung nach den Plätzen vier und fünf im Auftaktrennen. "In der Tat: Das war nicht, was wir erwartet hatten", sagt er mit tonloser Stimme. "Von Freitag an ist es uns nicht gelungen, die richtige Balance für das Auto zu finden. Die Reifen und das Set-up haben uns Probleme bereitet. Und die Leistung im Rennen spiegelt das wieder, was wir schon am Samstag im Qualifying gesehen haben."

Nun stehe dem Team eine gründliche Datenanalyse ins Haus, um den Ursachen für die fehlende Balance auf die Spur zu kommen. "Wir haben heute noch nicht alle Antworten, aber wir sind zuversichtlich, dass [die Leistung in Melbourne] nicht dem Potenzial des Autos entspricht. Das muss eine Ausnahme bleiben in diesem Jahr", erklärt Binotto. "Ich denke, es wird eine gute Lektion sein. Wenn wir den Fehler finden, dann gehen wir vielleicht gestärkt daraus hervor."

Sebastian Vettel glaubt an sein Team und sagt: "Wir haben alle Zutaten, die wir brauchen, alle Werkzeuge. Wir haben auch ein gutes Auto. Das wissen wir. Dieses Wochenende war das aber nicht der Fall, wir waren nicht konkurrenzfähig genug. Aber das werden wir ändern."


11:49 Uhr

Veranstalter vermeldet Zuschaueraufschwung

So viele Zuschauer wie seit 2005 nicht mehr: Insgesamt 324.000 Fans haben die Veranstalter in Melbourne über alle vier Renntage am Albert Park Circuit gezählt. Wie immer ist bei diesen Zahlen Vorsicht geboten: Wer von Donnerstag bis Sonntag täglich zur Strecke kommt, geht auch vier Mal in die Statistik ein. Dennoch: eine stolze Bilanz!


11:59 Uhr

Höhere Heckflügel: Fahrer sieht Startampel nicht!

So hatten sich das die Regelmacher natürlich nicht gedacht: Red-Bull-Fahrer Pierre Gasly beschwerte sich nach dem Melbourne-Rennen darüber, dass das Startsignal gar nicht gesehen habe. "Durch die neuen, größeren Heckflügel hatte ich keine Sicht auf die Startampel. Ich musste mich auf die Autos um mich herum verlassen und habe so natürlich ein paar Positionen verloren", erklärt er. Kurios ist das insofern, weil die Heckflügel von 2018 auf 2019 zwar um zehn Zentimeter (auf 1,05 Meter) verbreitert, aber nur um zwei Zentimeter erhöht wurden. Doch das hat scheinbar ausgereicht, um Gasly die Sicht zu versperren. Da wird der Automobil-Weltverband (FIA) nachbessern müssen - an der Ampelhalterung!


12:20 Uhr

So groß ist die Not bei Williams

Abgeschlagen Letzter, schon im Qualifying, erneut im Rennen: Für Williams war in Melbourne rein gar nichts zu holen. Die Not des Traditionsteams ist sogar so groß, dass man den Auftakt-Grand-Prix zu weiteren Testzwecken nutzte, wie Formel-1-Neuling George Russell erklärt: "Wir haben am Ende einen zusätzlichen Boxenstopp eingelegt, nur damit wir im Rennen alle drei Reifenmischungen ausprobieren konnten. Das ist leider, wo wir momentan stehen." Letzter und Vorletzter wären die beiden Williams-Piloten so oder so geworden. Insofern hat Williams aus der Not sogar noch eine Tugend gemacht.

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