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Button und Alonso: Warum sie trotz Krise an McLaren glauben

Wie lange Fernando Alonso McLaren noch Zeit gibt, woraus er und Jenson Button 2015 ihre Motivation ziehen und wie die Weltmeister ihren Frust bewältigen

(Motorsport-Total.com) - Mit der Perspektive, 2015 noch Rennen zu gewinnen, sind die ehemaligen Weltmeister Fernando Alonso und Jenson Button in die Saison gegangen. Nun, sieben Rennen vor Schluss, gibt es nichts mehr zu beschönigen: In Monza war nur Manor-Marussia langsamer als die einstige Traumkombination McLaren-Honda. Und auf Siege fehlen mehrere Sekunden.

Fernando Alonso, Jenson Button

Das Prinzip Hoffnung: Alonso und Button haben McLaren noch nicht abgeschrieben Zoom

Dennoch meint Alonso, dass die Entscheidung, von Ferrari zu McLaren zu wechseln, richtig war. Und solange der um ein Jahr ältere Button sein Teamkollege ist, bleibt der 34-jährige Spanier cool. "Ich bin immer noch jünger als Jenson, also warte ich einmal seine Entscheidungen ab, ehe das bei mir ansteht", grinst Alonso. Der Brite verhandelt mit McLaren über die Zukunft - und wundert sich über die Ansage des Teamkollegen: "Warum wartet er auf mich?"

Button: Alonso als Motivation

Button will laut eigenen Angaben bei McLaren bleiben - trotz der Misere. Was auch an der Messlatte Alonso liegt. "Wir haben diese Sucht, zu siegen", sagt er. "Dieses Jahr war trotzdem interessant, denn obwohl wir so weit hinten liegen, kämpfe ich immer noch gegen jemanden, der sehr talentiert ist. Das hat Spaß gemacht, aber es wird nicht so bleiben."

Er sieht McLaren trotz ausbleibender Fortschritte auf dem richtigen Weg: "Ich habe absolut das Gefühl, dass alle im McLaren Technology Center und in Sakura (die Honda-Formel-1-Abteilung, Anm.) sehr hart arbeiten. Sie warten nicht nur darauf, dass die Dinge passieren, sondern sie sorgen dafür. Es ist schwer zu sagen, wie lange es dauern wird. Ich bin ein sehr positiver Mensch, was glaube ich auch für Fernando gilt. Wir hoffen das Beste."

Mit seiner eigenen Leistung ist Button "sehr zufrieden. Und das sieht auch das Team so". Da Honda und auch die McLaren-Chassis-Abteilung in ihren Bereichen neue Wege gehen, hält er es nur für eine Frage der Zeit, bis der Erfolg eintritt. Schon 2016 sollen die groben Mängel der Antriebseinheit, die wegen ihrer kompakten Bauweise zu wenig Energie speichern kann, weshalb der Hybridantrieb auf längeren Geraden aussetzt, behoben sein.


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"Die Energie reicht einfach nicht aus", bestätigt Button das Honda-Problem. "Das ist das System, mit dem wir leben müssen - und es ist unsere Schwäche." Wegen der Token-Regelung könne man das Problem bis zum Saisonstart 2016 nicht beheben: "Hoffentlich wird uns das dann einen großen Schritt nach vorne bringen."

Wann reißt Alonsos Geduldsfaden?

Geduld ist also weiterhin gefragt. Die gilt aber nicht gerade als Stärke von Alonso. Die Zeit bei McLaren sieht er dennoch "nicht als Zeitverschwendung. Das war es nicht einmal bei Ferrari, als wir kein konkurrenzfähiges Auto hatten. Diese fünf Jahre waren für meine Erfahrung, für meine Karriere gut, ich habe die Zeit genossen. Ich habe tolle Erinnerungen."

Fernando Alonso

Alonso kratzt und beißt, aber die Ergebnisse bleiben aus Zoom

Bei McLaren zieht Alonso seine Motivation daraus, ein Projekt von null weg auf die Beine zu stellen: "Dieses Jahr sind die Ergebnisse schwer zu akzeptieren, aber ich lerne, an einem derartigen Projekt mitzuarbeiten, das komplett neu ist. Das ist aus Fahrersicht ziemlich aufregend. Aber natürlich wollen wir auch gewinnen, und ich bin nicht mehr der Jüngste."

Alonso gibt dem Projekt noch zwei weitere Jahre: "Ich habe aber einen Dreijahres-Vertrag mit McLaren. Wir werden also sehen, ob wir nach diesen drei Jahren in der Position sind, um um den Titel zu kämpfen. Wenn es schlecht aussieht, dann werde ich vielleicht anders denken."

Alonsos Frustbewältigung: Enttäuschungen sind berechenbar

Seinen Frust hält er unter Kontrolle, weil sich die Überraschungen in Grenzen halten. "Nach Ungarn, wo ich Fünfter wurde, haben wir gesagt: 'Lasst uns heute feiern, denn Belgien und Monza wird ein Albtraum'", erinnert er sich. "Wir wussten: Das Schlimmste steht uns noch bevor. Es handelt sich also um einen harte Zeit, aber da wir alle in diesem Entwicklungsprogramm sind, ist es etwas einfacher, mit dem Frust zurecht zu kommen."

Er zweifelt nicht daran, dass McLaren schon kommende Saison die Kurve kratzen wird: "Wir wissen ziemlich genau, welche Bereiche wir für das kommende Jahr verbessern müssen - und um wie viel wir uns verbessern müssen, um konkurrenzfähig zu sein. Jedes Wochenende gibt es ein Update der Situation, alles erscheint logisch, es geht in die richtige Richtung. Ich denke, dass sich die Dinge nächstes Jahr gravierend verändern werden."

Dann muss er selber lachen: "Uns zu verbessern ist natürlich aus aktueller Sicht nicht so schwierig, weil wir derzeit so schlecht sind."

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