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  • 19.04.2015 · 09:17

  • von Dieter Rencken & Ryk Fechner

Williams: Startposition für Reifen geopfert

Chefingenieur Rob Smedley erklärt, mit welchen Tricks sich Williams beim Training zum Formel-1-Grand-Prix von Bahrain der eigenen Reifensorgen entledigt hat

(Motorsport-Total.com) - Williams-Chefingenieur Rob Smedley verrät, dass sein Team beim Qualifying zum Großen Preis von Bahrain eine bessere Startposition zugunsten der Rennstrategie opferte: "Wenn wir mehr Reifensätze benutzt hätten, hätte das vielleicht ein oder zwei Zehntelsekunden gebracht. Damit wären wir vor Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) gelandet. Dann hätten wir einen Fahrer auf Position vier gehabt, wären aber in einer schlechteren strategischen Position mit weniger Reifen gewesen."

Rob Smedley

Rob Smedley pokert in Bahrain: Bringt eine schlechtere Startposition Vorteile? Zoom

"Wir haben Reifen gespart, um uns ein paar strategische Optionen offenzuhalten. Das birgt ein gewisses Risiko, denn wenn man Reifen schont, qualifiziert man sich vielleicht nicht so gut, wie man es könnte", führt Smedley weiter aus. Der Kurs in Bahrain gilt durch die hohen Temperaturen und den rauen Asphalt als extrem reifenmordend. Nachdem Williams' Pirellis im kühlen China zu heiß wurden, widmete sich das Team am Freitag in Sachir bewusst intensiven Reifentests.

"In unserem Fundus fehlten uns ein paar Erkenntnisse darüber, wie man den weichen Reifen effizient nutzt. Also hatten wir ein Freitagsprogramm, bei dem beide Wagen auf diesem Reifen, aber mit unterschiedlichen Setups fuhren", schildert der Brite die Vorgehensweise der Weiß-Blauen, die offenbar von Erfolg gekrönt war: "Das Team hat einen guten Job gemacht. Jetzt sind wir in einer komfortableren Position als in den vergangenen zwei Rennen."


Großer Preis von Bahrain

Für Smedley bestand der Drahtseilakt darin, sich für einen "Lieblingsgummi" zu entscheiden, denn die harte (Medium) und die weiche Reifenmischung funktionieren bei komplett unterschiedlichen Temperaturen. Wenn man den einen Reifen zum Laufen bekomme, wirke sich das negativ auf den anderen aus. "Dabei muss man sich einfach für den entscheiden, von dem man glaubt, dass er für dein Rennen der Schnellere ist und das Setup eher auf diesen anpassen."

Die Aufgabenstellung ist keine leichte, weiß auch Williams-Stammfahrer Valtteri Bottas, für den es keinen Sinn ergibt, sich mit dem Setup einfach zwischen den Arbeitsfenstern beider Mischungen zu bewegen: "Das ist für beide Reifentypen schlecht." Schlussendlich funktioniert der weichere Reifen beim Traditionsteam aus England besser. Daher wird diese Mischung voraussichtlich in den ersten beiden Stints gefahren. Gegen Rennende komme der Härtere zum Einsatz. "Wenn man am Ende auf den anderen wechselt, wird das nicht ganz so gut funktionieren, aber man akzeptiert diesen Kompromiss, weil er dich taktisch in die beste Position bringt", so Smedley abschließend.