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Deutschland-GP 2015: Ecclestone gibt "weniger als 50 Prozent"

Bernie Ecclestone sieht nur noch eine kleine Chance für einen Grand Prix von Deutschland - Michael Schumacher an wachsendem Formel-1-Desinteresse Schuld?

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sollte es der Nürburgring sein. Doch dann schwenkte man um auf den Hockenheimring. Schlussendlich könnte es aber auch gar kein Ring werden, geht es nach den Launen von Bernie Ecclestone. Der Brite hatte Mitte Januar schon einmal mit Aussagen über ein mögliches Ausbleiben des Deutschland-Grand-Prix in der Saison 2015 für Aufsehen gesorgt. Man hätte schließlich ein Rennen in Österreich, witzelte der 84-Jährige.

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Schwarz, rot, gold: Gibt es bald keinen Deutschland-Grand-Prix mehr? Zoom

Nun gibt er gegenüber den Kollegen bei 'auto motor und sport' zu: "Die Chance, dass es in diesem Jahr einen Grand Prix in Deutschland gibt, sind kleiner als 50 Prozent." Es werde sehr schwierig werden mit einem Rennen in der Heimat der Vorjahresweltmeister Mercedes, sollte man bis "Mitte Februar, Anfang März zu keiner Einigung kommen".

Zumindest ein Rennen auf dem Nürburgring scheint ausgeschlossen. Es sehe so aus, als "könnten die sich die Formel 1 nicht mehr leisten", kommentiert Ecclestone. Dadurch, dass lokale Regierungen keine finanziellen Zuschüsse mehr leisten würden, gebe es nur noch wenig Hoffnung.

Hockenheim ohne Vertrag für 2015

Durch das Abwechseln von Nürburgring und Hockenheim seit 2007, hat dieser nun keinen Vertrag für die Saison 2015 - weil man schon 2014 Austragungsstätte des Deutschland-Rennens war und das Rennen in diesem Jahr ursprünglich in der Eiffel geplant war. Laut Ecclestone müsste man mit den Hockenheim-Betreibern einen neuen Vertrag für dieses Jahr abschließen.

Schon 2014 gab es einen deutlichen Rückgang bei den Ticketverkäufen. Nur 52.000 Fans Besuchten das Motodrom, ein Verlust von 2,5 Millionen Euro blieb am Ende über. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Interesse der Deutschen an der Formel 1 sinkt. Auch der TV-Sender RTL musste große Quoteneinbrüche verzeichnen.

"Vielleicht ist es deshalb, weil viele Michael vermissen." Ecclestone über Desinteresse

Angesprochen auf den Zuschauerrückgang in Deutschland - immerhin holte Mercedes 2014 den Konstrukteurstitel, und mit Sebastian Vettel ist ein viermaliger Weltmeister am Start - weiß Ecclestone selbst gegenüber 'Sky Sports News' keine klare Antwort: "Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Es überrascht mich selbst. Vielleicht ist es deshalb, weil viele Michael (Schumacher; Anm. d. Red.) unterstützt haben und ihn, seitdem er nicht mehr fährt, vermissen."

Der einzige Grund, warum in diesem Jahr womöglich kein Deutschland-Grand-Prix seit 1955 gefahren werden wird, ist "weil sie es sich nicht leisten können ein Rennen zu veranstalten", so Ecclestone.