• 08.03.2004 12:29

  • von Marco Helgert

Ferrari mit größter Leistungssteigerung

Ferrari konnte sich in Australien gegenüber dem Vorjahr am stärksten steigern - McLaren-Mercedes ist das Schlusslicht

(Motorsport-Total.com) - Die Wintermonate sind für die Teams die stressigste Zeit des Jahres. Gerade bei den Top-Teams fließen Unsummen in die Entwicklung der neuen Autos und in die Testfahrten, die in diesem Jahr besonders intensiv durchgeführt wurden. Offensichtlich wurde auch, dass die Rennställe in diesem Jahr mit verschiedenen Ansätzen versuchten, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.

Titel-Bild zur News: Michael Schumacher vor Rubens Barrichello (beide Ferrari F2004)

Auf und davon: Der Ferrari F2004 war klar das schnellste Auto

BMW-Williams sorgte mit dem FW26-"Hammerhai" für ein gewaltiges Medienecho, und auch der McLaren-Mercedes MP4-19 ist voll von neuen Ansätzen, auch wenn diese seit der Vorstellung des MP4-18, der nie ein Rennen bestritt, nicht mehr ganz neu waren. Ferrari wiederum war konsequent, der F2004 ist eine klare Weiterentwicklung des Vorjahresautos.#w1#

Genau das sorgte nach der Präsentation in Maranello für Schlagzeilen. Von einem "langweiligen Auto" sprach zum Beispiel 'Premiere'-Formel-1-Kommentator Jacques Schulz. "Ferrari könnte mit seiner Politik, sich sicher zu fühlen und auf seinem erfolgreichen Paket zu vertrauen, durchaus Probleme bekommen." Doch der F2004 entstand im Zeichen der Selbstsicherheit und nicht der Selbstüberschätzung. Der Saisonauftakt in Australien bestätigte dies eindrucksvoll.

F2004 - "langweilig", aber schnell

Auch die Motorenhersteller hatten keine leichte Aufgabe. Ein Formel-1-Motor muss ab dieser Saison ein gesamtes Rennwochenende überstehen. Und während alle Hersteller die Hausaufgaben gut gelöst haben, immerhin gab es nur zwei Motorschäden in Melbourne, so wurden die Autos keineswegs langsamer. Alle Teams konnten gegenüber dem Vorjahr enorm zulegen.

Doch gerade das "langweiligste" Auto, der Ferrari F2004, setzt hier den Maßstab, an dem sich alle anderen messen müssen. Es sollte dennoch erwähnt werden, dass der Vergleich zum Vorjahresrennen in Melbourne im Falle von Ferrari schwer fällt, denn das Team setzte in der letzten Saison noch auf das Modell des Jahres 2002.

Nichtsdestotrotz konnte das Team aus Maranello die größte Leistungssteigerung verbuchen. Die schnellste Rennrunde eines Ferraris sank von 2003 auf 2004 um mehr als dreieinhalb Sekunden. Während Ferrari an der Spitze des Feldes dem Rest des Formel-1-Trosses enteilt, kommen die stärksten Verfolger des Vorjahres nicht mehr mit.

McLaren-Mercedes mit dem geringsten Fortschritt

So konnte BMW-Williams eine Steigerung von 2,6 Sekunden vorweisen, rangiert damit aber nur auf Rang fünf, noch hinter Jaguar, Renault und Sauber. Bedenklich ist die Situation jedoch bei McLaren-Mercedes. Der Zeitunterschied der schnellsten Rennrunde von 2003 auf 2004 beträgt gerade einmal 1,4 Sekunden. Damit rangiert man noch hinter Minardi auf dem letzten Platz.

Da im Rennen nicht alle Teams das Glück haben, die gesamte Distanz zu fahren und somit aussagekräftige Rundenzeiten zu produzieren, ist auch ein vergleichender Blick auf die Zeiten der Trainingssitzungen notwendig. Hier ergibt sich jedoch ein ähnliches Bild, auch wenn Jaguar hier weiter zurückliegt, da der schnellste Pilot des Teams, Mark Webber, im Vorjahr nur 14 Runden drehen konnte.

Die Verbesserungen der schnellsten Rennrunden im Überblick:

Team - Sekunden (Steigerung in Prozent)
Ferrari - 3.634 (4,14%)
Jaguar - 3.265 (3,66%)
Renault - 3.084 (3,50%)
Sauber - 2.814 (3,16%)
Williams - 2.656 (3,02%)
BAR - 2.618 (2,96%)
Toyota - 1.887 (2,10%)
Minardi - 1.624 (1,77%)
McLaren - 1.396 (1,59%)

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