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  • 10.03.2008 · 16:06

Force India geht mit viel Stolz in die Debütsaison

2008 soll in der Mannschaft von Force India alles anders werden - nach einigen turbulenten Jahren geht es jetzt offenbar in die richtige Richtung

(Motorsport-Total.com) - Wenn am kommenden Sonntag die Startflagge zum Grand Prix von Australien fallen wird, dann hat dieser Moment für ein Land eine historische Bedeutung, denn dann ist zum ersten Mal in der Geschichte des Motorsports ein indisches Formel-1-Team in einem Formel-1-Rennen mit von der Partie.

Vijay Mallya

Vijay Mallya ist stolz auf das erste Formel-1-Team unter indischer Fahne

Binnen drei Jahren wurde aus der ehemaligen Mannschaft von Eddie Jordan erst Midland und dann Spyker, bevor im Oktober 2007 Vijay Mallya und die Mol-Familie neue Co-Eigentümer wurden. Mallya dient dabei als Sprachrohr nach außen und der stolze asiatische Subkontinent jubelte, als der Teamname Force India bekannt gegeben wurde.#w1#

Das Auto des Jahrgangs 2008 ist in den Farben rot, weiß und gold gehalten. Es ist eine Weiterentwicklung des Spyker F8-VII aus der Saison 2007 und läuft unter der Bezeichnung VJM01. Über den Winter hat der Bolide 6.000 Testkilometer gesammelt und dabei - sehr zur Freude von Mallya und Co. - keine größeren Zuverlässigkeitsprobleme erkennen lassen.

Dies ist möglicherweise umso entscheidender, als das Team sein Saisonziel darin sieht, so schnell wie möglich Anschluss an das Mittelfeld zu erlangen und, wann immer es möglich erscheint, den einen oder anderen Punkt einzufahren, wie es Adrian Sutil im Oktober 2007 im Regenrennen von Fuji gelang.

Mallya und Kolles stolz und aufgeregt

Colin Kolles (Teamchef)

Die Force-India-Mannschaft bei der Präsentation in Bombay Zoom

Neben dem 25-jährigen Deutschen wird 2008 der Formel-1-Routinier Giancarlo Fisichella in seine insgesamt zwölfte Formel-1-Saison gehen, als dritter Mann steht dessen Landsmann Vitantonio Liuzzi bereit. Force India hat 2008 ein größeres Budget als in den Jahren zuvor zur Verfügung, welches vor allem in die weitere Entwicklung des VJM01 fließen soll.

Vijay Mallya (Teambesitzer): "Eines von elf teilnehmenden Teams zu sein, ist für sich selbst gesehen schon eine Sache, die uns mit großem Stolz erfüllt. Denn es kann wahrlich nicht jeder von sich behaupten, dass ihm ein Formel-1-Team gehört und wir stehen in der Startaufstellung. Wir nehmen an der Weltmeisterschaft teil, auf dem höchsten Level der Welt. Wir sind eines von elf auserwählten Teams."

"2008 und 2009 wird es ein stufenweiser Prozess werden. Wir sind extrem erfreut über unsere hervorragenden Testzeiten. Fisichella war an einem Tag sogar einmal Vierter, aber deswegen werde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, dass wir in die Top 5 fahren werden. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber wir gehen positiv und fest entschlossen in die richtige Richtung."

Colin Kolles (Teamchef): "Ich bin mit diesem Team in den vergangenen drei Jahren durch einige schwierige Zeiten gegangen, aber mit entschlossenen Teambesitzern, einem realistischen Budget und hohen Ambitionen sehe ich nun eine langfristige Zukunft für uns. Wir befinden uns am Anfang von etwas unglaublich aufregendem - wir erobern einen neuen Markt, wir haben einen neuen Teamgeist und wir haben unsere Ressourcen ausgebaut, um Resultate abzuliefern."

Gascoyne positiv, aber ohne Illusionen

Giancarlo Fisichella, Mike Gascoyne

Giancarlo Fisichella und Mike Gascoyne - zwei Hoffnungsträger für Force India Zoom

"Mit einem erfahrenen Giancarlo Fisichella, einem aufstrebenden Adrian Sutil und unterstützt von einem fähigen Tonio Liuzzi haben wir eine starke Fahrertruppe. Das ist das erste Zeichen dafür, dass wir nicht nur glücklich darüber sind, dass wir zurück sind, sondern wir schauen auch nach vorne und bauen gerade ein Fundament für die Zukunft."

"Ich betrachte Force India mit großem Optimismus und ich freue mich sehr auf dieses Jahr. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass wir in dieser Saison den Anschluss an das Mittelfeld herstellen können und dass wir uns, obwohl es dort sehr eng zu geht, in einer Position befinden, um regelmäßig in die Punkte zu fahren."

Mike Gascoyne (Technischer Direktor): "Atmosphäre und Gefühl im Team sind aufgeregt und optimistisch. In den vergangenen fünf Jahren erlebte diese Mannschaft eine schwere Zeit mit verschiedenen Besitzern und falschen Hoffnungen, aber nun glaube ich, dass wir mit einem vernünftigen Budget und einem spannenden Fahrer-Lineup damit beginnen können, einen guten Job zu machen."

"Als Resultat dessen freut sich bei uns jeder auf die Zukunft. Wir haben keinerlei Illusion darüber, dass wir von ganz hinten starten werden, aber ich bin davon überzeugt, dass wir dieses Jahr so betrachten können, dass dieses Team damit beginnt, sich selbst als eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu betrachten. Dies ist ein sehr positives Gefühl."

Rückkehrer Fisichella fühlt sich wohl

Giancarlo Fisichella

Giancarlo Fisichella fühlt sich bei Force India fast wie zuhause Zoom

"Die Wintertests zu beurteilen ist immer sehr schwer, aber man kann schon sehen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir werden von hinten starten, aber wie weit uns dieser Schritt gebracht hat, werden wir erst in Melbourne sehen. Unser Ziel muss es sein, ins zweite Qualifying zu kommen und die Rennen zu Ende zu fahren. Doch eines ist meiner Meinung nach auch bei den Tests klar geworden: Wir sind nicht länger nur das Team, das nur irgendwo weit hinten überrundet wird."

Giancarlo Fisichella: "Seit ich vor zwei Monaten zu Force India gewechselt bin, war es eine sehr aufregende Zeit - sowohl für das Team, als auch für mich. Ich fühle mich hier völlig zu Hause, bei den Mechanikern und auch bei den Ingenieuren. Es ist, wäre ich schon eine lange Zeit bei Force India."

"Australien ist für mich und meine Karriere bei Force India ein guter Ort für einen Start. Hier habe ich 2005 gewonnen und startete 2006 auf Position zwei mit einem Auto, das nicht ganz so gut war, wie ich gehofft hatte. Vergangene Saison wurde ich dort Fünfter."

"Für mein erstes Rennen mit Force India bin ich zuversichtlich. Mein erstes Ziel ist es, in das zweite Qualifying zu kommen, aber meine eigentliche Hoffnung ist es, den ersten Punkt von Force India in der Weltmeisterschaft zu holen. In jedem Test haben wir uns verbessert, speziell zuletzt in Barcelona, wo unsere Rundenzeiten bestätigt haben, dass es mit dem Auto in die richtige Richtung geht."

Sutil will weniger Fehler und mehr Punkte machen

Adrian Sutil

Adrian Sutil geht 2008 in seine zweite Formel-1-Saison Zoom

"Ich fuhr im letzten Test zwei Longruns und war von der Balance und der Konstanz sehr beeindruckt. Die Ergebnisse haben unseren Erwartungen entsprochen und wir haben ungefähr eine halbe Sekunde gefunden. Aber es ist noch mehr möglich, denn wir haben noch etwa zwei oder drei Zehntel auf Lager, die von neuen Entwicklungen stammen, die sich aber noch in der Pipeline befinden. Das wäre ein weiterer Schritt nach vorne und ein paar Plätze in der Startaufstellung. Wenn ich auf die Konkurrenz schaue, dann denke ich nicht, dass sie sich unter Rennbedingungen leicht von uns absetzen können."

Adrian Sutil: "Über den Winter war einiges los. Zwei Abstecher nach Indien und einige Tests mit einem vollgepackten Programm. Wir benutzen das gleiche Chassis wie vergangenes Jahr und wissen gut, wie es sich verhält. Der Fokus lag darauf, die neue Elektronik zum Arbeiten zu bringen und zu verstehen, wie sich das Auto ohne Traktionskontrolle verhält."

"Wir haben versucht, mehr Stabilität am Kurveneingang und Kurvenausgang zu finden. Es hat schon seine Zeit gebraucht, bis wir das Limit gefunden haben, aber ich mache mir keine Sorgen darüber, dass wir die letzten Ärgernisse so kurz vor Saisonstart erleben mussten. Das gibt uns mehr Zeit für die richtige Richtung der Weiterentwicklung."

"Wir haben diese Saison ein sehr gutes Fahrer-Lineup mit einer Menge Erfahrung. Mit Tonio als Testfahrer können wir auch zwischen den Rennen gute Fortschritte machen. Für mich ist es eine positive Herausforderung, Giancarlo im Team zu haben. Er wird mich pushen und das ist wichtig für die Zukunft. Es wird schwer, aber genau das brauche ich. Denn unter Druck kannst du deine maximale Leistung abrufen."

"Man kann sehen, dass das Team in diesem Jahr eine bessere Struktur hat. Alles scheint in die richtige Richtung zu gehen. Es gibt mehr Budget, wir können die Teile, die wir schon vergangenes Jahr haben wollten, aber keine Ressourcen mehr hatten, weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, alles dafür zu tun, dass es diese Saison besser wird. Weniger Fehler machen, mehr Punkte holen. Ich will helfen, das Team nach vorne zu bringen."