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Ecclestone kritisiert Hamilton: Soll weniger jammern!

Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat Lewis Hamilton für dessen "Arschloch"-Kommentar kritisiert, glaubt aber weiterhin an ihn als Weltmeister 2016

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton ist immer wieder für ein Skandälchen gut. Nachdem er bereits des Öfteren mit seinen Social-Media-Aktivitäten und extravagantem Lebensstil für Aufmerksamkeit sorgte - erst am Donnerstag nach dem Sotschi-Wochenende postete er Fotos und Videos von einer wilden Party in Miami auf Snapchat-, kamen zuletzt auch noch harte Aussagen Hamiltons über diverse Themen der Formel 1 hinzu. Der Brite nahm sich weder beim Cockpitschutz noch bei den neuen Regeln für die Saison 2017 ein Blatt vor den Mund. Und auch über die Gridstrafen der Rennkommissare musste er am Russland-Wochenende Dampf ablassen. Die einen lobten ihn für seine Geradlinigkeit, manch andere wiederum kritisieren sein "Gejammer". (Hier Hamiltons "Arschloch"-Aussage nachlesen!)

Lewis Hamilton, Bernie Ecclestone

Lewis Hamilton wird von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone verwarnt Zoom

Zur zweiten Gruppe gehört überraschenderweise auch Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone. Der Brite war wenig erfreut über Hamiltons Aussage. "Ich habe ihm gesagt, er soll damit klarkommen, weil es immerhin noch 17 Rennen gibt. Es ist nicht das Ende der Welt. Er hat nicht gejammert, als er gewonnen hat, oder? Lewis muss das lernen", so Ecclestone gegenüber der 'Times'. Überraschend scharfe Töne des 85-Jährigen, der Hamilton grundsätzlich viel Sympathie entgegenbringt und ihn als besten Botschafter der Formel 1 bezeichnet hat.

Zur Vorgeschichte: Der Mercedes-Pilot wurde am Russland-Wochenende im Qualifying mit einer Verwarnung belegt, nachdem er bei einem Ausritt in der zweiten Kurve nicht wie eigentlich vorgesehen um ein Styroporschild fuhr. Es ist bereits die zweite Verwarnung in dieser Saison - bei der dritten blüht dem aktuellen Weltmeister eine Strafversetzung in der Startaufstellung. Hamilton verstand die Vorgehensweise schon bei seiner ersten Verwarnung in Bahrain nicht, dies sei "einfach lächerlich", so der 31-Jährige.

Die Aktion in Russland erinnerte ihn an einen Rennkommissar seiner Karttage. "Es gab diesen einen Rennkommissar, ein echtes Arschloch. Ich habe gehört, er ist immer noch da. Er war einfach da, um den Leuten das Wochenende zu ruinieren." Ecclestone stört dieses ständige Klagen von Hamilton. Trotzdem glaubt der Brite insgeheim noch immer an den Star: "Er wird diese Weltmeisterschaft immer noch gewinnen. Das glaube ich absolut."


Fotostrecke: F1 Backstage: Sotschi

Im WM-Kampf helfen Hamilton auch die Beschwerden nichts. Die Zahlen sprechen für sich: 43 Punkte fehlen ihm bereits nach vier Rennen auf Teamkollegen Nico Rosberg. Dieser glänzt mit der Maximalpunktezahl von 100 an der Spitze der Tabelle. Ex-Formel-1-Pilot Jacques Villeneuve glaubt zu wissen, warum Rosberg in dieser Saison plötzlich die Oberhand im Silberpfeil-Duell gewinnen konnte - ganz ohne Verschwörungstheorien.

"In diesem Jahr ist er hungriger auf den Erfolg als Lewis. Ich denke, das macht den Unterschied in ihren Resultaten im Moment aus. Natürlich will Hamilton noch immer gewinnen, aber mein Gefühl sagt mir, dass Erfolg für ihn nicht mehr so wichtig ist als zuvor", sagt der Weltmeister von 1997 bei 'Championat'. Eine Trendwende scheint für den Kanadier aber immer noch möglich zu sein: "Er wird aber bestimmt an einem Punkt aufwachen. Er wird kritisiert werden und Fans verlieren, was er nicht gerne sehen wird."