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Coulthard verteidigt Partylöwe Hamilton: "Well done, Lewis!"

David Coulthard verteidigt die Snapchat-Exzesse von Lewis Hamilton: Nikotin sei "akzeptabel" und nicht verboten, und Kimi Räikkönen trinke auch ab und zu

(Motorsport-Total.com) - Es ist für die Formel-1-Journaille fast schon eine Routine wie der Rennbericht am Sonntagnachmittag: zwischen zwei Grands Prix den Snapchat-Account von Lewis Hamilton zu monitoren, um dessen nächste Party-Videos nicht zu verpassen. Nach Sotschi meldete sich der Mercedes-Superstar aus einem Nachtclub in Miami, mit einer Flasche Tequila in der Hand, beim Rauchen einer Wasserpfeife und beim Sprung vom Hotelbalkon in den Swimmingpool, aus rund drei Metern Höhe.

Lewis Hamilton, David Coulthard

David Coulthard findet, dass Lewis Hamilton ein Recht auf Party hat Zoom

Die Schlagzeilen der Yellow Press ließen nicht lange auf sich warten, offiziellen Rüffel seitens der Mercedes-Teamführung gab es aber keinen - und wenn, dann nur hinter verschlossener Tür. Und auch der ehemalige Formel-1-Fahrer David Coulthard, in seiner aktiven Zeit selbst nie um eine gute Party verlegen, zeigt Verständnis für die aktive Freizeitgestaltung des Weltmeisters.

"Ich finde, niemand sollte dafür kritisiert werden, eine klare Linie zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Jeder hat andere Hobbys", erklärt der 246-fache Grand-Prix-Teilnehmer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wenn du Formel-1-Fahrer bist und diese grandiosen Grand-Prix-Autos bewegen darfst, ist es sehr schwierig, dich genauso für andere Sportarten zu begeistern und bei diesen genauso viel Adrenalin auszuschütten."

Lieber Tequila und Shisha statt Golfen

Daher kann Coulthard verstehen, dass sich Hamilton seinen Kick statt beim Golfen lieber beim Jetten um die Welt verschafft, beim Party machen mit Rihanna oder beim Konsumieren von Alkohol und Nikotin. "Lewis liebt die Musik, er liebt das Reisen und er hat ein paar Freunde, die mit der Formel 1 absolut nichts am Hut haben. Wenn ihm das dabei hilft, mit voller Energie ins Fahrerlager zurückzukehren, sehe ich dabei kein Problem", winkt Coulthard ab.


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Selbst das Thema Wasserpfeife sieht er entspannt: "Es gibt ja klar definierte Anti-Doping-Regeln, denen die Fahrer unterworfen sind. Er wird sicher nichts rauchen, was zu einer Sperre führen könnte. Ich halte Nikotin in diesem Zusammenhang bis zu einem gewissen Grad für akzeptabel, wenn er das möchte. Und soweit ich weiß, raucht Kimi Räikkönen auch ab und zu mal, und auch andere gönnen sich gelegentlich einen Drink."

Selbst Michael Schumacher, der immer als Vorbild an Disziplin gegolten hat, war manchmal so betrunken, dass er im geschlossenen Kreis nur noch Eiswürfel in die Gesichter seiner Saufkumpanen verteilte, wie sein ehemaliger Ferrari-Teamkollege Eddie Irvine in einer der nächsten Folgen von "Ein Drink mit Eddie Irvine" verrät. Und früher, zu Zeiten von James Hunt & Co., wurde das Thema Rauschmittel in der Formel 1 sowieso noch ganz anders gehandhabt.

Hamilton veröffentlicht Eskapaden selbst

Der große Unterschied: Während es einem Kimi Räikkönen insgeheim höchst zuwider ist, wenn er stockbetrunken mit einem Handy dabei gefilmt wird, wie er gerade in Monaco von einer Jacht kippt, lässt Hamilton die Öffentlichkeit freiwillig an seinem Privatleben teilhaben, anstatt es aktiv zu schützen. Ob Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat, so bereitwillig wie Hamilton inszeniert sich kein anderer Formel-1-Fahrer im Internet.

Auch das begrüßt Coulthard: "Gut gemacht, Lewis! Für die sozialen Netzwerke ist das doch ein Geschenk. Seine Fans verfolgen das mit großem Interesse. Du kannst das Gegenteil machen, wie Sebastian Vettel, dann weiß kein Mensch etwas darüber. Die sozialen Netzwerke haben sich zu dem entwickelt, was sie heute sind, weil wir alle irgendwo Spaß daran haben, mit Freunden und anderen Menschen verbunden zu sein und zu verfolgen, wie sie ihr Leben leben."

Das dann zu bewerten, stehe Journalisten grundsätzlich zu, findet der 45-Jährige, der inzwischen die Seiten gewechselt hat und selbst als TV-Experte arbeitet: "Journalisten verbringen viel Zeit damit, die Sportler zu studieren. Dann steht es ihnen auch zu, sich eine Meinung zu bilden." Aber das gelte nicht für jeden dahergelaufenen Facebook-Fan zu Hause auf der Couch: "Was mir gegen den Strich geht, sind diese Trolle, die sich in den sozialen Netzwerken rumtreiben."

Coulthard: Mit der Energie haushalten

Dass Partys für die Performance eines Formel-1-Fahrers grundsätzlich schlecht sein müssen, lässt Coulthard so ebenfalls nicht stehen: "Es gibt positive und negative Ablenkungen. Alles, was positiv ist, was nicht unmittelbar mit dem Fahren auf der Rennstrecke zu tun hat, sei es die Familie oder Musik, was immer dich zum Lächeln bringt, ist positiv. Dinge zu tun, auf die du keine Lust hast, ist negativ. Im Leben geht es darum, wie viel Energie du hast und wie du dir diese Energie einteilst."


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Doch auch wenn Coulthard Hamiltons Partyleben verteidigt, rein sportlich glaubt er nicht an seinen britischen Landsmann: "Nico ist Favorit auf den WM-Titel. Er hat das Momentum, er hat einige Grands Prix gewonnen, schon seit vergangener Saison. Das kann man ihm nicht nehmen." Ebenso wenig wie die Tatsache, dass Barcelona seit Jahren eine Rosberg-Strecke ist: "Fahrer nehmen Gefühle aus dem vergangenen Jahr oder auch dem letzten Rennen definitiv mit", sagt "DC".

"Soweit ich mich erinnere, hatte Lewis keine besonderen Probleme, sondern Nico hat ihn einfach geschlagen. Das schwingt für ihn dieses Jahr positiv mit", so der 13-malige Grand-Prix-Sieger weiter. Aber man dürfe Hamilton noch nicht ganz abschreiben: "Es liegt an Lewis selbst, jetzt zurückzuschlagen. Er hatte Pech. Er war ein Opfer von Umständen, die außerhalb seiner Macht lagen, und ich rechne damit, dass es noch ein tolles Duell zwischen den beiden wird."

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