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Briatore: "Habe viel in Fernando investiert"

Flavio Briatore erinnert sich an die Anfänge der Management-Beziehung zu Fernando Alonso und erzählt, wieso er damals Jenson Button bei Renault ausbooten musste

(Motorsport-Total.com) - Im Jahr 2000 hat Flavio Briatore eine der wichtigsten Entscheidungen für sich getroffen, als er einen jungen, unbekannten Spanier unter Vertrag nahm und fortan der Manager des Jungspundes wurde. Mit ihm sollte er später ähnliche Erfolge wie mit Michael Schumacher erzielen. Der Name des Fahrers war Fernando Alonso. "Wir waren alle von diesem Kerl überzeugt. Jeder sagte mir, dass es niemals einen Spanier gab, der so schnell war", erinnert sich Briatore bei 'Sky Sports F1'.

Flavio Briatore

Als Geschäftsmann hatte Flavio Briatore in der Formel 1 immer einen heißen Draht Zoom

Bereits für die kommende Saison verschaffte der Italiener seinem Schützling einen Platz bei Minardi, wo Alonso erstmals in der Königsklasse auf sich aufmerksam machen sollte. "Ich habe viel in Fernando investiert, weil ich bemerkt habe, dass er außergewöhnlich ist." Darum parkte er ihn auch 2002 bei seinem eigenen Renault-Team, wenn auch zunächst als dritten Fahrer. "Als er zu uns kam, war er der dritte Pilot neben Jenson Button und Giancarlo Fisichella, aber man hat trotzdem gesehen, dass er etwas Besonderes war. Wir haben es sofort gesehen, als ich ihn in das Auto gesteckt habe."

Wiederum ein Jahr später durfte er sich dann erneut als Einsatzfahrer beweisen: "Einen Tag, bevor wir ihn als offiziellen Renault-Fahrer anstelle von Jenson Button bekanntgegeben haben, habe ich zu ihm gesagt, dass ich eine große Verantwortung auf mich nehme", erzählt Briatore weiter. Er sagte Alonso, dass die Briten ihn morgen massakrieren würden, weil Button der neue Formel-1-Star und ein ganz umgänglicher Typ wäre.

Dennoch entschied sich Briatore damals für Fernando Alonso an der Seite von Jarno Trulli. "Ich musste so entscheiden, sonst hätte ich riskiert, Fernando früher oder später zu verlieren", erklärt der Italiener. "Als wir das bekanntgegeben haben, waren alle gegen uns." Doch das Risiko hat sich ausbezahlt. Alonso feierte mit Renault 2005 und 2006 zwei Weltmeistertitel und gilt derzeit als komplettester Formel-1-Fahrer im Feld.

Doch seit den Renault-Erfolgen sprang für den Spanier kein weiterer Titel heraus, Briatore hat sich mittlerweile schon längst aus dem Formel-1-Geschäft verabschiedet. Dennoch denkt er gerne an die erfolgreiche Zeit zurück. Für Briatore waren die zwei Weltmeisterschaften damals die schönsten Momente in der Königsklasse: "Es ist immer etwas anderes, wenn man mit jemandem von Grund auf beginnt, als wenn man jemanden nimmt, der schon ein Star ist", weiß der Geschäftsmann.