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FIA-Klarstellung nach "Sperrstunden"-Freispruch

Durch das Präzedenzurteil im aktuellen Fall Ferrari ist klar, dass die vier "Sperrstunden"-Ausnahmen jederzeit in Anspruch genommen werden dürfen

(Motorsport-Total.com) - Um im WM-Endspurt alle verfügbaren Ressourcen mobilisieren und an den jüngsten Updates arbeiten zu können, nutzte das Ferrari-Team beim Grand Prix von Abu Dhabi in den Nächten von Donnerstag auf Freitag sowie von Freitag auf Samstag die ersten zwei der vier pro Saison erlaubten Ausnahmen von der "Sperrstunden"-Regel der FIA. Diese wurde eingeführt, um die Ingenieure und Mechaniker zu schonen und ausufernde Nachtschichten zu reduzieren.

Ferrari-Mechaniker bei der Arbeit

Trotz "Sperrstunde": Bei Ferrari wurde zweimal bis in die Nacht hinein gearbeitet Zoom

Artikel 30.19 des Sportlichen Reglements besagt wörtlich: "Kein Teampersonal, das auf irgendeine Weise mit dem Einsatz der Autos in Verbindung steht, ist während zwei sechsstündiger Zeiträume, die neun Stunden vor dem geplanten Start des ersten und dritten Trainings beginnen, innerhalb der Grenzen der Strecke erlaubt. Allerdings werden jedem Team während einer Meisterschafts-Saison vier einzelne Ausnahmen gestattet. Um Missverständnisse auszuschließen: Personal, dessen Pflichten ausschließlich mit Catering, Medien oder Marketing zu tun haben, ist von obenstehenden Bestimmungen ausgenommen."

Die FIA-Rennkommissare Derek Warwick, Khaled Bin Shaiban, Radovan Novak und Lars Österlind wurden gebeten, sich den Fall Ferrari genauer anzusehen, weil bisher noch nie ein Team gleich zwei Ausnahmen an einem Rennwochenende in Anspruch genommen hat. In diesem Zusammenhang könnte man die Formulierung "einzelne Ausnahmen" (im Original "individual exceptions") für Interpretations-Spielraum nutzen.

Der Technische Delegierte der FIA, Jo Bauer, meldete die beiden Fälle den Kommissaren, empfahl aber, von einer Bestrafung abzusehen: "Das war die zweite der vier erlaubten einzelnen Ausnahmen für das Ferrari-Team während der Formel-1-Meisterschafts-Saison 2012, und daher sollten keine Maßnahmen ergriffen werden", schrieb er in seinem Technischen Bericht.


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Abu Dhabi, Samstag


Die Kommissare folgten dieser Empfehlung: "Nach Anhörungen des Teamvertreters halten die Kommissare fest, dass das Ferrari-Team jetzt zwei seiner vier Ausnahmen verwendet hat. Demzufolge entscheiden die Kommissare, dass keine weiteren Maßnahmen notwendig sind", erklären sie in einer offiziellen Stellungnahme.

Damit ist für die Zukunft klargestellt, dass die vier Ausnahmen jederzeit in Anspruch genommen werden dürfen, auch mehrfach an einem einzigen Rennwochenende.