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Button: Niemand im Fahrerlager kennt Hamilton wirklich

Weltmeister Lewis Hamilton schottet sich hermetisch ab, sagt sein früherer McLaren-Teamkollege Jenson Button - Wechsel zu Mercedes eine emotionale Entscheidung

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton arbeitet weiter akribisch daran, zu einem der größten Formel-1-Fahrer aller Zeiten aufzusteigen. In der Saison 2015 holte er seine dritte Fahrer-Weltmeisterschaft, von seinen Fahrerkollegen isoliert er sich unterdessen: Bei den Fahrerparaden auf einem LKW sitzt er meist alleine da, während der Rest des Feldes sich auf der Ladefläche unterhält. Auch Jenson Button gibt zu, dass er seinen Landsmann trotz dreier gemeinsamer Jahre bei McLaren nicht wirklich kennt.

Lewis Hamilton

Einzelgänger Hamilton: Selbstherrlicher Solist oder missverstandenes Genie? Zoom

"Als Mensch kenne ich Lewis nicht sehr gut und ich glaube kaum, dass es irgendwelche anderen Fahrer gibt, die ihn wirklich gut kennen", sagt der Weltmeister von 2009 bei 'Sky'. "Wenn wir miteinander reden, ist er nett und freundlich, wie man es erwartet. Schließlich sind wir alle auf dem Gipfel dessen, was wir gerne tun." Hamilton wirkt oftmals nach außen abgehoben und selbstherrlich, rechtfertigt dies jedoch mit großen sportlichen Erfolgen.

"Dieses Jahr war er einfach unantastbar", sagt Button. "Er mag im schnellsten Auto sitzen, aber wenn man sich seine Konstanz ansieht, hat er einen unglaublichen Job gemacht. Das ist einfach pures Selbstvertrauen und Vertrauen in das Team." An Selbstvertrauen hat es bei Hamilton nie gemangelt, letztlich ging auch deshalb die langjährige Verbindung mit McLaren in die Brüche. Diese Entscheidung habe Hamilton nicht rational gefällt, erinnert sich Button.

Spontanentscheidung zahlt sich aus

Der entscheidende Moment sei sein Ausfall beim Großen Preis von Singapur 2012 gewesen, erzählt Button bei 'BBC'. Hamilton hatte das Rennen angeführt, schied dann aber mit einem Getriebeschaden aus. Mit diesem Ausfall musste er seine WM-Hoffnungen begraben und geriet darüber so in Rage, dass er aus dem Affekt heraus bei Mercedes unterschrieb. "Wir sind alle emotional und er hat es mit sehr vielen Emotionen genommen", erinnert sich der 35-Jährige.

Jenson Button, Lewis Hamilton

Hamilton und Button schenkten sich bei McLaren nichts Zoom

Zum damaligen Zeitpunkt war die Entscheidung für viele nicht nachvollziehbar. Der McLaren war ein siegfähiges Auto, während Mercedes auf der Stelle trat. Doch der Schritt sollte sich auszahlen: Seit dem Reglementswechsel 2014 fahren die silbernen Boliden Kreise um die Konkurrenz. "Er ist in ein Team gegangen, das sich dramatisch verbessert hat", kommentiert Button. "Sie haben einen unglaublichen Job gemacht, aber das war zu jenem Zeitpunkt nicht absehbar. Ich denke, Lewis war einfach über seine Situation bei McLaren verärgert. Es war einfach die Folge eines Ausfalls in Singapur."

Button würdigt Hamilton als einen "der schnellsten Fahrer, die jemals in einem Formel-1-Auto gesessen haben." Die beiden Briten schenkten sich in ihrer gemeinsamen Zeit nichts: Hamilton war der schnellere Fahrer, aber Button zog das Team auf seine Seite. "Unsere gemeinsamen Jahre waren interessant, weil er unglaublich schnell gewesen ist. Aber ich konnte ihn auf verschiedene Arten schlagen, weil ich in mehrerlei Hinsicht in und neben dem Auto stärker gewesen bin. Es ist interessant zu sehen, wie er sich seit diesen drei Jahren verändert hat." McLaren hat seit Hamiltons Weggang kein Rennen mehr gewonnen.

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