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  • 24.06.2013 · 12:13

  • von Christian Schrader

Der ewige "Black Jack": Brabham ältester, lebender F1-Sieger

Die lebende Legende Jack Brabham bleibt der Formel 1 nicht nur aufgrund seiner drei Weltmeistertitel und den zahlreichen Ehrungen in Erinnerung

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Tod von Jose Froilan Gonzalez, Ferraris erstem Formel-1-Sieger, ist Jack Brabham der älteste, lebende Gewinner eines Rennens der Königsklasse des Motorsports. Der Australier, von Kollegen sowie der Presse früher wegen seiner schwarzen Haare auch liebevoll "Black Jack" genannt, gewann 14 Rennen, sammelte insgesamt 31 Podestplätze sowie 126 WM-Punkte und wurde dreimal Formel-1-Weltmeister: 1959, 1960 und 1966.

Jack Brabham

Eine lebende Legende mit zahlreichen Ehrungen in Stein gemeißelt: Jack Brabham Zoom

Vor allem der erste und letzte Triumph des heute 87-Jährigen gingen in die Geschichte ein. Außerdem wurden dem Mann aus Hurstville City, einem lokalen Verwaltungsgebiet im australischen Bundesstaat New South Wales, zahlreiche Ehrungen verliehen.

Zunächst arbeitete Brabham als Flugzeugmechaniker und fuhr zwischen 1947 und 1953 in Australien jegliche Art von Autorennen, bevor er 1955 gemeinsam mit seiner Familie nach England übersiedelte. Er heuerte in der kleinen Rennwagenschmiede von John Cooper an und durfte sich sein eigenes Auto bauen, mit dem er 1955 in England seinen ersten Grand Prix bestritt. Der erste Sieg gelang Brabham 1959 beim geschichtsträchtigen Grand Prix im Fürstentum von Monaco.

Unvergessene WM-Titel und ein großer Kampf

Legendär der Weg zu seinem ersten Titel: Beim letzten Rennen der Saison 1959 ging Brabham als Führender der Weltmeisterschaft ein paar hundert Meter vor Ziellinie der Sprit aus. Der Kämpfer aus Australien schaffte es jedoch, seinen Wagen als Vierter über die Linie zu schieben - und sich so den Titel zu sichern. Im Ziel brach Brabham vor Erschöpfung zusammen.

Ebenfalls besonders der Titel im Jahr 1966: Es war das erste und bisher einzige Mal, dass ein Fahrer in einem selbst konstruierten Boliden Weltmeister wurde. Auch für Brabham selbst seine sportlich wohl größte Errungenschaft, wie er im Interview betont: "Die schönste Erinnerung ist sicher der WM-Titel 1966 mit dem Repco-Brabham", berichtete er.

Jack Brabham

Der Australier in seinem Element: Brabham beim Großen Preis von Monaco Zoom

Auch nach seiner Fahrerkarriere blieb der Name Brabham dem Motorsport erhalten - unter anderem durch Sohn David, aber auch die nächste Brabham-Generation greift bereits ins Lenkrad. Auf die Meinung des Australiers wird im Fahrerlager der Königsklasse nach wie vor viel Wert gelegt. Vor einigen Jahren gab es ein deutsches Projekt, das unter dem Namen Brabham in die Formel 1 einsteigen wollte. Daraus wurde nichts. Brabham dazu kurz und knapp: "Wir haben sie vor Gericht gezerrt und den Fall gewonnen."

Ehrungen und Auszeichnungen en masse

Gewonnen hat Brabham nicht nur in seiner Formel-1-Karriere, auch zahlreiche Ehrungen ziehen sich durch seine Vita: 1979 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. 2007 wurde Brabham von einer Fachjury des Magazins 'Auto Action', der unter anderem auch Landsmann Mark Webber angehörte, zum größten australischen Rennfahrer aller Zeiten gewählt.

Eine große Ehre wurde ihm auch 2008 zuteil: Nachdem Brabham bereits 1979 Order of the British Empire (OBE) war, wurde er zudem in seiner Heimat mit dem Titel Order of Australia (AO) gewürdigt. Im Oktober 2009 wurde der Australier in die Sporting Hall of Fame an der Gold Coast in Surfers Paradise aufgenommen, wo er heute lebt.

Vor knapp vier Jahren wurde berichtet, dass Brabham schwer erkrankt sei. Auf die Frage von 'Motorsport-Total.com' im Juni 2013, wie es ihm im Moment geht, antwortet er knapp: "Sehr gut." Wie ist die Wunschvorstellung des ewigen "Black Jack" davon, wie man sich in 100 Jahren an den Namen Brabham erinnern wird? "Als jemand, der etwas erreicht hat", ist seine Antwort. Viel erreicht hat der Mann in seinen Leben...

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