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  • 18.04.2015 · 23:56

  • von Dieter Rencken & Ryk Fechner

Williams: Fahrer haben keine Angst vor Daniel Ricciardo

Beim Formel-1-Grand-Prix von Bahrain 2015 möchte Valtteri Bottas sich nicht um die Verfolger kümmern - Er schielt auf ein Duell mit den Ferrari

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die Williams-Fahrer beim Grand Prix von China die Karierte Flagge auf den Rängen fünf und sechs sahen, möchte das Traditionsteam aus Grove diese Leistung auch in Bahrain wiederholen. Mehr noch: Eigentlich will man erneut im Kampf um das Podium mitmischen. Dagegen ist man mit der Situation aus dem vorangegangenen Rennen, als von hinten keine Konkurrenz drohte, sicherlich zufrieden.

Valtteri Bottas

Valtteri Bottas möchte auch im Rennen selbst vor den Ferrari landen Zoom

Doch der Schein trügt. In Schanghai vermasselte die Elektronik Daniel Ricciardo den Start, der für den Rest des Rennens im Verkehr steckenblieb. Williams-Chefingenieur Rob Smedley warnte seine Truppe nach dem Rennen, dass der Red-Bull-Pilot bei freier Fahrt für seine Piloten durchaus eine ernsthafte Bedrohung dargestellt hätte. Doch es liegt in der Natur von Rennfahrern, lieber nach vorne als nach hinten zu schauen. So auch in der von Valtteri Bottas. Ob er in Bahrain Druck von hinten erwarte, belächelt der Finne knapp: "Nicht ernsthaft."

"Unsere Hauptaufgabe wird es sein, am Anfang des Rennens einen guten Vorsprung herauszufahren", spielt er auf den auf Platz sieben startenden Ricciardo an: "So können wir auch die Strategie fragen, die für das Rennen am schnellsten ist." Dass dieses Vorhaben Wunschdenken sein könnte, zeigt ein weiterer Blick auf China. Selbst bei niedrigen Temperaturen kochte Williams, vor allem Bottas, die Reifen. Dass die hohen Temperaturen von Bahrain und der aggressivste Asphalt im Kalender den Williams entgegenkommt, davon kann nicht pauschal ausgegangen werden.

So wittert auch Ricciardo seine Chance gegen Williams: "Wenn wir alles richtig hinbekommen, und damit meine ich den Start, die Strategie und das Haushalten mit den Reifen, dann kann es klappen. Dafür müssen wir auf einer Leistungsskala von Eins bis Zehn eine Zehn abliefern."


Großer Preis von Bahrain

Williams habe die Reifensorgen mit den Erfahrungen der vorangegangenen Woche aussortiert. "Wir konnten die Option-Reifen sowohl im Qualifying als auch im Rennen besser zum Laufen bringen", ist Bottas optimistisch. Das schwarze Gold sei das derzeitige Hauptaugenmerk bei den Weiß-Blauen: "Im Moment konzentrieren wir uns einfach auf die Temperaturen. Bei allem, auch bei den Bremstemperaturen, muss man sichergehen, dass man im Arbeitsfenster bleibt.Gerade zwischen den Reifentypen Weich und Medium gibt es da einen großen Unterschied."

Durch die teaminternen Fortschritte glaubte Bottas, nach der Qualifikation vor den Ferrari zu landen. Doch nach dem Ende von Q3 folgte die Ernüchterung. Denn Ferrari brilliert vor allem über die Distanz: "Sie sind uns im Qualifying immer noch einen Schritt voraus und wir wissen, dass von ihnen im Rennen noch mehr kommen könnte." So lautet das realistische Ergebnis für einen Williams: "Fünfter oder Sechster. Das ist, was ich hoffe. Im Moment ist das die Pace, die wir haben. Wir müssen daher einfach die Punkte so konstant wie möglich maximieren."